Soziale Faktoren und gesundheitliche Ungleichheiten

Gesundheit von Migranten

Die Europäische Migrationsagenda legt die EU-Maßnahmen in Bezug auf die Migrationskrise fest. In den Jahren 2015 und 2016 stellte die EU über 10 Milliarden Euro für Unterstützungsmaßnahmen bereit.

Vorschläge für Reformen des EU-Rechts

Im Juni 2016 verabschiedete die Kommission einen Aktionsplan für die bessere Integration von Migranten aus Nicht-EU-Ländern, der auch verschiedene Aspekte des Gesundheitswesens umfasst, und sie legte einen Vorschlag zur Reform der Richtlinie über die blaue Karte vor, die es der EU ermöglicht, hoch qualifizierte Personen aus Nicht-EU-Ländern anzuziehen und langfristig zu binden – auch Angehörige der Gesundheitsberufe. Der Vorschlag ermöglicht auch Flüchtlingen, eine Blue Card zu beantragen.

Im Juli 2016 verabschiedete die Kommission Vorschläge zur Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems, darunter Änderungen an drei Rechtsakten, die die medizinische Versorgung von Migranten betreffen:

  • der Verordnung über Asylverfahren
  • der Anerkennungsverordnung
  • der Richtlinie über Aufnahmebedingungen

Gesundheitsversorgung

Die Priorität der Kommission ist die Unterstützung der Länder, in denen eine hohe Anzahl von Migranten lebt. Die meisten Migranten sind gesund, wenn sie in der EU ankommen, doch vor oder während ihrer Reise sind sie Bedingungen und Situationen ausgesetzt, die sich negativ auf ihre Gesundheit auswirken können. Dazu gehören zum Beispiel körperliche und geistige Erschöpfung, Dehydrierung oder Unterkühlung, zu denen andere Faktoren, etwa ungünstige Lebensumstände, ungesunde Lebensführung oder chronische Krankheiten hinzukommen können, die die körperliche und seelische Gesundheit negativ beeinflussen.

  • Was tut die EU, um zu helfen? Die EU leistet finanzielle Unterstützung, um die Gesundheitsversorgung gefährdeter Migranten zu verbessern, sie in die nationalen Gesundheitssysteme zu integrieren und Angehörige der Gesundheitsberufe zu schulen.
  • Sie unterstützt EU-Länder, die eine besonders hohe Anzahl von Migranten aufgenommen haben und sich dementsprechend mit gesundheitsbezogenen Herausforderungen konfrontiert sehen, und fördert den Austausch bewährter Verfahren in Bezug auf Versorgungsmodelle.
  • Sie koordiniert Aktivitäten über den Gesundheitssicherheitsausschuss
    • Sammlung von Anfragen nach Impfstoffen und anderem medizinischen Material aus den am meisten betroffenen EU-Ländern, sodass andere EU-Länder helfen können,
    • Verbesserung der Überwachung übertragbarer Krankheiten mithilfe des Frühwarn- und Reaktionssystems
    • Herstellung von Kontakten zwischen den nationalen Kontaktstellen für Gesundheitsfragen und den für Zivilschutz und Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds zuständigen Stellen.
  • Sie arbeitet mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten, der Weltgesundheitsorganisation (Büro Europa) und der Internationalen Organisation für Migration zusammen, um den Bedürfnissen der EU-Länder und der Flüchtlinge besser gerecht zu werden.
  • Sie entwickelt Schulungsprogramme für Angehörige der Gesundheitsberufe. In diesen Programmen werden Angehörigen der Gesundheitsberufe Kenntnisse über Krankheiten vermittelt, mit denen sie sich nicht auskennen, sowie über kulturelle Besonderheiten und spezifische Bedürfnisse der ankommenden Menschen.
  • Sie hat das Muster einer persönlichen Patientenakte und ein begleitendes Handbuch für Angehörige der Gesundheitsberufe erstellt, mit deren Hilfe eine Anamnese der ankommenden Migranten und Flüchtlinge vorgenommen und ihre unmittelbaren Bedürfnisse ermittelt werden können.

Entwicklung von Projekten

Die EU setzt sich seit 2003 dafür ein, gesundheitliche Ungleichheit abzubauen und die besonderen Bedürfnisse von Migranten zu berücksichtigen. In verschiedenen Projekten wurden Unterschiede in der Gesundheitslage und beim Zugang zu medizinischer Versorgung gemessen und die Integration von Migranten in nationale Gesundheitssysteme unterstützt.