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EU und USA wollen Methanemissionen reduzieren

Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union haben am Samstag den „Global Methane Pledge“ angekündigt. Dabei handelt es sich um eine Initiative, um die weltweiten Methanemissionen zu verringern. Sie soll auf der COP 26 im November in Glasgow auf den Weg gebracht werden. US-Präsident Joe Biden und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen appellierten an Länder, sich der Initiative anzuschließen, und hießen diejenigen willkommen, die ihre Unterstützung bereits signalisiert haben.

20/09/2021

Methan ist ein starkes Treibhausgas, und ist dem jüngsten Bericht des Weltklimarats zufolge etwa zur Hälfte für die Erderwärmung um netto 1,0 Grad Celsius seit dem vorindustriellen Zeitalter verantwortlich. Eine rasche Senkung der Methanemissionen ergänzt die Maßnahmen, die auf Kohlendioxid und andere Treibhausgase abzielen. Sie gilt als die wirksamste Strategie, um die Erderwärmung unmittelbar zu verringern und das Ziel zu erreichen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Länder, die sich dem Global Methane Pledge anschließen, verpflichten sich zu dem kollektiven Ziel, die Methanemissionen weltweit bis 2030 um mindestens 30 Prozent gegenüber dem Stand von 2020 zu senken und sich darum zu bemühen, zur Quantifizierung der Methanemissionen die besten verfügbaren Methoden zur Erstellung von Emissionsinventaren anzuwenden mit einem besonderen Schwerpunkt auf großen Emissionsquellen.

Die Einhaltung des Global Methane Pledge würde zu einem Rückgang der Erderwärmung um mindestens 0,2 Grad Celsius bis 2050 führen. Die Methanemissionsprofile und Reduktionspotenziale variieren von Land zu Land stark, aber alle Länder können zur Verwirklichung des kollektiven weltweiten Ziels beitragen, wenn sie ihre inländischen Methanemissionen zusätzlich reduzieren und auf internationaler Ebene zusammenarbeiten. Zu den großen Methanemissionsquellen zählen Öl und Gas, Kohle, Landwirtschaft und Mülldeponien. Die Ausgangssituationen und die Möglichkeiten, die Methanemissionen unmittelbar zu senken, fallen in diesen Sektoren unterschiedlich aus, wobei der Energiesektor das größte Potenzial für eine gezielte Reduzierung bis 2030 hat.

Die Reduzierung der Methanemissionen bringt noch weitere bedeutende Vorteile mit sich wie z. B. Besserungen in der öffentlichen Gesundheit und der Produktivität in der Landwirtschaft. Laut dem Bericht „Global Methane Assessment“ der Koalition für Klima und saubere Luft und des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) können, wenn das für 2030 gesteckte Ziel erreicht wird, mehr als 200 000 vorzeitige Todesfälle, Hunderttausende von Notaufnahmen wegen Asthma und über 20 Millionen Tonnen Ernteverluste pro Jahr vermieden werden, weil das zum Teil durch Methan verursachte bodennahe Ozon verringert wird.

Die Europäische Union und acht Länder haben bereits signalisiert, dass sie sich dem Global Methane Pledge anschließen werden. Zu diesen Ländern zählen vier der zehn größten Methanemittenten der Welt, und auf sie zusammen entfallen mehr als ein Fünftel der weltweiten Methanemissionen sowie knapp 50 Prozent der Weltwirtschaft.

Die EU unternimmt seit fast 30 Jahren Schritte zur Verringerung ihrer Methanemissionen. Die 1996 verabschiedete Strategie der Europäischen Kommission hat dazu beigetragen, die Methanemissionen aus Mülldeponien um fast die Hälfte zu senken. Im Rahmen des europäischen Grünen Deals und um EU-Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu unterstützen, nahm die EU im Oktober 2020 eine Strategie zur Reduzierung der Methanemissionen in allen Schlüsselsektoren wie Energie, Land- und Abfallwirtschaft an. Die Reduzierung der Methanemissionen in diesem Jahrzehnt ist ein wichtiges Element der EU-Ambition, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent zu senken.

