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Ostsee: EU investiert in erste Gas-Pipeline zwischen Finnland und Estland

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Die EU investiert 187 Mio. Euro in den „Balticconnector“, die erste Gas-Pipeline zwischen Finnland und Estland. An der Unterzeichnung des Vertrages haben heute (Freitag) EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der estnische Ministerpräsident Taavi Rõivas und der finnische Ministerpräsident Juha Sipilä teilgenommen. Die Verbindungsleitung wird die Isolation Finnlands bei der Energieversorgung beenden: Derzeit ist das Land von nur einem einzigen Gasanbieter abhängig. Bis 2020 soll der östliche Ostseeraum mit dem restlichen EU-Energiemarkt integriert werden.

21/10/2016

(21.10.2016) - Im Rahmen des Programms Connecting Europe investiert die Europäische Kommission bis 2020 insgesamt 5,35 Mrd. Euro in besonders wichtige Energieinfrastruktur. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte: Die heutige Vertragsunterzeichnung – Ergebnis enger Zusammenarbeit und Ausdruck echter europäischer Solidarität – bestätigt erneut, dass die Europäische Union uns wirklich eint. Wir verbinden nicht nur die Gasnetze zweier Länder miteinander, sondern wir bringen gleichzeitig die Menschen und Mitgliedstaaten in der Region einander näher. Mit dem Bau dieser Gasverbindungsleitung rückt Europa weiter zusammen. Durch Schließung bestehender Lücken in der Energieinfrastruktur im Zuge der Energieunion integrieren wir Märkte, verbessern wir die Versorgungssicherheit und setzen der Isolation von Mitgliedstaaten im Energiebereich ein Ende.“

Die Gasverbindungsleitung Balticconnector umfasst drei Abschnitte: 22 km auf dem finnischen Festland, 80 km durch die Ostsee und 50 km auf dem estnischen Festland. Sie wird eine Gesamtkapazität von 7,2 Mio. m3 Gas pro Tag haben und den Gastransport in beide Richtungen ermöglichen. Zusammen mit der Gasverbindungsleitung Polen-Litauen (GIPL) trägt sie somit zur Energieversorgungssicherheit bei und stärkt die Solidarität in der Region. Die Finanzhilfe der EU deckt 75 Prozent der Baukosten.

Der estnische Ministerpräsident Taavi Rõivas erklärte: „Balticconnector ist ein Schlüsselelement für die Integration des Energiemarkts der nordischen und baltischen Länder sowie die Sicherheit und Diversifizierung ihrer Energieversorgung zum Vorteil der Verbraucher. Die regionale Zusammenarbeit und der Beitrag der EU ermöglichen eine weitgehende Öffnung und Diversifizierung regionaler Energiemärkte, die vorher völlig abgeschottet waren – mit weiterem Entwicklungspotenzial in den kommenden Jahren.“

Der finnische Ministerpräsident Juha Sipilä fügte hinzu: „Balticconnector ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur vollständigen Integration des EU-weiten Energiemarkts und zur Verbesserung der Energieversorgungssicherheit im Ostseeraum.“

Die EU hat sich das Ziel gesetzt, bestehende Lücken in der Energieinfrastruktur zu schließen und sicherzustellen, dass jeder Mitgliedstaat Zugang zu mindestens drei verschiedenen Gasversorgungsquellen hat. Die Integration des Ostseeraums mit der restlichen EU ist dabei eine der Prioritäten der Kommission.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung: Investitionen in die Infrastrukturanbindung: erste Gasverbindungsleitung zwischen Finnland und Estland beendet Isolation im Energiebereich

Factsheet: Beendigung der Isolation des östlichen Ostseeraums im Energiebereich: der Balticconnector – die Gas-Pipeline zwischen Estland und Finnland

Pressekontakt: Claudia Guske, +49 (30) 2280-2190

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