Vertretung in Deutschland

Entwicklungshilfe: EU bleibt größter Geber weltweit, steigert Beitrag um 15 Prozent

/germany/file/picture12jpg_de

Entwicklungshilfe

Auch 2015 waren die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten der weltweit größte Geber von Entwicklungshilfe. Sie stellten mehr als die Hälfte der gesamten öffentlichen Entwicklungshilfe (ODA), insgesamt 68 Mrd. Euro. Das sind 15 Prozent mehr als noch 2014. Das geht aus vorläufigen Zahlen hervor, die die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) heute (Dienstag) veröffentlicht hat. Das Gesamtvolumen der Entwicklungshilfe der EU ist im Jahr 2015 auf 0,47 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) gestiegen.

13/04/2016

13.04.2016 - Zum Vergleich: Bei den Nicht-EU-Ländern im Ausschuss für Entwicklungshilfe der OECD liegt dieser Anteil bei 0,21 Prozent. Fünf EU-Länder, nämlich Schweden, Luxemburg, Dänemark, die Niederlande und das Vereinigte Königreich erreichen bereits das UN-Ziel einer ODA-Quote von 0,7 Prozent. Für Deutschland liegt dieser Anteil bei 0,52 Prozent.

Neven Mimica, EU-Kommissar für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, erklärte mit Blick auf die Zahlen: "Die EU nimmt weiterhin weltweit einen Spitzenplatz unter den Gebern öffentlicher Entwicklungshilfe ein und beweist damit ihre feste Entschlossenheit, die Entwicklungsfinanzierung mitzutragen und die neuen Ziele für die nachhaltige Entwicklung zu unterstützen. 2015 konnten die EU und ihre Mitgliedstaaten vor dem trotz einer Flüchtlingskrise ungekannten Ausmaßes ihre Mittel für die Unterstützung der Flüchtlinge, aber auch die Entwicklungshilfe in Entwicklungsländern weiter aufstocken.“

2005 haben die EU und ihre Mitgliedstaaten zugesagt, bis 2015 ihre kollektive ODA-Quote auf 0,7 Prozent des BNE der EU erhöhen. Trotz eines realen Anstiegs der von der EU geleisteten ODA von fast 40 Prozent seit 2002 ist dieses Ziel aufgrund der Wirtschaftskrise und großer Haushaltszwänge in den meisten EU-Mitgliedstaaten bisher nicht erreicht. Der Europäische Rat bekräftigte jedoch im Mai 2015 im Vorfeld der dritten Konferenz der Vereinten Nationen über Entwicklungsfinanzierung in Addis Abeba seine Entschlossenheit, dieses Ziel innerhalb des zeitlichen Rahmens der Post-2015-Agenda (also vor 2030) umzusetzen.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung: Anteil der EU-Entwicklungshilfe am BNE erreicht Rekordhöhe

Memo: Publication of new figures on 2015 Official Development Assistance

Pressemitteilung der OECD: Development aid rises again in 2015, spending on refugees doubles

Pressekontakt: Margot Tuzina, Tel.: +49 (30) 2280 2340

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet der Infopunkt der Berliner Vertretung der Europäischen Kommission per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.