Gesundheitsindikatoren

Andere Indikatoren

Bei der Ausarbeitung politischer Strategien im Gesundheitsbereich benötigen politische Entscheidungsträger Daten zu zahlreichen gesundheitsrelevanten Faktoren, z. B. aus dem sozialen, wirtschaftlichen und verwaltungstechnischen Bereich.

Die EU erstellt Indikatoren zu vielen dieser Themen, die nachfolgend erläutert werden.

Indikatoren für nachhaltige Entwicklung

2016 hat die Europäische Kommission ihre Mitteilung Auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft [COM(2016) 739] vorgelegt. Darin beschreibt sie die politischen Maßnahmen, die zu den 17 Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDG) beitragen, insbesondere Ziel Nr. 3, die Gewährleistung einer gesunden Lebensführung und Förderung des Wohlbefindens aller Menschen aller Altersstufen.

2017 hat die Europäische Kommission die EU-SDG-Indikatorenreihe entwickelt. Für die Zwecke des ersten SDG-Monitoringberichts wurden die folgenden sechs Indikatoren für Ziel Nr. 3 „Gesundheit und Wohlbefinden“ ausgewählt:

Daneben wurden Indikatoren für andere Nachhaltigkeitsziele ebenfalls dem Ziel Nr. 3 als „Mehrzweck-Indikator“ zugeordnet, z. B.:

Einige dieser Indikatoren stehen auch auf der Liste der wichtigsten europäischen Gesundheitsindikatoren (ECHI).

Bewertung der Fortschritte

Die Europäische Kommission bewertet die Fortschritte bei der Verwirklichung der vereinbarten Nachhaltigkeitsziele in einem jährlichen Monitoring-Bericht. Der erste Monitoring-Bericht von 2017 über die Fortschritte bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele in einem EU-Kontext ist zusammen mit mehreren zusätzlichen Instrumenten zur  Bewertung der Lage in der EU verfügbar.

Europäische Säule sozialer Rechte

Die europäische Säule sozialer Rechte soll zu einem sozialeren und faireren Europa beitragen. Sie ist eine der wichtigsten Prioritäten der Europäischen Kommission. Bei den Aspekten öffentliche Unterstützung sowie Sozialschutz und Inklusion greifen u. a. Indikatoren für die Gesundheitsversorgung:

  • Nach eigenen Angaben nicht gedeckter Bedarf an ärztlicher Versorgung
  • Selbstzahlungen bei der Gesundheitsversorgung
  • Gesunde Lebensjahre mit 65

Siehe auch: EU-Sozialindikatoren und Gemeinsamer Bewertungsrahmen zur Gesundheit

EU-Indikatoren zur Jugendgesundheit

Die EU-Jugendstrategie legt einen Rahmen für die Zusammenarbeit im Zeitraum 2010-2018 fest. Ihr Ziel ist es, mehr Chancengleichheit für junge Menschen zu schaffen und deren aktive Teilhabe an der Gesellschaft zu fördern. Dies wiederum wird gewährleisten, dass Jugendthemen bei der Konzeption, Durchführung und Bewertung von Strategien und Maßnahmen mit erheblicher Bedeutung für junge Menschen berücksichtigt werden, wie Bildung, Beschäftigung oder Gesundheit und Wohlbefinden.

Indikatoren für die Qualität der Gesundheitsversorgung und von Patienten gemeldete Maßnahmen

Das von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit Unterstützung der Europäischen Kommission durchgeführte Projekt Indikatoren für die Qualität der Gesundheitsversorgung (Health Care Quality Indicators – HCQI) zielt darauf ab, die Qualität der Gesundheitsdienstleistungen in verschiedenen Ländern zu messen und zu vergleichen. Die wichtigsten Bereiche sind:

In der Regel wird der Erfolg der Gesundheitsversorgung auf der Grundlage der Überlebens- oder Heilungsraten nach der Behandlung beurteilt. Dadurch werden tendenziell erhebliche Unterschiede verschleiert, die nur bei Berücksichtigung der von den Patienten selbst gemeldeten Ergebnisse und Erfahrungen zutage treten.

Die von der Kommission unterstützte Patientenbericht-Indikatorerhebung der OECD (Patient-Reported Indicators Survey – PaRIS) wird kritische Informationslücken schließen und einen patientenzentrierten Blick auf die Leistung des Gesundheitssystems bieten.

Die Arbeiten zur Beschleunigung der Annahme und Darstellung patientengemeldeter Indikatoren in einzelnen Krankheitsbereichen (Brustkrebs, Hüft- und Knieprothesen sowie psychische Gesundheit) und eine neue internationale Patientenbefragung werden derzeit entwickelt (mit Schwerpunkt auf komplexen chronischen Erkrankungen, die in der Primärversorgung behandelt werden).