Die Europäische Kommission wird in diesem Jahr Gesetzgebungsvorschläge zur Messung, Meldung und Überprüfung von Methanemissionen vorlegen, das Ablassen und Abfackeln einschränken und Vorschriften zur Erkennung von Methanlecks und die entsprechenden Reparaturen einführen. Die Europäische Kommission arbeitet auch daran, die Einführung von Technologien zur Emissionsminderung durch einen breiteren Einsatz von „Carbon Farming“ in den Mitgliedstaaten und durch ihre GAP-Strategiepläne zu beschleunigen und die Erzeugung von Biomethan aus landwirtschaftlichen Abfällen und Reststoffen zu fördern. Außerdem unterstützt die Europäische Kommission das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) auch finanziell bei der Errichtung einer unabhängigen internationalen Beobachtungsstelle für Methanemissionen (IMEO), um in diesem Bereich die globale Datenlücke zu schließen und für Transparenz zu sorgen. Die IMEO wird maßgeblich dazu beitragen, eine tragfähige wissenschaftliche Basis für die Berechnung von Methanemissionen und somit zur Verwirklichung des Global Methane Pledge zu schaffen.

Die Vereinigten Staaten streben an verschiedenen Fronten nach beträchtlichen Methanreduktionen. Gemäß der Executive Order, die Präsident Biden am ersten Tag seiner Amtszeit erlassen hat, erlässt die US-amerikanische Environmental Protection Agency (EPA) neue Vorschriften zur Senkung von Methanemissionen der Öl- und Gasindustrie. Parallel dazu hat die EPA Maßnahmen zur Umsetzung strengerer Verschmutzungsstandards für Mülldeponien ergriffen, und die für Pipelines, gefährliche Stoffe und Sicherheit zuständige Abteilung des Verkehrsministeriums sorgt weiterhin dafür, dass Methanlecks in Pipelines und damit verbundenen Anlagen reduziert werden.

Auf Gebot des Präsidenten und in Partnerschaft mit US-amerikanischen Landwirten und Viehzüchtern arbeitet das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium daran, die Anwendung klimaschonender landwirtschaftlicher Praktiken auf freiwilliger Basis deutlich auszuweiten. Dies trägt dazu bei, Methanemissionen aus großen landwirtschaftlichen Quellen zu verringern, indem Anreize für verbesserte Dungbewirtschaftungssysteme, anaerobe Fermenter, neue Viehfuttermittel, Kompostierung und andere Praktiken gegeben werden. Der US-Kongress zieht in Erwägung, zusätzliche Mittel zur Förderung vieler dieser Bemühungen bereitzustellen. Zu den Vorschlägen, die dem Kongress unterbreitet wurden, zählt unter anderem eine groß angelegte Initiative zur Versiegelung und Sanierung aufgegebener und stillgelegter Öl- und Gasförderungsstätten und Kohlebergwerke, was zu einer erheblichen Reduzierung von Methanemissionen führen würde.

Die Europäische Union und die folgenden acht Länder haben bereits signalisiert, dass sie sich dem Global Methane Pledge anschließen werden:

  • Argentinien
  • Ghana
  • Indonesien
  • Irak
  • Italien
  • Mexiko
  • Vereinigtes Königreich
  • Vereinigte Staaten

Die Vereinigten Staaten, die Europäische Union und andere frühe Unterstützer werden nicht nachlassen, weitere Länder für den Global Methane Pledge zu gewinnen, bis er auf der COP 26 offiziell an den Start geht.

Weitere Informationen:

Vollständige Pressemitteilung vom 18. September

Pressekontakt: Fabian Weber. Mehr Informationen zu allen Pressekontakten hier.

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