Newsletter 225 – Gesundheitszustand in der EU

Newsletter von Gesundheit-EU 225 – Fokus

Der Zyklus „Gesundheitszustand in der EU“ hilft den Mitgliedstaaten bei der Politikgestaltung.

Die neue Generaldirektorin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Anne Bucher, diskutiert über den „Gesundheitszustand in der EU“, einen zweijährigen Zyklus tief greifender Analysen, der den Mitgliedstaaten und der Kommission wertvolles Wissen über das Gesundheitswesen liefert. Mit der Veröffentlichung des Berichts „Health at a Glance: Europe“ am 22. November 2018 wurde der zweite Zyklus eingeleitet.

Welchen Zweck hat der Zyklus „Gesundheitszustand in der EU“?

Der „Gesundheitszustand in der EU“ liefert die faktengestützten Informationen, die Entscheidungsträger in den Gesundheitsministerien für solide und vernünftige Politik benötigen. Diese Entscheidungsträger wollen europaweit die medizinische Versorgung fairer, erschwinglicher und schneller erreichbar und damit wirkungsvoller machen. Präsident Jean-Claude Juncker hat Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis gebeten, sowohl länderspezifisches als auch länderübergreifendes Wissen über die Gesundheitssysteme aufzubauen, um nationale und regionale Behörden in ihrer Arbeit zu unterstützen und die Möglichkeit künftiger EU-weiter Zusammenarbeit zu prüfen. Mit dem Zyklus „Gesundheitszustand in der EU“ wird dies erreicht.

Hat der erste vollständige Zweijahreszyklus die Erwartungen erfüllt?

Wir sind sehr zufrieden mit der hohen Anzahl von Analyseberichten nach dem ersten vollständigen Zyklus von 2016 bis 2018. Die Informationen des Berichts „Health at a Glance“, die Länderprofile und der Begleitbericht blieben keineswegs in der Schublade liegen – sie werden zum Nutzen der Mitgliedstaaten eingesetzt. Auch die erste Serie freiwilliger Austausche über politische Maßnahmen zeigte Erfolg. Zypern, Finnland, Polen, Österreich, Schweden, die Niederlande und Italien nahmen die Gelegenheit wahr, die Lage in ihren Ländern sowie Herausforderungen und Lösungen mit Sachverständigen der Kommission, der OECD und dem Europäischen Observatorium für Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik zu diskutieren.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse des diesjährigen Berichts „Health at a Glance“?

Ein wichtiges Thema sind ineffiziente Ausgaben in den Gesundheitssystemen, die in manchen Ländern bis zu 20 % betragen. Dies zeigt, wie wichtig der Bericht „Gesundheitszustand in der EU“ bei der Wissensvermittlung ist. Solche Ineffizienzen bestehen beispielsweise darin, dass Ressourcen für unnötige Tests oder Behandlungen oder für Therapien aufgewandt werden, die ohne Beeinträchtigung der Zugänglichkeit oder Qualität wirtschaftlicher durchgeführt werden können. In der europäischen Gesundheitsversorgung könnten allein durch eine intelligente Umschichtung solch ineffizient genutzter Mittel viele dringende Probleme gelöst werden, zum Beispiel bei der medizinischen Grundversorgung oder vorbeugenden Maßnahmen.

Im aktuellen Bericht wird auch ein besonderer Schwerpunkt auf die psychische Gesundheit gelegt, da jede(r) sechste EU-Bürger/in mit psychischen Problemen konfrontiert ist. Bei der Gesamtbetrachtung der öffentlichen Gesundheit werden psychische Probleme zu oft übersehen, obwohl sie einen so hohen Anteil der Bevölkerung betreffen. Erkrankungen der Psyche belasten nicht nur Einzelpersonen und ihre Familien und Gemeinschaften, sondern verursachen auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Kosten in Höhe von 4 % des BIP (über 600 Milliarden Euro).

Was kommt als Nächstes im Zyklus „Gesundheitszustand in der EU“?

Unsere Partner, die OECD und das Europäische Observatorium für Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik, werden aufbauend auf der horizontalen Analyse des Berichts „Health at a Glance“ die Länderprofile 2019 für alle EU-Mitgliedstaaten sowie Island und Norwegen vorbereiten. In diesen Profilen wird die datengestützte Bewertung des Berichts durch eingehende kontextuelle Analysen der spezifischen Situation in jedem Land ergänzt. Auf Grundlage der Ergebnisse der Profile wird die Kommission in einem Begleitbericht die bereichsübergreifenden politischen Hebel sowie den besonderen Mehrwert von Maßnahmen auf EU-Ebene darlegen.