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EU-Schnittstelle geht online: Deutschland und sechs weitere Staaten geben die ersten digitalen COVID-Zertifikate der EU aus

Mit dem digitalen COVID-Zertifikat der EU wird das Reisen im Sommer erleichtert. Seit heute (Dienstag) ist die EU-Schnittstelle (Gateway) in Betrieb, mit der die Zertifikate grenzüberschreitend überprüft werden können. Sieben Mitgliedstaaten - Bulgarien, Tschechien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Kroatien und Polen – haben angekündigt, sich schon heute an die EU-Schnittstelle anzuschließen und damit zu beginnen, EU-Zertifikate auszugeben. „Sieben Mitgliedsstaaten sind ein guter Anfang. Ich ermutige andere, so schnell wie möglich zu folgen“, sagte EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton. Die rechtzeitige Vorbereitung mache es möglich, dass das System bis zum 1. Juli vollständig einsatzbereit sei.

01/06/2021

Bei dem Zertifikat, das in elektronischer Form und auf Papier ausgestellt werden kann, handelt es sich um einen Nachweis, dass die Inhaberinnen und Inhaber gegen das Coronavirus geimpft sind, negativ getestet wurden oder von COVID-19 genesen sind.

Einige Mitgliedstaaten wollen das digitale COVID-Zertifikat der EU erst dann einführen, wenn alle Funktionen auf der nationalen Ebene geschaffen wurden. Daher werden in den kommenden Tagen und Wochen mehr Länder hinzukommen. Über den aktuellen Stand informiert eine eigens eingerichtete Website.

Das in nur zwei Monaten aufgebaute EU-Gateway ermöglicht die Überprüfung der in den QR-Codes aller Zertifikate enthaltenen Sicherheitsmerkmale. Bürger und Behörden können damit sicher sein, dass die Zertifikate authentisch sind. Während des Prozesses werden keine persönlichen Daten ausgetauscht oder gespeichert. Mit der Inbetriebnahme Gateways sind die Vorbereitungsarbeiten auf EU-Ebene abgeschlossen.

Seit dem 10. Mai haben bereits 22 Länder das Gateway erfolgreich getestet. Während die Verordnung ab dem 1. Juli angewandt wird, können alle Mitgliedstaaten, die die technischen Tests bestanden haben und bereit sind, Zertifikate auszustellen und zu überprüfen, das System ab sofort auf freiwilliger Basis nutzen.

Nächste Schritte

Die EU-Kommission hatte das EU-Zertifikat vorgeschlagen, um das sichere Reisen in diesem Sommer zu erleichtern. Die politische Einigung vom 20. Mai muss noch formell vom Europäischen Parlament und vom Rat verabschiedet werden. Die Verordnung wird am 1. Juli in Kraft treten, wobei die Mitgliedstaaten, die zusätzliche Zeit benötigen, eine Einführungsfrist von sechs Wochen für die Ausstellung von Zertifikaten erhalten. Parallel dazu wird die Kommission den Mitgliedstaaten weiterhin technische und finanzielle Unterstützung bei der Einführung des Gateways gewähren.

Hintergrund

Parallel zum Gesetzgebungsverfahren arbeitete die Kommission eng mit den Vertretern der Mitgliedstaaten im eHealth Network, einem freiwilligen Netzwerk, das die für eHealth zuständigen nationalen Behörden verbindet, an der technischen Umsetzung. Am 21. April wurden die technischen Spezifikationen angenommen, die auf den im Januar vereinbarten und im März aktualisierten Leitlinien und einem im März vereinbarten Entwurf für einen Vertrauensrahmen aufbauen. Darüber hinaus wurde mit den Mitgliedstaaten eine Designvorlage entwickelt, um die Anerkennung von EU-COVID-Zertifikaten, die in Papierform ausgestellt wurden, zu erleichtern.

Das EU-Gateway wurde von T-Systems und SAP eingerichtet und wird im Rechenzentrum der Kommission in Luxemburg gehostet. Es ermöglicht die Verifizierung der digitalen Signaturen, die in den QR-Codes aller Zertifikate enthalten sind, ohne die Verarbeitung von personenbezogenen Daten. Die für diese Verifizierung benötigten Signaturschlüssel sind auf Servern auf nationaler Ebene gespeichert; über das Gateway können diese Schlüssel von nationalen Verifizierungs-Apps oder -Systemen in der gesamten EU abgerufen werden.

Die Kommission hat außerdem Referenzsoftware und Apps für die Ausstellung, Speicherung und Überprüfung von Zertifikaten entwickelt, um die Einführung auf nationaler Ebene zu erleichtern; diese sind auf GitHub veröffentlicht und werden von 12 Mitgliedsstaaten genutzt.

Die neuesten von den Mitgliedstaaten übermittelten Informationen über die Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus sowie Reisebeschränkungen sind über die Plattform „Re-open EU“ abrufbar.

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