Personal im Gesundheitswesen

Förderung von Reformen

Die Europäische Kommission hat für zahlreiche Initiativen zur Förderung von Reformen in kritischen Bereichen des Arbeitskräftebedarfs im Gesundheitswesen finanzielle Unterstützung bereitgestellt. Sie sind nachstehend aufgeführt.

Gegenseitige Anerkennung von Berufsqualifikationen

Mit der Richtlinie 2005/36/EG zur Anerkennung beruflicher Qualifikationen wurde ein europaweiter Rechtsrahmen eingerichtet, innerhalb dessen die Länder Berufsqualifikationen anerkennen können. Berufe im Gesundheitsbereich – Ärzte, Krankenpfleger, Hebammen, Zahnärzte, Pharmazeuten, Tierärzte – werden automatisch anerkannt. Sofern Sie also über eine anerkannte Qualifikation in einem dieser Berufe verfügen, sind Sie automatisch berechtigt, diesen überall in der EU auszuüben.

Die Richtlinie 2013/55/EU änderte die Richtlinie zur Anerkennung von Berufsqualifikationen durch Vereinfachung der Vorschriften für Beschäftigte im Gesundheitsbereich und anderen, streng geregelten Berufsfeldern.

Mobilität und Migration von Fachkräften im Gesundheitsbereich

Zwei EU-Forschungsprojekte sollen ein genaueres Bild der Migrationsmuster sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU und anderer Länder ergeben:

Milderung der negativen Auswirkung der Migration auf die Gesundheitssysteme

In den letzten Jahrzehnten ist die Migration von Fachkräften im Gesundheitsbereich stark angestiegen, vor allem aus Niedriglohnländern mit bereits fragilen Gesundheitssystemen. Um dieser Herausforderung zu begegnen wurde der Verhaltenskodex der WHO für die internationale Anwerbung von Gesundheitsfachkräften verabschiedet.

Der Verhaltenskodex soll freiwillige Grundsätze und Verfahren für die ethische Anwerbung von Gesundheitsfachkräften im Ausland festlegen und fördern und dadurch die Gesundheitssysteme stärken. Die Mitgliedstaaten sollten der aktiven Anwerbung von Gesundheitsfachkräften aus Entwicklungsländern entgegenwirken, in denen bereits ein Mangel an solchen Fachkräften besteht.

Langfristige Anwerbung und Bindung von Arbeitnehmern im Gesundheitsbereich

Pilotnetz von Krankenpflege-Ausbildungs- und -Regulierungsstellen

Das Pilotnetz von Krankenpflege-Ausbildungs- und -Regulierungsstellen wurde mit dem Ziel eingerichtet, zur Verbesserung der Qualifikationen von Assistenten im Gesundheitswesen bewährte Verfahren auszutauschen. Ein Schwerpunkt war dabei die grenzüberschreitende Mobilität. Im Rahmen des Pilotnetzes wurden die Bandbreite der Fertigkeiten und Kompetenzen von Assistenten im Gesundheitswesen auf die Übernahme in nationale Programme für die allgemeine und berufliche Bildung geprüft. Der vollständige Bericht kann hier eingesehen werden.

Netz für die Entwicklung von Kernkompetenzen für Assistenten im Gesundheitswesen (HCA)

Im Rahmen des Programms für öffentliche Gesundheit der Europäischen Kommission 2014 vergab die Exekutivagentur für Verbraucher, Gesundheit, Landwirtschaft und Lebensmittel (CHAFEA) einen Auftrag zur Durchführung einer Studie an ein Konsortium unter Federführung des niederländischen Instituts für das Gesundheitswesen NIVEL. In der Studie „CC4HCA“ wird untersucht, ob die EU-Länder ein Interesse daran haben, eine gemeinsame Stellungnahme zu Fertigkeiten, Wissen und Kompetenzen von Assistenten im Gesundheitswesen (HCA) in Europa zu entwickeln. Der vollständige Bericht kann hier eingesehen werden.

Fortlaufende berufliche Weiterbildung von Angehörigen der Gesundheitsberufe in der EU

Im Aktionsplan der Europäischen Kommission für die Fachkräfte im europäischen Gesundheitswesen wird die fortlaufende berufliche Weiterbildung (CPD) als ein Instrument zur Gewährleistung der Patientensicherheit im Kontext der grenzüberschreitenden Mobilität von Patienten und Angehörigen der Gesundheitsberufe betrachtet. Die nationalen Auslegungen der beruflichen Weiterbildung bieten unterschiedliche Ansätze und Möglichkeiten für die Ermittlung von Empfehlungen und bewährten Verfahren in der EU.

Eine Studie befasst sich mit der fortlaufenden beruflichen Weiterbildung und den lebensbegleitenden Lernmöglichkeiten für Ärzte, Krankenpflegepersonal, Zahnärzte, Hebammen und Pharmazeuten in den EU- und EFTA-Ländern. Die Studie enthält Empfehlungen zum Ausbau der Zusammenarbeit und zu bewährten Verfahren auf europäischer Ebene und unterstreicht die Notwendigkeit der fortlaufenden beruflichen Weiterbildung für alle Angehörigen der Gesundheitsberufe auch bei Zeitmangel und unzureichenden Ressourcen. Ferner werden im Hinblick auf die Sicherheit der Patienten und die Qualität der Gesundheitsversorgung mehr Forschungsmittel gefordert.

Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten

Diese Allianzen befassen sich mit der Behebung von Kompetenzdefiziten hinsichtlich eines oder mehrerer Berufsprofile in einem bestimmten Sektor. Dazu ermitteln sie zunächst den bereits bestehenden oder aufkommenden sektorspezifischen Arbeitskräftebedarf und verbessern die entsprechende Reaktionsfähigkeit der beruflichen Aus- und Weiterbildungssysteme auf allen Ebenen.

ECVET for Elderly Care (EFEC) befasst sich mit der Pflege älterer Menschen und ist die erste Allianz für branchenspezifische Fertigkeiten im Gesundheits- und Pflegesektor. Diese länderübergreifende Partnerschaft von Organisationen aus sechs EU-Ländern soll die Vergleichbarkeit, Transparenz und gegenseitige Anerkennung der Qualifikationen von Pflegekräften verbessern.

Im Jahr 2015 veröffentlichte Erasmus+ eine Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für weitere Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten im Gesundheits- und Pflegesektor.