Schwere und chronische Erkrankungen

Krebs

Die Krebsbekämpfung ist eine der wichtigsten Prioritäten der EU-Kommission im Gesundheitsbereich. In ihren politischen Leitlinien kündigte Präsidentin von der Leyen einen europäischen Plan zur Krebsbekämpfung an, der die Mitgliedstaaten bei der Krebsbekämpfung und -behandlung unterstützt, und Europa im Kampf gegen den Krebs nach vorne bringt, damit diese Krankheit nicht mehr so viel Leid verursacht.

EU-Strategie zur Krebsbekämpfung

Die EU-Länder müssen bei der Krebsvorsorge und -behandlung stärker unterstützt werden. So steht es im Mandatsschreiben an Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides.

Der im Februar 2020 vorgestellte europäische Plan zur Krebsbekämpfung ist die Antwort der EU auf die wachsenden Herausforderungen und Entwicklungen im Bereich der Krebsbekämpfung. Er enthält das Versprechen, dass die Politik im Kampf gegen Krebs nichts unversucht lassen wird. Der Plan, der auf zehn Leitinitiativen und mehreren flankierenden Maßnahmen aufbaut, ist Teil der Vorschläge der Kommission für eine starke Europäische Gesundheitsunion, die die EU sicherer machen und für eine bessere Vorsorge und Krisenfestigkeit sorgen soll.

Der europäische Plan zur Krebsbekämpfung unterstützt die Mitgliedstaaten, damit Krebs vorgebeugt und Krebspatientinnen und -patienten, Überlebenden, Angehörigen und Pflegekräften eine gute Lebensqualität gewährleistet werden kann. Der Plan baut auf einer Reihe von Schlüsselbereichen auf, in denen die EU den größten Mehrwert erbringen kann:

  • Prävention
  • Früherkennung
  • Diagnose oder Behandlung
  • Lebensqualität von Krebspatient*innen und -überlebenden

Der Plan zur Krebsbekämpfung hat einen direkten Bezug zu anderen Prioritäten der Kommission, insbesondere der Arzneimittelstrategie für Europa und der EU-Strategie Vom Hof auf den Tisch sowie dem geplanten Europäischen Raum für Gesundheitsdaten (geplant für 2025). Die Krebsbekämpfung ist einer der vorgeschlagenen europäischen Forschungs- und Innovationsaufträge und Teil des Rahmenprogramms Horizont Europa, das 2021 anläuft.

Im Rahmen des Programms EU4Health (2021-2027) erhalten die Mitgliedstaaten finanzielle und technische Unterstützung als Beitrag zur Stärkung der Gesundheitssysteme.

Krebs fällt unter die in Artikel 168 AEUV genannten „weit verbreiteten schweren Krankheiten“, weshalb die Unterstützung, Koordinierung und Ergänzung der Maßnahmen der Mitgliedstaaten zum Schutz und zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit auch zu den Aufgaben der EU gehören.

Bereits seit 1985 engagiert sich die Europäische Kommission gemeinsam mit den EU-Mitgliedstaaten und der Zivilgesellschaft in der Krebsbekämpfung. Dabei arbeitet sie eng mit der Weltgesundheitsorganisation, der Gemeinsamen Forschungsstelle und dem Internationalen Krebsforschungszentrum zusammen.

Krebs: gemeinsame Lösungen

Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Krebs die zweithäufigste Todesursache in den EU-Ländern. Jedes Jahr wird bei 2,6 Millionen Menschen Krebs diagnostiziert, weitere 1,2 Millionen Menschen sterben infolge der Erkrankung.

Allein die Tatsache, dass in Europa ein Viertel aller Krebsfälle auftreten, jedoch weniger als 10 % der Weltbevölkerung leben, zeigt, dass Krebs eine enorme Bedrohung für unsere Gesellschaft darstellt. Der wirtschaftliche Schaden, der Krebs in Europa anrichtet, beläuft sich auf insgesamt 100 Mrd. EUR jährlich.

Dabei wären 40 % aller Krebserkrankungen nachweislich vermeidbar, wenn wir das umsetzen würden, was wir bereits wissen. Derzeit werden jedoch nur 3 % der Gesundheitsetats für Gesundheitsförderung und die Prävention von Krankheiten ausgegeben. Der Handlungsspielraum ist demnach enorm.

Maßnahmen zur Krebsprävention und zur Förderung von gesunden Lebensweisen dienen auch dem Kampf gegen Fettleibigkeit und anderen nicht übertragbaren Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes, da die Risikofaktoren ähnlich sind.

Laut den Berichten über den Gesundheitszustand in der EU ist Krebs eine der Hauptursachen für vorzeitige Todesfälle in der EU. Die Krankheit wirkt sich nicht nur auf die Gesundheit des Einzelnen, sondern auch in erheblichem Maße auf Wirtschaft und Gesellschaft aus.

Sie setzt die nationalen Gesundheits- und Sozialschutzsysteme sowie die staatlichen Haushalte unter Druck und wirkt sich negativ auf Produktivität und Wirtschaftswachstum aus. Deshalb brauchen wir widerstandsfähigere Gesundheitssysteme. Vor allem gilt es, die Mitgliedstaaten zu unterstützen, etwa im Hinblick auf eine faktengestützte Politikgestaltung, damit alle EU-Bürgerinnen und -Bürger gleichberechtigten Zugang zu einer guten Krebsvorsorge, -diagnose, -behandlung und -nachsorge erhalten.

Inzwischen konnte ein gemeinsamer Ansatz zur Krebsbekämpfung in der EU erarbeitet werden. Nachstehend finden Sie Links zu Dokumenten, die den EU-Maßnahmen zugrunde liegen, sowie flankierende EU-Maßnahmen, die den EU-Ländern und interessierten Kreisen im Kampf gegen Krebs zum Durchbruch verhelfen sollen.

Politischer Rahmen

Initiativen zur Krebsvorsorge und -bekämpfung

Die Gemeinsame Forschungsstelle der Kommission hat im Bereich Krebsvorsorge und -bekämpfung unter anderem folgende Maßnahmen koordiniert:

Über das Programm „Gesundheit“ leistet die EU einen finanziellen Beitrag zu den Europäischen Referenznetzwerken für Krebs sowie zu gemeinsamen Maßnahmen:

Weiterführende Informationen