Übertragbare Krankheiten

Sexuell übertragbare Infektionen (STI)

Die Verfügbarkeit von Daten über sexuell übertragbare Infektionen in der EU ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. Hinsichtlich der abgedeckten Bereiche, des Umfangs und der Repräsentativität weichen die Überwachungssysteme stark voneinander ab. Ein Vergleich zwischen den Ländern auf der Grundlage der gemeldeten Zahlen und Prozentsätze kann also irreführend sein. Eine wirksame politische Antwort sollte auch ein Schließen dieser Wissenslücke beinhalten.

Politische Maßnahmen auf EU-Ebene

Die Politik der Europäischen Kommission hat Folgendes zum Ziel:

  • Einfachere Vergleichbarkeit von Daten durch ein verbessertes Meldeverfahren
  • Sensibilisierung für die Risiken sexuell übertragbarer Infektionen
  • Unterstützung der Prävention sexuell übertragbarer Infektionen
  • Leitlinien für die Bekämpfung sexuell übertragbarer Infektionen mit Schwerpunkt auf Chlamydien

Forum zur sexuellen Gesundheit

In diesem Zusammenhang finden im Rahmen des Forums zur sexuellen Gesundheit Treffen zwischen der Europäischen Kommission, Vertreterinnen und Vertretern der EU-Länder und der Jugend sowie aus der Wissenschaft statt.

Alle Interessenträger sind aufgefordert, sich an der laufenden Debatte über die Verbesserung der Datenerfassung zu sexuell übertragbaren Krankheiten wie Chlamydien, Gonorrhoe, Hepatitis B, Hepatitis C, HPV und Syphilis zu beteiligen und empfehlenswerte Verfahren für Beobachtung, Überwachung und Prävention dieser Krankheiten auszutauschen.

Politische Maßnahmen zur Bekämpfung von HIV und Aids

Mit 30 000 bis 33 000 Neuinfektionen pro Jahr bleibt das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) in der EU und den EWR-Ländern nach wie vor ein großes Problem im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Die Infektion kann wirksam behandelt, aber nicht geheilt werden. Ein Impfstoff gegen das Virus existiert nicht.

Die EU-Politik konzentriert sich auf die Prävention und die Unterstützung der Menschen, die mit HIV/Aids leben, indem sie die Zusammenarbeit zwischen nationalen Behörden, der Zivilgesellschaft und Interessengruppen in ganz Europa stärkt. In ihrer Mitteilung über die Bekämpfung von HIV/Aids in der EU und in den Nachbarländern hat die Kommission politische Strategien zur Reduzierung der Neuinfektionen und zur Verbesserung der Lebensqualität der betroffenen Menschen festgelegt.

In der ersten Jahreshälfte 2018 wird die Europäische Kommission eine Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen zu den Themen HIV/Aids, virale Hepatitis, sexuell übertragbare Krankheiten und Tuberkulose in der Europäischen Union und ihren Nachbarländern erstellen.

Projekte zu HIV/Aids

Projekte zu HIV und Aids werden über das EU-Gesundheitsprogramm finanziert. Auf der Website der Exekutivagentur für Verbraucher, Gesundheit, Landwirtschaft und Lebensmittel (Chafea) finden Sie eine ausführliche Liste der seit 2003 geförderten Projekte zu HIV/Aids.

Überwachung

Der Bericht zur HIV-/Aids-Überwachung in Europa 2017 ist das Ergebnis der Monitoringmaßnahmen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und des WHO-Regionalbüros für Europa. Das ECDC und die Kommission arbeiten darüber hinaus bei konkreten Projekten zusammen, um beispielsweise die Umsetzung der Erklärung von Dublin zur Bekämpfung von HIV/Aids in der EU und Zentralasien zu überwachen. Aus dem Bericht geht hervor, dass 51 % der gemeldeten HIV-Diagnosen (63 % der Menschen waren 50 Jahre oder älter) in einer späten Phase der Krankheit gestellt wurden.

Zusammenarbeit

Die Kommission hat zwei Gremien eingerichtet, die zur Unterstützung der Umsetzung der politischen Maßnahmen und der Zusammenarbeit zwischen den Ländern, der Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen zwei Mal im Jahr zusammenkommen.

Der Think Tank zu HIV/Aids, viraler Hepatitis und Tuberkulose (TT) ist ein Forum aus Vertreterinnen und Vertretern der EU und der EWR-Länder und dient dem Informationsaustausch und der Stärkung der Zusammenarbeit. Relevante internationale und regionale Organisationen sowie europaweit agierende NRO sind zur Beteiligung eingeladen. Der Think Tank spielte eine wichtige Rolle bei der Festlegung von Schwerpunkten in der Strategie gegen HIV/Aids, virale Hepatitis und Tuberkulose.

Das Forum der Zivilgesellschaft zu HIV/Aids, viraler Hepatitis und Tuberkulose wurde 2017 von der Europäischen Kommission als informelles Beratungsorgan eingerichtet, um NRO und sonstige Netze an der Entwicklung und Umsetzung europäischer Strategien zu beteiligen.

Es berät außerdem den Think Tank. Die Sitzungen werden gemeinsam von der Kommission und der Koordinierungsgruppe des Forums der Zivilgesellschaft organisiert. Mitglieder werden auf der Grundlage einer Aufforderung zur Interessenbekundung ausgewählt.

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