Gesundheitsindikatoren

Europäische Gesundheitsindikatoren (ECHI)

Die europäischen Gesundheitsindikatoren (ECHI), früher bekannt als Gesundheitsindikatoren der Europäischen Gemeinschaft, sind das Ergebnis einer langfristigen Zusammenarbeit zwischen den EU-Ländern und der Europäischen Kommission. Durch drei im Rahmen der EU-Gesundheitsprogramme finanzierte ECHI-Projekte (1998-2001, 2001-2004, 2005-2008) wurden die ersten Listen von ECHI-Indikatoren erstellt, die als Grundlage für ein vergleichbares Gesundheitsinformations- und Wissenssystem zur Überwachung der Gesundheit auf EU-Ebene dienen sollten.

Die Gemeinsame Aktion zur Überwachung der Gesundheitsindikatoren der Europäischen Gemeinschaft (ECHIM) führte zu einer Auswahlliste von 88 Gesundheitsindikatoren, die nach Politikbereichen klassifiziert sind und 2017 im Rahmen des Gesundheitsprojekts BRIDGE (Brückenschlag von Information zur Datengeneration für faktengestützte gesundheitspolitische Forschung) überarbeitet wurden. Für mehr als 60 dieser Indikatoren bestehen Definitionen und Datenerhebungsmechanismen, und soweit zweckmäßig werden Daten nach Geschlecht, Alter, sozioökonomischem Status und Region aufgeschlüsselt. Gesundheitsindikatoren werden in folgenden Kategorien klassifiziert:

Kategorie

Beispiele

Demografische und sozioökonomische Situation

Bevölkerung, Geburtenziffer, Gesamterwerbslosigkeit

Gesundheitszustand

Säuglingssterblichkeit, HIV/Aids, Straßenverkehrsunfälle

Gesundheitsfaktoren

Gewohnheitsraucher, Verzehr/Verfügbarkeit von Obst

Medizinische Maßnahmen: Gesundheitsdienstleistungen

Impfrate bei Kindern, Krankenhausbetten, Gesundheitsausgaben

Medizinische Maßnahmen: Gesundheitsförderung

Strategien für gesunde Ernährung

 

Die Indikatoren verbinden politische Fragen mit Datensätzen. Sie reflektieren ein politisches Interesse und bieten eine Auswahl berechenbarer Elemente. Deshalb legt die Europäische Kommission auch andere europäische Gesundheitsindikatoren vor, die nicht Teil des ECHI-Systems sind, aber den Interessenträgern im Gesundheitsbereich dennoch nützlich sind.

Datenbank ECHI

Die Datenbank ECHI liefert Daten sowohl zu den ECHI-Indikatoren als auch zu anderen europäischen Gesundheitsindikatoren, die in unterschiedlichen Formaten – von Zeilen- oder Balkendiagrammen bis hin zu Karten oder Tabellen – verfügbar sind. Sie können auch in ein Bildformat konvertiert oder als Datensatz heruntergeladen werden. Die Datenbank ermöglicht eine Mehrfachauswahl von Indikatoren.

Literaturhinweise

Bewertung von Nutzung und Wirkung der Gesundheitsindikatoren der Europäischen Gemeinschaft (ECHI) nach Mitgliedstaat (August 2013)