Vorsorge und Maßnahmen

Überblick

Beobachtung, frühzeitige Meldung und Maßnahmen zur Bekämpfung schwerwiegender, grenzüberschreitender Gesundheitsgefahren sind wichtige Faktoren für die Gewährleistung eines hohen Gesundheitsschutzniveaus in der Europäischen Union. Die EU-Maßnahmen auf diesem Gebiet sollen vor allem die Maßnahmen auf Ebene einzelner EU-Länder unterstützen und ergänzen.

Übertragbare Krankheiten, biologische oder chemische Stoffe und Umweltfaktoren können zu ernsten grenzüberschreitenden Gesundheitsgefahren werden. Auch die antimikrobielle Resistenz ist ein wachsendes Problem für die öffentliche Gesundheit, das einer angemessenen Bereitschaftsplanung und koordinierten Reaktion bedarf.

Zwar gingen in den letzten Jahren die Ansteckungsraten von Infektionskrankheiten in der EU zurück oder blieben gleich, doch die pandemische Influenza (H1N1) 2009, der E-Coli-Ausbruch in Deutschland 2011, der Ebola-Virus 2014 oder der Zika-Virus 2016 verdeutlichen, dass jederzeit neue Infektionskrankheiten entstehen können.

EU-weite grenzübergreifende Zusammenarbeit

Bei der Bekämpfung schwerwiegender grenzüberschreitender Gesundheitsgefahren ist eine frühzeitige, EU-weite Reaktion von großer Bedeutung. Ein wesentlicher Meilenstein beim Aufbau eines stärkeren EU-Rahmens für Gesundheitssicherheit war die Annahme eines Beschlusses im Jahr 2013 zur Verbesserung der Bereitschaftsplanung und zum Ausbau von Kapazitäten zur koordinierten Reaktion auf Krisenfälle im Gesundheitswesen.

Dieser Rechtsakt war ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Gesundheitssicherheit in der EU und zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor zahlreichen Gesundheitsgefahren. Er unterstützt die EU-Länder bei Vorsorge und Schutz der Bevölkerung gegen künftige Pandemien und schwerwiegende grenzüberschreitende Gefahren durch:

  • Stärkung der Kapazitäten der Bereitschaftsplanung auf EU-Ebene durch bessere Koordinierung und Verfahren sowie Informationsaustausch über nationale Bereitschaftsplanung
  • Verbesserung von Risikobewertung und Risikomanagement hinsichtlich grenzüberschreitender Gesundheitsgefahren auch für nicht übertragbare Krankheiten, für die es auf EU-Ebene keine Agentur gibt
  • Schaffung der notwendigen Voraussetzungen für die Entwicklung und Durchführung von Verfahren zur gemeinsamen Beschaffung medizinischer Gegenmittel
  • Verbesserung der Koordinierung der EU-weiten Reaktion durch Schaffung eines entsprechenden soliden, rechtsverbindlichen Mandats für den Gesundheitssicherheitsausschuss
  • Ausbau der Koordinierung der Risiko- und Krisenkommunikation und Unterstützung internationaler Zusammenarbeit

 

Video – Krisenmanagement für Gesundheitsgefahren in der EU

Das Video ist verfügbar in Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Polnisch.

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