Vertretung in Deutschland

Kommission befragt Bürger zu Urheberrecht und Panoramafreiheit

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Justizia

Die Europäische Kommission macht das Urheberrecht fit für das digitale Zeitalter und fragt dazu nach Meinungen aller interessierten Kreise.

23/03/2016

Insbesondere geht es um die Rolle der Verleger in der urheberrechtlichen Wertschöpfungskette und um die Panoramafreiheit. Die Konsultation läuft seit heute (Mittwoch) bis zum 15. Juni.

Ziel ist es, zum einen Ansichten darüber zu sammeln, wie sich die Erteilung eines Schutzrechtes für Verleger auf EU-Ebene auf das Verlagswesen, auf Bürgerinnen und Bürger sowie die Kreativindustrie auswirkt. Schutzrechte sind dem Urheberrecht ähnlich, belohnen aber nicht die originäre Schöpfung eines Autors (ein Werk). Sie belohnen entweder die Aufführung eines Werkes (zum Beispiel durch Musiker, Sänger oder Schauspieler) oder die einen organisatorischen oder finanziellen Aufwand (zum Beispiel durch einen Produzenten), welcher auch eine Beteiligung am kreativen Schaffensprozess einschließen kann.

Die Konsultation dient außerdem zur Erhebung von Material für die Analyse des derzeitigen Rechtsrahmens für die Panoramafreiheit (oder Panoramaausnahme). Das EU-Urheberrecht sieht vor, dass Mitgliedstaaten Urheberrechtsausnahmen oder ‑beschränkungen in Bezug auf die Nutzung von Werken beispielsweise der Baukunst festlegen dürfen, die dazu angefertigt wurden, sich bleibend an öffentlichen Orten zu befinden. Diese Ausnahme ist in den meisten Mitgliedstaaten umgesetzt worden. Die Kommission erwägt Vorschläge zur Präzisierung dieser Regeln, um neue Verbreitungskanäle zu berücksichtigen.

Zielgruppe der Konsultation sind alle, die mit dem Verlagswesen und der digitalen Wirtschaft Berührung haben, insbesondere: nationale Regulierungsstellen und Behörden, Urheber (wie Schriftsteller, Journalisten, Fotografen, bildende Künstler, Architekten usw.), Verleger von Presse und anderen Druckerzeugnissen, Bibliotheken und Einrichtungen des Kulturerbes, Anbieter von Online-Diensten, Eigentümer oder Geschäftsführer von Werken, die dauerhaft an öffentlichen Orten platziert werden, Wissenschaftler und Forscher sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger, Verbraucher und Endnutzer.

Mehr zu der Konsultation gibt es hier, zum Fragebogen in deutscher Sprache gelangen Sie hier.

Pressekontakt: Nikola John, Tel.: +49 (30) 2280 2410

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet der Infopunkt der Berliner Vertretung der Europäischen Kommission per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.