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Digitalisierung in Europa kommt voran: Deutschland beim Digitalisierungsindex auf Platz 11

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Europa macht Fortschritte bei der Digitalisierung, aber viele Länder müssen noch einen Gang zulegen, wie Andris Ansip, der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident der Kommission, heute (Freitag) bei der Vorstellung des Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) erklärte.

03/03/2017

(03.03.2017) - Deutschland liegt laut DESI auf Platz elf und hat Nachholbedarf bei der Verbesserung von Online-Behördendiensten. Ganz vorn sind dieses Jahr Dänemark, Finnland, Schweden und die Niederlande, gefolgt von Luxemburg, Belgien, dem Vereinigten Königreich und Irland.

Ansip sagte: „Alle Mitgliedstaaten sollten mehr investieren, um den digitalen Binnenmarkt voll ausschöpfen zu können. Wir wollen bei der Digitalisierung kein Europa der zwei Geschwindigkeiten. Wir sollten alle zusammen darauf hinarbeiten, dass die Europäische Union insgesamt eine weltweite Führungsrolle im digitalen Bereich einnimmt.“

Der Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) stellt die Leistung der 28 Mitgliedstaaten in unterschiedlichsten Bereichen dar – von der Internetanbindung und digitalen Kompetenzen bis zur Digitalisierung der Unternehmen und öffentlichen Dienste.

Insgesamt hat die EU zwar Fortschritte gemacht und mit einem Wert von 0,52 diesmal besser abgeschnitten im letzten Jahr (0,49), doch die Entwicklung könnte schneller gehen. Es gibt auch große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Die drei Spitzenreiter der EU Dänemark, Finnland und Schweden sind auch weltweit führend und liegen noch vor Südkorea, Japan und den USA.

Die größten Fortschritte in der EU haben Slowenien und die Slowakei gemacht. Trotz einiger Verbesserungen hinken mehrere Mitgliedstaaten wie Polen, Kroatien, Italien, Griechenland, Bulgarien und Rumänien in ihrer digitalen Entwicklung im Vergleich zu anderen Mitgliedstaaten immer noch hinterher.  

Der Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft ergibt folgendes Bild:

Die Internetanbindung hat sich zwar verbessert, ist jedoch mit Blick auf den künftigen Bedarf noch unzureichend.

  • Insgesamt haben 76 Prozent der europäischen Privathaushalte Zugang zu einem schnellen Breitbandanschluss (mit mindestens 30 Mbit/s), wobei in einigen Mitgliedstaaten ein erheblicher Teil dieser Haushalte bereits über einen Netzzugang mit 100 Mbit/s und darüber verfügt.

  • Auch die Zahl der Verträge für Mobilfunk-Datendienste ist gestiegen: von 58 Vertragskunden je 100 Einwohner 2013 auf 84 Vertragskunden im Jahr 2016. Zwischenzeitlich verzeichnet der Internetverkehr eine jährliche Zunahme um 20  Prozent bei einem Anstieg des mobilen Internets um über 40  Prozent pro Jahr.

Die Europäer nutzen verstärkt die digitalen Möglichkeiten.

Trotz einer wachsenden Zahl von IT-Fachkräften fehlt es immer noch an Kompetenzen.

  • Auch wenn in der EU insgesamt die Zahl der Absolventen in den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern (MINT-Fächern) (19 Absolventen je 1000 junger Menschen zwischen Zwanzig und Dreißig) gestiegen ist und sich der Anteil der IKT-Fachkräfte an den Arbeitnehmern (3,5 Prozent im Jahr 2015 im Vergleich zu 3,2 Prozent im Jahr 2012) erhöht hat, fehlt es nahezu der Hälfte aller Europäerinnen und Europäer (44  Prozent) immer noch an grundlegenden digitalen Kenntnissen, etwa für die E-Mail-Nutzung, die Text- oder Bildbearbeitung oder für das Installieren neuer Geräte.

Die Digitalisierung der Unternehmen und der elektronische Geschäftsverkehr legen zu – wenn auch nur langsam.

  • Überall in Europa setzen Unternehmen verstärkt auf die Digitaltechnik, indem sie etwa für den elektronischen Informationsaustausch oder für die elektronische Versendung von Rechnungen eine Unternehmenssoftware einsetzen. Auch bei den KMU ist ein leichter Anstieg beim Online-Handel zu verzeichnen. Aber weniger als die Hälfte dieser Unternehmen tätigen Verkäufe in andere EU-Mitgliedstaaten.

  • 2016 schlug die Kommission neue Vorschriften vor, um das Problem des Geoblocking zu lösen, die grenzüberschreitende Paketzustellung erschwinglicher und effizienter zu gestalten und für mehr Vertrauen durch einen besseren Schutz der Verbraucher und eine bessere Durchsetzung der geltenden Vorschriften zu sorgen, um so den Online-Handel anzukurbeln. Vorgeschlagen wurde auch eine Vereinfachung der Mehrwertsteuererhebung im Online-Handel in der EU. Sobald diese Initiativen vom Europäischen Parlament und den Mitgliedstaaten verabschiedet sind, werden grenzüberschreitende Käufe und Verkäufe für Privatpersonen und Unternehmen leichter werden.

In Europa steigt die Nutzung behördlicher Online-Dienste.

  • 34 Prozent der Internetnutzer sandten ausgefüllte Formulare online statt auf Papier an Behörden zurück (2013 lag dieser Anteil noch bei 27 Prozent). Immer mehr und zunehmend ausgefeiltere Dienste stehen online zur Verfügung, etwa für die Anmeldung eines neuen Wohnsitzes, Geburtsanzeigen oder andere wichtige Ereignisse. Im Rahmen ihres eGovernment-Aktionsplans wird die Kommission ein zentrales digitales Zugangstor (Single Digital Gateway) einrichten, über das Informationen über den Binnenmarkt leicht abgerufen werden können, sowie eine Initiative starten, um das Unternehmensrecht und die Unternehmensführung weiter zu digitalisieren.

Die Kommission hat mittlerweile alle großen Initiativen ihrer Strategie für einen digitalen Binnenmarkt vorgelegt. Das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten sind aufgerufen, diese Vorschläge so bald wie möglich anzunehmen, damit Europa die Möglichkeiten der Digitalisierung voll ausschöpfen kann.

Ausgehend von den DESI-Ergebnissen wird die Kommission im Mai die Halbzeitüberprüfung ihrer Strategie für einen digitalen Binnenmarkt vorlegen, um aufzuzeigen, wo möglicherweise weitere Anstrengungen oder Legislativvorschläge notwendig sind, um künftigen Herausforderungen zu begegnen.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung: Wie weit ist Ihr Land bei der Digitalisierung? Europa macht Fortschritte – es muss aber noch weiter aufholen

Rede des Vizepräsidenten der Kommission, Andrus Ansip, zum DESI

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