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Internationaler Tag der Roma: Kommission fordert mehr Bildungschancen

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Europa

Am Vortag des Internationalen Tags der Roma am 8. April haben heute (Donnerstag) Frans Timmermans, Erster Vizepräsident der Kommission, und die EU-Kommissarinnen  Marianne Thyssen, Vera Jourová und Corina Creţu betont, dass es vor allem für die Kinder der Roma dringend bessere Bildungschancen geben müsse

07/04/2016

Die Tatsache, dass die Kinder der Roma oft nicht in demselben Maß von Bildung profitieren können wie deren Altersgenossen, setze den Teufelskreis der Armut von Roma fort. Außerdem müsse mehr gegen Diskriminierung und für eine bessere Integration der Volksgruppe der Roma getan werden.

In der Erklärung des Vizepräsidenten Frans Timmermans und der Kommissarinnen Marianne Thyssen, Vĕra Jourová und Corina Creţu anlässlich des morgigen Internationalen Tags der Roma heißt es: "Gleichheit vor dem Gesetz und Nichtdiskriminierung sind grundlegende Werte in der Europäischen Union. Dennoch ist Feindseligkeit gegenüber den Roma weltweit und auch in Europa noch sehr verbreitet. Ausgrenzung, Ungleichheit und Diskriminierung, denen sich viele Roma noch immer ausgesetzt sehen, stehen aber in klarem Widerspruch zu den zentralen Werten der Union.

Roma haben nicht den gleichen Zugang zu Jobs, Bildung, Wohnungen und Gesundheitsversorgung wie andere Menschen. Weiterhin besorgniserregend sind auch gegen sie gerichtete Zwangsräumungen. Die Tatsache, dass ihre Kinder oft nicht in demselben Maß von Bildung profitieren können wie deren Altersgenossen, setzt zudem den Teufelskreis der Armut fort. Deshalb sind wir davon überzeugt, dass es vor allem für die Kinder der Roma dringend bessere Bildungschancen geben muss.

Die europäischen Einrichtungen und die Mitgliedstaaten haben sich zum Kampf gegen Diskriminierung und Isolierung ebenso verpflichtet wie zu einer besseren Integration der Volksgruppe der Roma. Obwohl für die Integration der Roma in erster Linie die Mitgliedstaaten verantwortlich sind, liegt ein Schwerpunkt der Strategie „Europa 2020“ auf Maßnahmen, die eine gleichberechtigte soziale und wirtschaftliche Teilhabe von Roma voranbringen und Diskriminierung verhindern. Die Kommission kommuniziert gezielt unter dem Motto „Für die Roma, mit den Roma", um gegen die Diskriminierung von Roma und Stereotype mit Blick auf diese Volksgruppe anzugehen. Im Zeitraum 2014-2020 stellt die Kommission zudem über die Kohäsionspolitik weitere Finanzmittel für Maßnahmen zur Verfügung, die der sozialen Integration dienen. Durch die einstimmige Annahme der Empfehlung des Rates zu den Roma im Jahr 2013 haben auch die Mitgliedstaaten bekräftigt, dass sie zur Integration der Roma entschlossen sind. Es sollte jedoch mehr getan werden - auf nationaler und insbesondere auf lokaler Ebene. Deshalb unterstützt die Europäische Union weiterhin nationale Behörden, aber auch und vor allem Akteure vor Ort in ihrem Engagement für den Schutz der Grundrechte der Roma.

Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass diese Initiativen auch tatsächlich umgesetzt werden. Als Hüterin der Verträge wird die Kommission auch künftig die Anti-Diskriminierungspolitik in den Mitgliedstaaten unterstützen und überwachen - damit die Grundrechte für alle eingehalten werden. Die Roma sind Teil unserer Union und dürfen nicht auf der Strecke bleiben.“

Weitere Informationen:

Die Roma-Politik der EU

Roma-Politik: erfolgreiche Beispiele

Das „Für die Roma, mit den Roma“-Projekt

Pressemitteilung: Jahresbericht zu Integrationsstrategien für Roma (Juni 2015)

Factsheet: Fortschritte der EU-Mitgliedstaaten bei der Integration von Roma

Pressekontakt: Katrin Abele, Tel.: +49 (30) 2280-2140

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet der Infopunkt der Berliner Vertretung der Europäischen Kommission per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.