Newsletter 240 – Impfungen

Newsletter von Gesundheit-EU 240 – Fokus

Zehn Maßnahmen für eine Impfung für alle

Die Europäische Kommission und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veranstalteten am 12. September einen Globalen Impfgipfel, um die Ausbreitung von durch Impfung vermeidbaren Krankheiten umzukehren und die Verbreitung von Fehlinformationen über Impfungen zu stoppen. Die Diskussionen werden anschließend in den Aktionen und Berichten zusammengefasst.

Alle Menschen sollten Zugang zu Impfschutz haben. Obwohl sichere und wirksame Impfstoffe zur Verfügung stehen, wirken sich Hindernisse beim Zugang, Versorgungsengpässe, Fehlinformationen, Gleichgültigkeit hinsichtlich Gesundheitsrisiken, schwindendes öffentliches Vertrauen in die Bedeutung von Impfungen sowie Desinvestitionen negativ auf die weltweiten Durchimpfungsraten aus. Impfungen gehören unbestreitbar zu den wirkungsvollsten Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitswesens. Wir müssen die hart erkämpften Erfolge flächendeckender Impfkampagnen verteidigen, doch auch mehr für wirkungsvolle und gerechte Gesundheitssysteme tun. Wir müssen die durch eine vermeidbare Krankheit verursachten Schäden und Leiden begrenzen. Dazu gehören auch Investitionen in Forschung und Entwicklung, mit denen fehlende Antworten auf medizinische Fragen gefunden, neue Impfstoffe entwickelt und existierende Stoffe verbessert werden können.

Diskussionsergebnisse und notwendige Maßnahmen, um Impfungen für alle zu verwirklichen und durch Impfung vermeidbare Krankheiten auszurotten:

  1. Förderung des weltweiten politischen Engagements für die Impfung und Aufbau wirksamer Kooperationen und Partnerschaften auf internationaler, nationaler, regionaler und lokaler Ebene mit Gesundheitsbehörden, Angehörigen der Gesundheitsberufe, der Zivilgesellschaft, Gemeinschaften, Forschung und Industrie zum Schutz aller Menschen an allen Orten durch hohe Durchimpfungsraten.
     
  2. Gewährleistung nationaler Impfstrategien und ihrer Durchführung in allen Ländern und Unterstützung ihrer finanziellen Tragfähigkeit mit Blick auf die universelle Gesundheitsversorgung, bei der niemand zurückgelassen werden darf.
     
  3. Aufbau starker Systeme zur Überwachung von Krankheiten, die durch Impfung vermieden werden können, vor allem derjenigen, für die bereits weltweit die Ausrottung das Ziel ist.
     
  4. Beseitigung der Ursachen für die Impfskepsis und Verbesserung des Vertrauens in Impfungen, doch auch Gestaltung und Umsetzung faktengestützter Maßnahmen.
     
  5. Einsatz der digitalen Technologien für eine bessere Überwachung der Durchsetzung von Impfprogrammen.
     
  6. Unterstützung der Forschung bei der laufenden Erhebung von Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit von Impfstoffen und zur Durchsetzung von Impfprogrammen.
     
  7. Kontinuierliche Bemühungen und Investitionen, darunter neue Finanzierungsmodelle und Anreize in Forschung, Entwicklung und Innovation für neue oder verbesserte Impf- und Versorgungsdienste.
     
  8. Minderung der Risiken von Impfstoffengpässen durch verbesserte Systeme zur Überwachung der Verfügbarkeit, Prognostizierung, Lieferung und Bevorratung sowie Zusammenarbeit mit Herstellern und allen Beteiligten der Produktionskette zur bestmöglichen Nutzung bestehender oder künftiger Kapazitäten.
     
  9. Befähigung der Angehörigen der Gesundheitsberufe auf allen Ebenen und der Medienvertreter, der Öffentlichkeit transparente und objektive Informationen zu vermitteln, um falschen oder verwirrenden Informationen entgegenzuwirken, auch über soziale Medien und Technologieunternehmen.
     
  10. Einbeziehung des Themas Impfung in die weltweiten Pläne für Gesundheitswesen und Entwicklungshilfe über eine neue Impfagenda 2030.