Vertretung in Deutschland

Eurobarometer ein Jahr vor den Europawahlen: Mehr Optimismus und Vertrauen in die EU

Ein Jahr vor den Europawahlen schätzt die Mehrheit der Menschen in der EU die Wirtschaftslage als gut ein und blickt optimistisch in die Zukunft. Das Vertrauen in die Union wächst. Das geht aus einer heute (Donnerstag) veröffentlichten halbjährlichen Eurobarometer-Umfrage hervor. „84 Prozent der Deutschen fühlen sich als EU-Bürger und 65 Prozent sind der Meinung, dass ihre Stimme in Europa zählt. 49 Prozent vertrauen der EU. Das ist ein Jahr vor den Europawahlen ein ermutigendes Signal“, sagte Richard Kühnel, der Vertreter der EU-Kommission in Deutschland.

„Bei den Europawahlen 2019 entscheiden die Bürgerinnen und Bürger, welchen Kurs sie sich für die Zukunft Europas wünschen“, so Kühnel weiter. „Das aktuelle Eurobarometer zeigt: den Deutschen ist bewusst, dass Europa viel Positives bringt.“ Überall in der EU leben, arbeiten und studieren zu können, wird von 92 Prozent der befragten Deutschen unterstützt.

14/06/2018

Das Vertrauen in die Europäische Union nimmt zu

Das Vertrauen in die EU ist auf 42 Prozent (+1) gestiegen und auf dem höchsten Stand seit Herbst 2010. In 15 Mitgliedstaaten vertraut hat die Mehrheit der Befragten der EU. In Deutschland vertrauen 49 Prozent (+2) der EU. Am höchsten ist das Vertrauen in Litauen (66 Prozent), Portugal und Dänemark (jeweils 57 Prozent) sowie in Luxemburg und Bulgarien (jeweils 56 Prozent). Seit Herbst 2017 hat das Vertrauen in die EU in 19 Ländern zugenommen, insbesondere in Portugal (57 Prozent, +6 Prozentpunkte) und Slowenien (44 Prozent, +6), in sechs Ländern hingegen ist es gesunken, vor allem in Belgien (47 Prozent, -6), Ungarn (44 Prozent, -5) und der Slowakei (44 Prozent, -4).

40 Prozent der Europäerinnen und Europäer haben ein positives Bild von der EU, in Deutschland sogar 49 Prozent. Ein positives Bild haben die Bürgerinnen und Bürger in  insgesamt 15 Mitgliedstaaten: die höchsten Prozentsätze sind in Irland (64 Prozent), Bulgarien und Portugal (jeweils 56 Prozent) sowie Luxemburg (54 Prozent) zu verzeichnen.

Das Vertrauen in die EU ist im europäischen Durchschnitt höher als das Vertrauen in die nationalen Regierungen/Parlamente. 42 Prozent der Europäerinnen und Europäer vertrauen der Europäischen Union, während nur 34 Prozent ihrem nationalen Parlament und ihrer Regierung vertrauen. In Deutschland vertrauen 54 Prozent der nationalen Regierung und 59 Prozent dem nationalen Parlament.

64 Prozent der Befragten in Deutschland beurteilen die Zukunft der EU optimistisch, insgesamt sieht eine Mehrheit der Menschen in Europa (58 Prozent, +1) das ebenso.  Dies gilt für alle Mitgliedstaaten mit Ausnahme von Griechenland, wo trotz eines um 5 Prozent gestiegenen Optimismus 53 Prozent „pessimistisch” und nur 42 Prozent „optimistisch“ sind, und vom Vereinigten Königreich (48 Prozent gegenüber 43 Prozent). Am stärksten ist der Optimismus in Irland (84 Prozent), Portugal (71 Prozent), Luxemburg (71 Prozent) sowie Malta, Litauen und Dänemark (jeweils 70 Prozent). Am anderen Ende des Spektrums liegen Frankreich (48 Prozent) sowie Zypern und Italien (jeweils 54 Prozent).

Die beiden größten Errungenschaften der EU sind nach Einschätzung der Europäerinnen und Europäer die „Freizügigkeit und der freie Verkehr von Waren und Dienstleistungen innerhalb der EU“ sowie der „Frieden zwischen den Mitgliedstaaten der EU“ (58 Prozent bzw. 54 Prozent der Befragten). Zudem geben 84 Prozent der Befragten in Deutschland geben an, dass sie sich als Bürgerinnen und Bürger der EU fühlen, europaweit liegt der Wert bei 70 Prozent. Zum ersten Mal seit dem Frühjahr 2010 wird diese Einschätzung in allen Mitgliedstaaten mehrheitlich geteilt.

Die Menschen in Europa nehmen die Vorteile der EU und ihre Errungenschaften wahr

Im Vergleich zum Frühjahr 2014 nehmen immer mehr Bürgerinnen und Bürger die Vorteile von Schlüsselmaßnahmen der Union wahr, etwa keine oder weniger Grenzkontrollen bei Auslandsreisen (53 Prozent, + 1), preiswertere Handytelefonate in einem anderen EU-Land (48 Prozent, + 14), stärkere Verbraucherrechte beim Kauf von Waren oder Dienstleistungen in einem anderen EU-Land (37 Prozent, + 13) oder verbesserte Fluggastrechte (34 Prozent, + 12).

Die Freizügigkeit wird von 92 Prozent der Befragten in Deutschland und 82 Prozent europaweit befürwortet. Zum ersten Mal wurden die Bürgerinnen und Bürger auch nach ihrer Einschätzung der EU-Handelspolitik gefragt; diese wird mit einer Mehrheit von 71 Prozent unterstützt.

Migration und Terrorismus sind die größten Sorgen in Europa

Die Einwanderung ist den Befragten zufolge derzeit die größte Herausforderung für die Union (38 Prozent, -1), in Deutschland sehen 42 Prozent das Thema als aktuell größte Herausforderung für die EU, gefolgt von den Themen Terrorismus und Lage der öffentlichen Finanzen der Mitgliedstaaten, die beide gleichauf an zweiter Stelle (jeweils 24 Prozent) stehen. Auf der nationalen Ebene werden europaweit weiterhin Arbeitslosigkeit (25 Prozent, unverändert), Gesundheit und soziale Sicherheit (23 Prozent, +3) und Einwanderung (21 Prozent, -1) als größte Problemfelder betrachtet. Das Thema Gesundheit und soziale Sicherheit erreicht einen neuen Höchstwert und liegt nun zum ersten Mal seit Frühjahr 2007 an zweiter Stelle. Einwanderung gilt in Deutschland auch auf nationaler Ebene als dringlichste Sorge (38 Prozent), gefolgt von Gesundheit und sozialer Sicherheit (23 Prozent).

Die Standard-Eurobarometer-Umfrage vom Frühjahr 2018 (EB 89) wurde vom 17. bis 28. März 2018 in Form persönlicher Befragungen durchgeführt. Insgesamt wurden 33.130 Personen in allen EU-Mitgliedstaaten sowie den Kandidatenländern befragt.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung: Standard-Eurobarometer-Umfrage Frühjahr 2018: Ein Jahr vor den Wahlen zum Europäischen Parlament wächst das Vertrauen in die Union und der Blick in die Zukunft wird optimistischer

Standard-Eurobarometer Nr. 89

Pressekontakt: Gabriele Imhoff, Tel.: +49 (30) 2280-2820

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.