Energieeinsparungen

Die EU-Energielabels enthalten klare und einfache Angaben zur Energieeffizienz von zu verkaufenden Produkten. Für die Verbraucher wird es damit einfacher, Geld bei den Energiekosten zu sparen; gleichzeitig verringern sich in der gesamten EU die Treibhausgasemissionen.

Die Energielabels und -normen werden bis 2020 voraussichtlich zu jährlichen Energieeinsparungen von etwa 175 Mio. t RÖE (Millionen Tonnen Rohöleinheiten) führen, was in etwa dem jährlichen Primärenergieverbrauch Italiens entspricht.

Für die Energiekosten der Verbraucher bedeutet dies durchschnittliche Einsparungen von bis zu 500 Euro pro Jahr. Darüber hinaus werden die europäischen Unternehmen durch Energieeffizienzmaßnahmen zusätzliche Einnahmen in Höhe von 55 Milliarden Euro haben.

Möglich wird dies durch Verordnungen und Richtlinien der EU, insbesondere zur Energieverbrauchskennzeichnung (Energielabel) und zur umweltgerechten Gestaltung (Ökodesign) von Produkten.

Energielabel

Das Energielabel wurde erstmals im Jahr 1994 für eine Reihe von Haushaltsgeräten eingeführt und im Jahr 2004 auf weitere Geräte ausgedehnt. Es enthält eine Vergleichsskala von A (höchste Effizienz) bis G (geringste Effizienz). Das Energielabel ist für die Verbraucher eine große Hilfe und trägt zur Auswahl energieeffizienterer Produkte bei. Gleichzeitig werden die Hersteller angespornt, durch den Einsatz energieeffizienterer Technologien Innovationen voranzubringen.

energy labels

Da 85 % der Verbraucher das Energielabel kennen und schätzen, ist es den Herstellern sehr wichtig, dass ihre Produkte beim Vergleich mit den Produkten der Mitbewerber in die höchste verfügbare Klasse eingeordnet werden. Im Jahr 2006 beispielsweise waren etwa zwei Drittel der verkauften Kühlschränke und Waschmaschinen als Produkte der Klasse A gekennzeichnet, während 2017 bereits gut 90 % der verkauften Geräte oberhalb der Klasse A, nämlich in den Klassen A+, A++ oder A+++, angesiedelt waren. 

Abgesehen von den Angaben zum Energieverbrauch des Produkts können auf dem Label auch genaue Daten zu anderen wichtigen Nutzungsmerkmalen aufgeführt sein, z. B. die Geräuschemissionen oder der Wasserverbrauch.

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Reform des Energielabels

Da immer mehr energieeffiziente Produkte entwickelt werden und der Unterschied zwischen den Klassen A++ und A+++ für die Verbraucher weniger ersichtlich ist, werden die Klassen schrittweise angepasst, um wieder zu einer einfacheren Skala von A bis G zu gelangen. 

Ganz konkret werden im Laufe des Jahres 2021 fünf Produktgruppen eine neue Skala erhalten, d. h. sie werden „neu skaliert“.

  • Kühlgeräte
  • Geschirrspüler
  • Waschmaschinen
  • elektronische Displays (z. B. Fernsehgeräte)
  • Leuchtmittel

Das endgültige Format und die visuelle Identität der neuen Labels für die oben genannten Produktgruppen sowie für „Kühlgeräte mit Direktverkaufsfunktion“ wurden von der Kommission am 11. März 2019 angenommen.

Ein Produkt der Energieeffizienzklasse A+++ könnte nach der Neuskalierung beispielsweise in die Klasse B eingeordnet werden, ohne dass sich sein Energieverbrauch ändert.

Die Klasse A wird anfänglich leer sein, um Platz für energieeffizientere Modelle zu lassen. Die Verbraucher werden so deutlicher zwischen den energieeffizientesten Produkten unterscheiden können. Gleichzeitig dürfte dies für die Hersteller ein Anreiz sein, um Forschung und Innovation zur Entwicklung energieeffizientere Technologien weiter voranzubringen.

Die Lieferanten (Hersteller, Importeure oder Bevollmächtigte) müssen außerdem ab dem 1. Januar 2019 Informationen über ihre Produkte in die europäische Produktdatenbank für die Energieverbrauchskennzeichnung (EPREL-Datenbank) hochladen, bevor sie diese Produkte auf den europäischen Markt bringen. Ab dem zweiten Quartal 2019 können die Verbraucher dann in der EPREL-Datenbank nach Energielabels und Produktdatenblättern suchen.

Mithilfe der Energielabel-Muster oder dem Energielabel-Generator können die Unternehmen zudem ihre eigenen Labels für energieeffiziente Produkte erstellen.

Ökodesign

Um den Verbrauch an Energie und Ressourcen zu verringern, sind weltweit effizientere Produkte gefragt. Die Rechtsvorschriften der EU zum Ökodesign sind ein wirksames Instrument, um die Umweltverträglichkeit von Produkten zu verbessern, da sie verbindliche Mindestnormen für ihre Energieeffizienz enthalten. Die am wenigsten leistungsfähigen Produkte werden so vom Markt verdrängt, was erheblich zum Energieeffizienzziel der EU für 2020 beiträgt. Durch die Förderung einer besseren Umweltverträglichkeit von Produkten im gesamten Binnenmarkt werden darüber hinaus die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und Innovationen unterstützt.