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Mit neuer App invasiven Tieren und Pflanzen auf der Spur

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Glyphosat

Mittels einer neuen, von der Gemeinamen Forschungsstelle der EU-Kommission entwickelten App lässt sich die Verbreitung von invasiven Tieren und Pflanzen in Europa künftig einfacher erfassen. Fotos von invasiven Pflanzen und Tieren sollen dazu beitragen, die Verbreitungsgebiete zu kartieren und ein Netzwerk zu invasiven Arten aufzubauen.

24/02/2017

(24.02.2017) - Zu den gebietsfremden Arten zählen Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen, die durch menschliche Einwirkung über ökologische Barrieren wie Bergketten oder Meere hinweg befördert wurden und außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets heimisch wurden. Viele dieser Arten wurden bewusst wegen ihrer Schönheit, ihres Nutzens oder ihres Handelswertes nach Europa gebracht, so z. B. Zierpflanzen oder Arten, die als Nahrungsmittel verwendet bzw. als Haustiere gehalten werden. Andere Arten wurden dagegen unbeabsichtigt eingeschleppt, etwa als Verunreinigung anderer Güter oder versteckt in Verkehrsträgern oder Containern. Derzeit gibt es mehr als 12 000 gebietsfremde Arten in Europa.

Einige dieser Arten haben in ihrer neuen Umwelt keine natürlichen Feinde und leben ohne begrenzende Faktoren wie Nahrungsknappheit oder Wettbewerb mit anderen Arten, durch die die Ausbreitung eingedämmt würde. Ein Teil von ihnen kann sich rasch vermehren und zu einer invasiven gebietsfremden Art werden, die der Biodiversität, der menschlichen Gesundheit und der Wirtschaft erheblich schaden kann. Etwa 10-15 Prozent der nach Europa gelangenden gebietsfremden Arten werden mit der Zeit invasiv.

Die Arten, die wegen des Klimawandels in die EU gelangen, gelten nicht als gebietsfremd, da sie keine ökologischen Barrieren überwunden haben und nicht in eine völlig andere Umwelt einwandern. Hierbei handelt es sich vielmehr um einen natürlichen Anpassungsprozess.

Warum befasst sich die EU mit den invasiven gebietsfremden Arten? Gebietsfremde invasive Arten zählen zu den Hauptursachen des Biodiversitätsverlusts. Außerdem können sie der menschlichen Gesundheit und der Wirtschaft erheblichen Schaden zufügen. Die hierdurch entstehenden Kosten für die europäische Wirtschaft (Beeinträchtigung der Gesundheit von Mensch und Tier, Ernteausfälle, Verlust an Fischbeständen, Schäden an der Infrastruktur, Beeinträchtigung der Schiffbarkeit von Flüssen oder Schädigung geschützter Arten) werden auf mindestens 12 Mrd. Euro jährlich geschätzt. Da sich diese Arten rasch ausbreiten und weitere Arten in das Gebiet der EU gelangen, wird mit einem raschen Anstieg der Kosten gerechnet.

Weitere Informationen:

Daily News vom 24. Februar 2017

European Alien Species Information Network – EASIN und die App

Website der EU-Kommission zu invasiven Arten

Pressekontakt: Gabriele Imhoff, Tel.: +49 (30) 2280-2820; Claudia Guske, +49 (30) 2280-2190

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.