Vertretung in Deutschland

Agrarkommissar Hogan beim Bauerntag in Hannover

/germany/file/hoganjpg-0_de

EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat heute bei der Generalversammlung des Deutschen Bauernverbandes in Hannover über die Situation auf den europäischen Agrarmärkten gesprochen. Der EU-Kommissar drückte zunächst sein Bedauern über das Ergebnis des britischen Referendums aus. Er forderte schnelle Verhandlungsergebnisse, denn Europa benötige Stabilität und Gewissheit. Beides seien auch die Grundsätze der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik. Hogan versprach, seine  Verantwortung gegenüber den europäischen Landwirten und ländlichen Gemeinden weiter wahrzunehmen. „Ich betone, dass dies bis zum Bekanntwerden der nächsten Schritte die Landwirte und ländlichen Gemeinden des Vereinigten Königsreiches einschließt.“

30/06/2016

(30.06.2016) – Um die nachhaltige und hochwertige europäische Landwirtschaft für die kommenden Jahre zu schützen und zu erhalten, sei es nötig, dass das europäische Landwirtschaftssystem an den globalen Markt weiter angekoppelt bleibe. „Die EU-Kommission bleibt weiterhin auf der Seite der Erzeuger“, versicherte Hogan vor 600 Delegierten der deutschen Bauernverbände. „In der Kommission herrscht ein klares Verständnis darüber, dass es ohne Erzeuger kein Produkt geben kann. Ohne qualitativ hochwertige Produkte können Arbeitsplätze in ländlichen Räumen nicht geschützt und das Wachstum des ländlichen Raums nicht gefördert werden. “

Die Kommission habe unverzüglich Schritte eingeleitet, um die aktuelle Krise anzugehen und hat dabei alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel genutzt. „Wir haben seit Beginn der Krise mehr als 1 Milliarde Euro eingesetzt“, sagte Hogan.

Die ergriffenen Maßnahmen zeigten bereits positive Auswirkungen, vor allem auf dem Fleischsektor. Hogan kündigte an, eine Fleischmarktbeobachtungsstelle für Rund-und Schweinefleisch einzurichten.

Die Lage auf dem Markt für Obst und Gemüse ist weiterhin schwierig und hat sich noch nicht ganz vom Russlandembargo erholt. Die EU-Kommission unterstützt weiterhin die Suche nach alternativen Märkten.  Aber dies erfordere Zeit. Die EU-Kommission hat die aktuellen Hilfsmaßnahmen angesichts der niedrigen Preise bis 30. Juni 2017 ausgeweitet.

Im Milchmarkt sei die Lage weiter ernst. Der durchschnittliche Milchpreis in der EU liegt bei 27,4 Cent pro Kilogramm. Doch diese Lage herrsche nicht nur in Europa, sondern weltweit überrage das Angebot die Nachfrage, so Hogan. Er mahnte, dass ein höheres Augenmaß auf die Angebotsseite gelegt werden muss, da die Möglichkeiten, die Nachfrage zu erhöhen, begrenzt seien. Der Kommissar steht mit allen EU-Landwirtschaftsministern in regem Austausch, um weitere Maßnahmen zu prüfen. Aber: „Eine Wiedereinführung der Milchquote, auch zeitlich befristet, ist politisch keine Option und juristisch nicht möglich“, sagte Hogan.

Die vollständige Rede (Es gilt das gesprochene Wort)

Informationen zur Gemeinsamen Agrarpolitik

Pressekontakt: Claudia Guske, +49 (30) 2280-2190

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.