Newsletter 241 – Das EU-Gesundheitsprogramm

Newsletter von Gesundheit-EU 241 – Fokus

Von der Idee zur Wirklichkeit – wie das EU-Gesundheitsprogramm konkret zum Wohl der EU-Bevölkerung beiträgt

Im Vorfeld der hochrangigen Gesundheitskonferenz am 30. September in Brüssel sprach EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis mit uns über das dritte EU-Gesundheitsprogramm.

Was ist das EU-Gesundheitsprogramm?

Streng genommen ist das Gesundheitsprogramm nur ein Finanzierungsinstrument, das die Entwicklung und Umsetzung der Gesundheitspolitik unterstützt und Innovationen im Gesundheitsbereich fördert. Eigentlich ist es aber viel mehr als das – man könnte fast schon sagen: Lebensretter! Es hilft nationalen Behörden und Gesundheitsakteuren, ihre Bürgerinnen und Bürger durch Vorsorge, Förderung und Schutz fit zu machen, damit sie möglichst nicht zu Patienten werden. Es unterstützt die Europäischen Referenznetzwerke, damit Menschen mit seltenen Krankheiten die richtige Diagnose und nötige Betreuung erhalten, und es bietet uns allen durch Kontrollen an den Einlassstellen und die schnelle Identifizierung seltener Krankheitserreger Schutz.

Das Programm kommt auch den Mitgliedstaaten zugute. Durch die Kofinanzierung öffentlicher Gesundheitsmaßnahmen und neuartiger Initiativen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene können gute Ideen zu bewährten Verfahren reifen und in ganz Europa verbreitet werden.

Wie funktioniert das Programm?

Im Rahmen des dritten Gesundheitsprogramms (2014–2020) haben mehr als 7300 Einrichtungen insgesamt 440,4 Millionen Euro erhalten. Die Mittel gingen an Behörden, Hochschulen, NRO und internationale Organisationen. Über Finanzhilfen und Ausschreibungen wurden bereits 350 Maßnahmen gefördert, wobei die Kommission im Rahmen der Kofinanzierung meist den größten Teil der Gesamtkosten übernimmt. Das Programm wird von der Exekutivagentur für Verbraucher, Gesundheit, Landwirtschaft und Lebensmittel verwaltet und steht Einrichtungen in allen EU-Ländern sowie Bosnien und Herzegowina, Island, der Republik Moldau, Norwegen und Serbien offen.

Welche konkreten Ergebnisse wurden erzielt?

Es freut mich, dass Sie danach fragen, denn das dritte Gesundheitsprogramm hat einige Erfolge zu verzeichnen! Das ist auch einer der Gründe, warum wir diese Konferenz veranstalten – wir möchten diese Erfolgsprojekte zur Krankheitsvorsorge, zu Gesundheitssystemen, Gesundheitsrisiken und Gesundheitsinformationen bekannt machen! Spürbare Ergebnisse wurden in vielen Bereichen erzielt, sei es hinsichtlich der sicheren Funktionsweise medizinischer Geräte (wie Ultraschall, MRI, Katheter und Herzschrittmacher) über ihre gesamte Lebensdauer, bei der gemeinsamen Bekämpfung von durch Impfung vermeidbaren Krankheiten oder in Bezug auf die Eindämmung des Tabakkonsums, einer der häufigsten Ursachen für vermeidbare Todesfälle.
Aber so vielfältig die geförderten Maßnahmen sein mögen – sie verfolgen alle eines der vier Hauptziele des Programms: 1. Förderung der Gesundheit, Prävention von Krankheiten und Schaffung optimaler Rahmenbedingungen für eine gesunde Lebensführung; 2. Schutz vor schwerwiegenden grenzübergreifenden Gesundheitsbedrohungen; 3. Beitrag zu innovativen, effizienten und nachhaltigen Gesundheitssystemen; 4. Erleichterung des Zugangs zu besserer und sichererer Gesundheitsversorgung.

Wie geht es 2020 nach Abschluss des dritten Gesundheitsprogramms weiter?

Als EU-Gesundheitskommissar mache ich mich dafür stark, dass die Gesundheit auch im künftigen EU-Haushalt 2021–2027 einen wichtigen Platz einnimmt. Wir müssen auch weiterhin in Menschen investieren und Chancengleichheit, Sozialschutz und Inklusion fördern. Damit tragen wir in vielerlei Hinsicht zur öffentlichen Gesundheit bei: von der Krebsbekämpfung bis hin zur Verbesserung der Krisenvorsorge. Gesundheit ist die Basis für alles andere, auch für Wirtschaft und Sicherheit. Was die Zukunft auch bringen mag – wenn wir gesund sind, können wir ihr vertrauensvoll entgegenblicken.