Gesundheit und Strukturfonds

EU-Gesundheitsprogramm

Die EU ist dazu verpflichtet, den Schutz der Gesundheit ihrer Bürgerinnen und Bürger in allen Politikbereichen zu berücksichtigen und zusammen mit den EU-Ländern die öffentliche Gesundheit zu verbessern, Krankheiten vorzubeugen und Gefahrenquellen für die physische und psychische Gesundheit zu begrenzen.

Das EU-Gesundheitsprogramm legt die Strategie zur Gewährleistung guter Gesundheit und medizinischer Versorgung fest. Damit trägt es zur Strategie Europa 2020 bei, die eine intelligente, nachhaltige und inklusive EU-Wirtschaft zum Ziel hat, die Wachstum für alle erzeugt. Eine Grundvoraussetzung dafür ist eine gesunde Bevölkerung. Das Programm konzentriert sich auf wichtige Prioritäten der Kommission, zum Beispiel:

  • Arbeitsplätze, Wachstum und Investitionen (gesunde Bevölkerung und medizinische Versorgung als produktiver Faktor für Wachstum und Beschäftigung)
  • Binnenmarkt (für Arzneimittel, medizinisches Gerät, grenzübergreifende Gesundheitsversorgung und Bewertung von Gesundheitstechnologien)
  • Digitaler Binnenmarkt (einschließlich elektronische Gesundheitsdienste (eHealth))
  • Justiz und Grundrechte (Bekämpfung von Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung)
  • Migrationspolitik
  • Sicherheit (Bereitschaftsplanung und Umgang mit schwerwiegenden grenzüberschreitendes Gesundheitsgefahren)

Was ist das Programm „Gesundheit“?

Das EU-Gesundheitsprogramm ist ein Finanzierungsinstrument zur Unterstützung der Zusammenarbeit zwischen EU-Ländern und dient dem Aufbau und der Entwicklung gesundheitsbezogener EU-Maßnahmen. Die Rechtsgrundlage für das Programm wird mit dem Europäischen Parlament und dem Rat jeweils für mehrere Jahre festgelegt.

Drittes Programm „Gesundheit“ (2014–2020)

Die Rechtsgrundlage für das laufende EU-Gesundheitsprogramm ist die Verordnung (EU) Nr. 282/2014. Mit einem Haushalt von 449,4 Millionen Euro für 23 prioritäre Bereiche verfolgt das Programm vier spezifische Ziele:

  1. Gesundheitsförderung, Prävention von Krankheiten und Schaffung der Voraussetzungen für eine gesunde Lebensführung durch „Einbeziehung von Gesundheitsfragen in alle Politikbereiche“
  2. Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor schwerwiegenden grenzübergreifenden Gesundheitsgefahren
  3. Beitrag zu innovativen, effizienten und nachhaltigen Gesundheitssystemen
  4. Erleichterung des Zugangs zu besserer und sichererer Gesundheitsversorgung für die EU-Bürgerinnen und Bürger
     

Frühere EU-Gesundheitsprogramme

In den beiden früheren EU-Gesundheitsprogrammen, die von 2008 bis 2013 und von 2003 bis 2007 liefen, wurden Wissen und Erkenntnisse generiert, die als Grundlage für eine informierte Politikgestaltung und weitere Forschungsarbeiten dienten. Dazu gehörten bewährte Verfahren, Tools und Methodiken, die direkt den Fachkreisen im öffentlichen Gesundheitswesen sowie den Bürgerinnen und Bürgern zugute kamen, z. B. Verbesserung von Diagnosetests, Unterstützung der EU-Länder bei der Entwicklung nationaler Pläne zur Krebsbekämpfung, Verbesserung der Patientenbetreuung.

Wie funktioniert das Programm?

Seine Umsetzung erfolgt mithilfe jährlicher Arbeitspläne, in denen zusammen mit den Ländern prioritäre Bereiche und die Kriterien für die im Rahmen des Programms zu finanzierenden Maßnahmen festgelegt sind. Auf dieser Grundlage veröffentlicht die Exekutivagentur für Verbraucher, Gesundheit, Landwirtschaft und Lebensmittel (Chafea) Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für Projekte und Betriebskostenzuschüsse sowie Aufforderungen für gemeinsame Maßnahmen und Ausschreibungen. Internationalen Organisationen, die im Gesundheitsbereich tätig sind, werden direkte Finanzhilfen gewährt.

Die Vorschläge werden von der Chafea mit Unterstützung externer Sachverständiger bewertet. Diese werden über Aufforderungen zur Interessenbekundung ausgewählt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Chafea-Website.

Zielgruppe

Alle EU-Länder, Island, Norwegen, Serbien, Moldau sowie Bosnien und Herzegowina sind dem Programm angeschlossen. Das bedeutet, dass alle dort eingetragenen Organisationen und Unternehmen an den Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen teilnehmen können.

Organisationen aus anderen Ländern werden ebenfalls zur Teilnahme aufgefordert, sie können jedoch keinerlei finanzielle Unterstützung erhalten. Teilnehmen können unter anderem:

  • Behörden
  • öffentliche Stellen, vor allem Forschungs- und Gesundheitseinrichtungen
  • Universitäten und Hochschuleinrichtungen
  • NRO

Finanzierungsmechanismen

Es gibt zwei wichtige Finanzierungsmechanismen: Finanzhilfen und Ausschreibungen. Es gibt Finanzhilfen für Projekte, Betriebskostenzuschüsse, direkte Finanzhilfen für internationale Organisationen und Finanzhilfen für EU-Behörden und -Einrichtungen für kofinanzierte Maßnahmen (bezeichnet als „gemeinsame Maßnahmen“).

Die für die jeweiligen Maßnahmen vorgesehenen Arten der Finanzierung werden jedes Jahr im Arbeitsplan festgelegt. Sofern nicht anders angegeben (z. B. Ausschreibungen), gilt grundsätzlich die gemeinsame Finanzierung, das heißt, die Kommission trägt einen Teil der Gesamtkosten.

Antragsverfahren

Alle Informationen über die Teilnahme am Gesundheitsprogramm und die Antragsformulare sind auf der Chafea-Website zu finden.

Weitere Beratung und Hilfe erhalten Sie von Ihrer nationalen Kontaktstelle.