Vertretung in Deutschland

Eine gemeinsame europäische Politik für die Arktis

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Die Europäische Union verstärkt ihren Einsatz für die Arktis. Wie sie dazu beitragen will, das Gebiet rund um den Nordpol vor dem Klimawandel zu schützen, für seine nachhaltige Bewirtschaftung zu sorgen und die internationale Zusammenarbeit für die Region voranzutreiben, haben die Hohe Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik Federica Mogherini und EU-Umweltkommissar Karmenu Vella heute (Mittwoch) in Brüssel vorgestellt. Das Europäische Parlament und die EU-Staaten hatten die Kommission zuvor aufgefordert, einen integrierten EU-Politikrahmen für die Arktis zu entwickeln.

27/04/2016

27/04/2016 - Zur Arktis zählen das zentrale Nordpolarmeer, die regionalen Nebenmeere wie die Barents-, Kara- und Tschuktschensee sowie Gebiete, die Kanada, Russland, den USA, Island, Norwegen sowie den drei EU-Staaten Dänemark, Finnland und Schweden gehören. Mit der fortschreitenden Erwärmung könnten in der Arktis schon in den nächsten 20 bis 40 Jahren eisfreie Sommer auftreten. Bereits jetzt haben das Schmelzen des Meereises und rasche Fortschritte auf dem Gebiet der Offshore-Technologien zu zunehmenden menschlichen Aktivitäten in der Region geführt, darunter Schifffahrt, Bergbau und Gewinnung von Kohlenwasserstoffen.

Federica Mogherini sagte: „Eine sichere, nachhaltige und prosperierende Arktis ist für die vier Millionen Menschen, die dort leben, für unsere Europäische Union und für die restliche Welt von Nutzen. Es handelt sich um eine Region von immenser ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Bedeutung für uns alle. Die heute unternommenen Schritte unterstreichen unser Engagement für die Region, die zugehörigen Länder und die dort lebenden Völker sowie unseren Willen, dafür zu sorgen, dass die Region weiterhin ein Beispiel für konstruktive internationale Zusammenarbeit bleibt. “

Karmenu Vella erklärte: „Wir haben Einfluss auf die Arktis und die Arktis hat Einfluss auf uns. Globale Wetterlagen, unsere Meere und Ökosysteme sowie die biologische Vielfalt vor Ort – die Arktis hat Auswirkungen auf all diese Aspekte. Auch wenn die menschliche Entwicklung unaufhaltbar ist, liegt es in unserer Hand, sie nachhaltig zu gestalten. Dabei müssen wir den Existenzgrundlagen der Menschen in dieser Region in vollem Umfang Rechnung tragen und ihre wertvollste Ressource schützen, nämlich die Umwelt.“

In der heute vorgelegten Mitteilung zeigt die Europäische Kommission auf, wie die EU ihr bisheriges Engagement hinaus mithilfe von 39 Maßnahmen aus den Bereichen Klimawandel, Umweltschutz, nachhaltiger Entwicklung und internationaler Zusammenarbeit noch kohärenter gestalten kann.

Eine entscheidende Rolle spielen dabei Forschung und Wissenschaft: die EU finanziert die Arktisforschung über das Programm Horizont 2020 mit rund 20 Mio. Euro pro Jahr. Sie wird den transnationalen Zugang zu Forschungsinfrastrukturen in der Arktis (Forschungsstationen und -schiffe, Satellitenbeobachtungsstationen) und zu offenen Datenressourcen unterstützen. Das EU-Weltraumprogramm Copernicus soll die internationalen Forschungsarbeiten zum Klimawandel in der Arktis fördern.

Zudem wird die EU nicht nur mit den Ländern zusammenarbeiten, die über Gebiete in der Arktis verfügen, sondern auch mit anderen Ländern, die Interessen in der Region verfolgen, wie China, Indien und Japan. Die Europäische Union wird zudem weiter den Kontakt zu den indigenen und lokalen Bevölkerungsgruppen in der Arktis pflegen, um sicherzustellen, dass ihre Rechte gewahrt und ihre Standpunkten bei der laufenden Weiterentwicklung der EU-Politik berücksichtigt werden. 

Weitere Informationen:

Pressemitteilung: Verabschiedung einer neuen integrierten Politik der EU für die Arktis

Factsheet: Eine integrierte Politik der EU für die Arktis – Häufig gestellte Fragen

Website zur EU-Arktispolitik

Pressekontakt: Margot Tuzina, Tel.: +49 (30) 2280 2340 und Claudia Guske, +49 (30) 2280-2190

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet der Infopunkt der Berliner Vertretung der Europäischen Kommission per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.