Vertretung in Deutschland

Juncker in Berlin: EU steht zu Weltklimaabkommen

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EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat in Berlin das Bekenntnis der Europäischen Union zum Pariser Klimaschutzabkommen bekräftigt und den US-Präsidenten daran erinnert, dass ein Ausstieg aus dem internationalen Vertrag nicht so einfach wäre. „Das Klimaabkommen besagt: Es braucht drei, vier Jahre, nachdem dieses Abkommen im November 2016 in Kraft getreten ist, um aus diesem Abkommen auszusteigen“, sagte Juncker gestern (Mittwoch) Abend bei einer Diskussionsveranstaltung mit 300 jungen Menschen bei der Schwarzkopf-Stiftung und der Arbeitgeber-Bundesvereinigung BDA. Ähnlich äußerte er sich auch heute beim WDR Europaforum.  Juncker traf in Berlin auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu politischen Gesprächen über die Zukunft der Europäischen Union.

01/06/2017

(01.06.2017) - „Wir müssen die Dinge so in den Griff kriegen, dass wir auch auf Augenhöhe mit den Vereinigten Staaten von Amerika reden können. Ich bin ein Transatlantiker. Aber wenn der amerikanische Präsident in den nächsten Stunden oder Tagen sagen würde, dass er aus dem Pariser Abkommen aussteigt, dann ist es die Pflicht Europas zu sagen: so geht das nicht. Da geht es nicht nur um die Zukunft der europäischen Menschheit, es geht vor allem um die Zukunft der Menschen anderenorts. 83 Länder laufen Gefahr von der Erdoberfläche zu verschwinden, wenn wir nicht resolut den Kampf gegen den Klimawandel in die Wege leiten“, sagte Juncker am Mittwochabend. „Gesetz ist Gesetz. Und daran müssen sich alle halten. Nicht alles, was Gesetz ist, und nicht alles, was in internationalen Vereinbarungen steht, ist fake news. Daran ist sich zu halten.“

Im Gespräch mit jungen Menschen betonte Juncker die Zukunftschancen der Europäischen Union. „Es gibt Trump, und es gibt Brexit, und dies hat dazu beigetragen, dass viele sich neu überlegt haben, wieso und weshalb wir die Europäische Union, den europäischen Zusammenschluss brauchen.“

Auch Richard Kühnel, Vertreter der Europäischen Kommission in Deutschland, machte bei der Eröffnung des WDR-Europaforums am Donnerstag ein neues Bewusstsein für die positiven Gestaltungsmöglichkeiten einer gemeinsamen europäischen Politik aus. „Es sind Bürger Europas, die nicht länger schweigen und zusehen wollen, wie unsere offene Gesellschaft und der europäische Gedanke untergraben werden“, sagte Kühnel. „Die Aufgaben vor uns sind, im Inneren wie im Äußeren, kolossal. Europas Geheimnis ist aber: unsere Möglichkeiten sind es auch! Nur wissen das die wenigsten Europäer selbst.“

Weitere Informationen:

Transkript der Rede von Präsident Jean-Claude Juncker im Rahmen der BDA –Veranstaltungsreihe „Sozialpartner im Dialog“, 31. Mai 2017

Europas Zukunft - Ideen und Szenarien wie die Krise überwunden werden kann: Interview von Tina Hassel, Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, mit Jean-Claude Juncker beim WDR-Europaforum, 1. Juni 2017

Eröffnungsrede von Richard Kühnel beim WDR Europaforum, 1. Juni 2017

Pressekontakt: Reinhard Hönighaus, Tel.: +49 (30) 2280-2300

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.