Vertretung in Deutschland

Forschungskommissar Moedas in Berlin: Exzellenz, Offenheit und Wirkung als Grundlagen zukünftiger europäischer Forschungspolitik

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Forschungskommissar Carlos Moedas hat heute (Montag) in Berlin die Schwerpunktsetzung im deutschen Aktionsplan zum Europäischen Forschungsraum als richtungs- und zukunftsweisend gelobt und erste Überlegungen zum künftigen Forschungsrahmenprogramm vorgestellt. „Es ist positiv hervorzuheben, dass Deutschland das erste Land ist, das einen nationalen Aktionsplan vorlegt, einen Plan, der wirklichen Fortschritt und eine Vision für die Zukunft zeigt. Ich sehe zwei Gründe, weshalb ihr Plan ein Beispiel für den Rest Europas darstellt: Sie haben den Schwerpunkt auf die digitale Wirtschaft gelegt und Sie sehen über ihre Grenzen hinaus, um exzellente Forschung in der gesamten EU zu unterstützen“, sagte der Kommissar auf einer Konferenz zum Europäischen Forschungsraum in Berlin.

10/10/2016

(10.10.2016) – Der deutsche Aktionsplan konzentriere sich auf Innovation, Industrie 4.0 und auf die nationale Strategie zur digitalen Transformation der Wissenschaft. Auch die Einbindung des gesamten Europäischen Forschungsraums, die deutlich mache, dass Wissenschaft nicht länger alleine eine Frage rein nationalen Prestiges sei, sondern eine gemeinsame europäische Verantwortung, wurde von Moedas ausdrücklich begrüßt. 

Die Diskussion über die Ausrichtung der Europäischen Forschungspolitik im zukünftigen  Rahmenprogramm hat gerade begonnen. Sowohl die Mitgliedstaaten als auch Wissenschaftler und innovative Unternehmer werden bei seiner Gestaltung mitreden. Die Experten-Gruppe um Pascal Lamy, die die Halbzeitbilanz zum EU-Forschungsprogramm Horizont 2020 vorlegen wird, wird die Kommission bei der Ausarbeitung des künftigen Forschungsprogramms unterstützen. Moedas bezeichnete Exzellenz, Offenheit und Wirkung als die drei Grundwerte, die während der Halbzeit-Evaluierung  von Horizont 2020 und der Entwicklung des nächsten Forschungsrahmenprogramms diskutiert werden sollten.

Die Basis bilde die Fortsetzung exzellenter, von Neugier getriebener Forschung, so der Kommissar. Die Förderung für Innovation über zielgerichtete Partnerschaften mit der Industrie soll verbessert werden. Ein weiterer wichtiger Faktor ist Offenheit. Europa braucht dringend eine Kultur der offenen Wissenschaft und müsse  gegen protektionistische Instinkte angehen und verstehen, dass kein Land, wie groß auch immer, mit einem geschlossenen Innovationsmodel im Wettbewerb bestehen kann, meinte Moedas.

In der Wissenschaft bedeuten zunehmende Komplexität und Spezialisierung, dass die interessantesten Erkenntnisse an den Schnittstellen der Forschungsdisziplinen entstehen. Daher brauche Europa unbedingt ein Modell der offenen Wissenschaft, mit offenem Zugang zu Veröffentlichungen und Forschungsdaten.

Zur Ergebnisorientierung sagte der Kommissar, dass ein Forschungsklima geschaffen werden kann, in dem sowohl die Ergebnismessung existiert als auch die Vorstellung, dass nicht jede Forschung konkrete und sofortige Auswirkungen haben muss.

Weitere Informationen:

Rede von Komissar Moedas: „Embracing an ERA of Change“  am 10. Oktober 2016 in Berlin

Website zum Europäischen Forschungsraum

Website zum Forschungsprogramm Horizont 2020

Konferenz zum Europäischen Forschungsraum am 10. Oktober 2016 in Berlin

Pressekontakt: Gabriele Imhoff, Tel.: +49 (30) 2280-2820

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.