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Neuer europäischer Satellit Sentinel-3B beobachtet Weltmeere und Landflächen

Besser auf Waldbrände reagieren und den Zustand der Meere analysieren: dabei wird  der siebte Satellit des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus helfen, der gestern Abend (Mittwoch) erfolgreich ins All gestartet ist. Die Mission von Sentinel-3B zielt besonders auf die Beobachtung der Ozeane, aber auch von Landflächen und der Erdatmosphäre. Damit macht die EU einen weiteren wichtigen Schritt im Rahmen ihrer Weltraumstrategie für Europa. Copernicus-Daten werden kostenlos und ohne Zugangsbeschränkung zur Verfügung gestellt.

 

26/04/2018

Der Satellit Sentinel-3B wird Messungen zur Überwachung der aquatischen biologischen Produktivität und der Meeresverschmutzung, zur Kartierung des Meeresspiegels und zur Vorhersage des Meereszustands für eine effiziente und sichere Schiffsführung liefern. Die Mission liefert auch einzigartige und zeitnahe Informationen zur Beobachtung von Waldbränden und über sich ändernde Bodenbedeckung, Vegetation und städtische Wärmeinseln.

Die Raumfahrtprogramme der EU haben bereits Dienste ermöglicht, die für den Alltag von uns allen unverzichtbar sind: Wir benötigen Weltraumdaten beim Mobiltelefonieren, beim Autofahren mit Navigationssystem, im Flugverkehr oder beim Satellitenfernsehen. Sie sind außerdem von zentraler Bedeutung für den Schutz wichtiger Infrastruktur wie Kraftwerke und intelligente Netze, ja selbst für Banktransaktionen. Sie unterstützen uns beim Grenzmanagement und bei der Rettung von Menschenleben auf dem Meer. Mit diesen Daten können wir auch besser auf Erdbeben, Waldbrände und Überschwemmungen reagieren. Landwirte können dank solcher Daten vorausplanen. Weltraumdaten helfen dabei, die Umwelt zu schützen und den Klimawandel zu beobachten.

Die EU investiert im Zeitraum 2014-2020 mehr als 12 Mrd. Euro in die Entwicklung hochwertiger Weltraumprojekte. Copernicus, weltweit ein führender Anbieter von Erdbeobachtungsdaten, trägt bereits zur Rettung von Menschenleben auf dem Meer bei, verbessert unsere Reaktion auf Naturkatastrophen wie Erdbeben, Waldbrände oder Überschwemmungen und hilft Landwirten, ihre Felder besser zu bewirtschaften. Galileo, Europas eigenes globales Satellitennavigationssystem, wird bald genauere und zuverlässigere Standort- und Zeitbestimmungsdaten für autonome und vernetzte Fahrzeuge, den Schienenverkehr, den Luftverkehr und andere Bereiche liefern. Die Europäische Erweiterung des geostationären Navigationssystems (EGNOS) bietet Nutzern an Land, zu Wasser und in der Luft in einem Großteil Europas sicherheitskritische Navigationsdienste.

Europa insgesamt (die Mitgliedstaaten, die Europäische Weltraumorganisation, Eumetsat und die EU) nimmt weltweit eine führende Rolle in der Raumfahrt ein. Europa verfügt über eine leistungs- und wettbewerbsfähige Industrie, z. B. für Satelliten, Trägerraketen und damit zusammenhängende Dienste und Einsätze. Die europäische Raumfahrtindustrie beschäftigt über 230.000 Fachkräfte und schafft einen Mehrwert, der auf 46‑54 Mrd. Euro geschätzt wird. Europa stellt weltweit ein Drittel aller Satelliten her und hat in der Raumfahrt mit bahnbrechenden Technologien und Erkundungsmissionen viele Erfolge erzielt. Mit der Weltraumstrategie für Europa von Oktober 2016 reagierte die Kommission auf den zunehmenden globalen Wettbewerb, die wachsende Rolle des privaten Sektors und weitreichende technologische Veränderungen.

Weitere Informationen:


Vollständige Pressemitteilung zum Start des Copernicus-Satelliten (auf Englisch)

Website von Copernicus

Copernicus: Europas Blick auf die Erde

Pressemitteilung zur neuen europäischen Raumfahrtpolitik

 

Pressekontakt: Katrin Abele, Tel.: +49 (30) 2280-2140

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.