Elektronische Gesundheitsdienste (eHealth)

Elektronische grenzüberschreitende Gesundheitsdienste

Die eHealth-Diensteinfrastruktur (eHDSI) gewährleistet die medizinische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger Europas auch dann, wenn sie außerhalb ihres Landes in der EU unterwegs sind. Er ermöglicht es, personenbezogene Gesundheitsdaten sicher, effizient und interoperabel zwischen EU-Ländern auszutauschen. Die Bürgerinnen und Bürger können diese Dienste an der Kennzeichnung „MyHealth@EU“ erkennen.

Derzeit werden die zwei nachstehenden elektronischen grenzüberschreitenden Gesundheitsdienste nach und nach in allen EU-Ländern eingeführt:

  • Elektronische Verschreibungen (und elektronische Verabreichungen) ermöglichen es allen EU-Bürgerinnen und -Bürgern, ihre Arzneimittel in einer Apotheke eines anderen EU-Mitgliedstaates zu erhalten, da die Verschreibungen elektronisch aus ihrem Wohnsitzland in ihr Reiseland übertragen werden.
  • Patientenkurzakten liefern Hintergrundinformationen über wichtige Gesundheitsaspekte wie Allergien, derzeitige Medikation, Vorerkrankungen, Operationen usw. Sie sind Teil einer umfassenderen Zusammenfassung von Gesundheitsdaten, genannt elektronische Patientenakten. Die digitale Patientenkurzakte soll Ärzten und Ärztinnen in ihrer eigenen Sprache wichtige Informationen über den Patienten bereitstellen, wenn dieser aus einem anderen EU-Land kommt, dessen Sprache sie nicht sprechen.
    Langfristig werden auch medizinische Bilddaten, Laborergebnisse und Krankenhausentlassungsberichte in der gesamten EU verfügbar sein, wobei die vollständige Patientenakte zu einem späteren Zeitpunkt folgen wird. Der Austausch von elektronischen Verschreibungen und Patientenkurzakten steht allen EU-Ländern offen.

Bis 2025 werden beide Dienste schrittweise in 25 EU-Ländern eingeführt: Belgien, Bulgarien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Kroatien, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern.

Welche Dienste sind in welchen Ländern verfügbar?

Ärzte/Ärztinnen aus folgenden Ländern: können Gesundheitsdaten von Bürgerinnen und Bürgern aus folgenden Ländern abrufen:
Kroatien Tschechische Republik (Sept. 2019), Malta (Feb. 2020) und Portugal (Feb. 2020)
Luxemburg Tschechische Republik (Jun. 2019), Malta (Dez. 2019)
Malta Portugal (Feb. 2020), Kroatien (17. Dez. 2020)
Portugal (Websites SNS und SPMS) Malta (Jan. 2020), Kroatien (17. Dez. 2020)
Tschechische Republik Kroatien (21. Dez. 2020)

Gesundheitsdaten von Bürgerinnen und Bürgern aus folgenden Ländern: können von Ärztinnen/Ärzten aus folgenden Ländern über die Patientenkurzakten abgerufen werden:
Tschechische Republik Luxemburg (Jun. 2019), Kroatien (Sept. 2019)
Malta Luxemburg (Dez. 2019), Portugal (Jan. 2020), Kroatien (Feb. 2020)
Portugal Malta (21. Feb. 2020), Kroatien (Feb. 2020) und Luxemburg (März 2020)
Kroatien Malta (17. Dez. 2020), Portugal (17. Dez. 2020), Tschechische Republik (21. Dez. 2020)

Elektronische Verschreibungen von Bürgerinnen und Bürgern aus folgenden Ländern: können in Apotheken in folgenden Ländern abgeholt werden:
Kroatien Finnland (August 2020), Portugal (August 2020)
Estland Finnland (Juni 2020), Kroatien (August 2020)
Finnland Estland (Januar 2019), Kroatien (September 2019), Portugal (August 2020)
Portugal (Websites SNS und SPMS) Estland (Juni 2020), Finnland (August 2020), Kroatien (August 2020)

Apotheken aus folgenden Ländern: können elektronische Verschreibungen von Bürgerinnen und Bürgern aus folgenden Ländern annehmen:
Kroatien Finnland (September 2019), Estland (August 2020), Portugal (August 2020)
Estland Finnland (Januar 2019), Kroatien (März 2020), Portugal (Juni 2020)
Finnland Estland (Juni 2020), Portugal (August 2020), Kroatien (August 2020)
Portugal Finnland (August 2020), Kroatien (August 2020)

Verwaltung und Finanzierung

Die eHealth-Diensteinfrastruktur (eHDSI) erleichtert die grenzüberschreitende Weitergabe von Gesundheitsdaten wie Patientenkurzakten und elektronischen Verschreibungen. Über die „Kerndienste“ bietet die Europäische Kommission EU-Ländern eine gemeinsame IKT-Infrastruktur und bereichsübergreifende Dienstleistungen (Terminologie, Interoperabilität usw.) an. Anschließend können sie „Basisdienste“ einrichten, die nationale eHealth-Systeme durch nationale eHealth-Kontaktstellen (NCPeH) verbinden. Dabei werden sie im Rahmen des Telekommunikationsprogramms der Fazilität „Connecting Europe“ (2015-2020) finanziell unterstützt.

Die eHealth-DSI-Expertengruppe der Mitgliedstaaten (eHMSEG) besteht aus von den beteiligten Ländern ernannten Führungskräften, welche die eHealth-Kontaktstellen errichten. Die Gruppenmitglieder beteiligen sich an Einführung und Betrieb der grenzüberschreitenden Infrastruktur für die elektronischen Gesundheitsdienste. Sie sind für die Einrichtung der nationalen eHealth-Kontaktstellen verantwortlich.

Der eHealth Operational Management Board (eHOMB) besteht aus Vertretern interner Dienste der Europäischen Kommission und der eHMSEG-Vorsitzenden. Er überwacht die Erbringung von Dienstleistungen und trifft taktische und operative Entscheidungen zur eHDSI.

Kommunikationsmaterial

Weitere Informationen: