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Neues Europäisches Bauhaus: Kommission lobt Preise für zukunftsweisende Ideen aus

Die Europäische Kommission hat heute (Freitag) erstmals Preise zum Neuen Europäischen Bauhaus ausgeschrieben und will in den kommenden Monaten erste Lösungen prämieren. Mariya Gabriel, Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend und Elisa Ferreira, Kommissarin für Kohäsion und Reformen haben zur Auslobung des Preises hervorgehoben, dass der neue Preis Teil des Wandels durch den Europäischen Grünen Deals ist. „In nur drei Monaten nach dem Start der Bauhaus-Initiative wurde bereits viel auf den Weg gebracht“, sagte Ferreira. Die Preise sollen bereits fertige Beispiele ebenso wie neue Konzepte honorieren, die die Werte des Neuen Europäischen Bauhauses - Nachhaltigkeit, Ästhetik und Inklusion - deutlich veranschaulichen.

23/04/2021

Mit dem Preis zum neuen Europäischen Bauhaus werden bestehende Beispiele oder neue Ideen und Konzepte in zehn verschiedenen Kategorien ausgezeichnet.

In jeder dieser Kategorien gibt es zwei parallele Wettbewerbsbereiche:

  • den Bereich „New European Bauhaus Awards“ – für bereits abgeschlossene Beispiele; und
  • den Bereich „New European Bauhaus Rising Stars“ – für Konzepte oder Ideen junger Talente.

Kategorien, in denen die Preise vergeben werden:

  1. Techniken, Werkstoffe und Verfahren für Bau und Gestaltung – Beispiele für Lösungen, mit denen unsere bauliche Umwelt zur Eindämmung des Klimawandels, zum Umweltschutz und zur erschwinglicheren und inklusiveren Gestaltung von Orten beiträgt
  1. Bauen im Sinne der Kreislaufwirtschaft – beispielhafte Orte/physische Standorte, die die Wiederverwendung und das Recycling von Materialien demonstrieren; dies bildet ein Kernstück des europäischen Grünen Deals
  1. Lösungen für die parallele Entwicklung von baulicher Umwelt und Natur – Lösungen für eine bauliche Umwelt, die zum Schutz der Natur und der biologischen Vielfalt beiträgt und gleichzeitig kulturellen und sozialen Bedürfnissen Rechnung trägt
  1. Regenerierte städtische und ländliche Räume – emblematische Beispiele für territoriale Regenerierung, bei denen Nachhaltigkeit, Ästhetik und Inklusion miteinander verbunden werden und die unter umfassender Beteiligung und starkem Engagement von Bürgerinnen und Bürgern sowie Interessenträgern entwickelt wurden
  1. Produkte und Lebensstil – Produkte und Verfahren, die zu einem nachhaltigen, attraktiven und inklusiven Lebensstil beitragen; dabei kann es sich um Mode, Möbel oder Inneneinrichtung, aber auch um Lebensmittel oder andere Elemente unseres täglichen Lebens handeln
  1. Erhaltung und Wandel des Kulturerbes – erfolgreiche Beispiele für kulturelles Erbe, dessen Wert im Geiste von Nachhaltigkeit, Ästhetik und Inklusivität hervorgehoben wird
  1. Neu erfundene Orte der Begegnung und des Austausches – inspirierende Beispiele dafür, wie Räume für positiven Austausch und den Aufbau von Gemeinschaften genutzt werden können
  1. Mobilisierung von Kultur, Kunst und Gemeinschaften – zur Veranschaulichung der Bedeutung von Kunst für den nachhaltigen Aufbau von Gemeinschaften; dabei kann es sich um Veranstaltungen, Festivals oder kulturelle Aufführungen handeln, die Gemeinschaften zusammenbringen
  1. Modulare, anpassungsfähige und mobile Lösungen für das Wohnen – innovative Lösungen für Interventionen/Wohnprojekte, mit denen auf vorübergehenden punktuellen Bedarf mit hohen ästhetischen und nachhaltigen Standards reagiert werden kann
  1. Interdisziplinäre Bildungsmodelle – Bildungsmodelle und -methoden, bei denen die Werte Nachhaltigkeit, Inklusion und Ästhetik in den Lehrplan und den Lernprozess integriert sind

Sowohl EU- Bürgerinnen und -Bürger als auch Drittstaatsangehörige können sich bewerben, solange ihr Konzept, ihre Idee und ihre Projekte tatsächlich in der EU entwickelt und/oder dort physisch angesiedelt sind. Anträge als Bietergemeinschaften/Partner und Konsortien sind ebenfalls möglich, wobei für EU-basierte Projekte dieselben Kriterien gelten.

Junge Menschen, die am 31. Mai 2021 jünger als 30 Jahre sind, können in beiden Wettbewerbsbereichen – den „New European Bauhaus Awards“ und den „New European Bauhaus Rising Stars“ – Anträge einreichen. Projektträger, die älter als 30 Jahre sind, können sich lediglich im Rahmen der „New European Bauhaus Awards“ bewerben.

Der erste Wettbewerbsbereich, die „New European Bauhaus Awards“, wird bestehenden Projektbeispielen gewidmet sein. Diese Projekte müssen zum Zeitpunkt der Bewerbung bereits abgeschlossen sein. Konzepte, Prototypen und Lösungen (Werkzeuge, Methoden, Ideen), die nicht in realen Kontexten umgesetzt wurden, können nicht berücksichtigt werden. Diese Projekte müssen jedoch nicht zwangsläufig physisch – in Form eines Gebäudes oder eines materiellen Produkts – in Erscheinung treten. In bestimmten Preiskategorien können sie auch die Form realisierter/umgesetzter Methoden oder Verfahren annehmen, wie beispielsweise Bildungsmodelle oder Kulturprojekte.

Der zweite Wettbewerbsbereich, die „New European Bauhaus Rising Stars“, wird Konzepten oder Ideen junger Talente bis 30 Jahre gewidmet sein. Die Konzepte/Ideen in diesem Bereich können sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien von den ersten Entwürfen bis zur Prototyp-Ebene befinden und sollten mit einem Entwicklungsplan vorgelegt werden, in dem die vorgesehenen Schritte zur Weiterentwicklung, Förderung und/oder Umsetzung des Konzepts/der Idee – mit besonderem Schwerpunkt auf dem Jahr nach der Bewerbung – dargelegt sind.

Ein Kommunikationspaket, das die „Rising Stars“-Preisträgerinnen und -Preisträger erhalten, soll ihnen dabei helfen, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. So kann die Erstellung eines kurzen Dokumentarfilms dazu beitragen, das Bewusstsein der Öffentlichkeit für das Projekt zu schärfen, indem nicht nur dessen Ergebnisse, sondern auch der gesamte dahinter liegende Prozess erläutert werden.

In ähnlicher Weise werden die Preisträgerinnen und -Preisträger durch Coaching dabei unterstützt, ihr Projekt vorzustellen. Das erhöht ihre Chancen, weitere Förderung und Finanzierung zu erhalten.

Das Auswahlverfahren umfasst vier Phasen:

1. Prüfung der Anträge und Zulässigkeitsbewertung,

2. öffentliche Online-Abstimmung über alle infrage kommenden Projekte

3. Bewertung der drei Projekte mit den meisten Stimmen pro Kategorie in jedem Wettbewerbsbereich durch eine Jury, die sich aus den Partnern des neuen Europäischen Bauhauses zusammensetzt (bis zum 31. Mai 2021) und

4. Erstellung der Liste der ausgewählten Preisträgerinnen und Preisträger durch den Bewertungsausschuss.

Die Auswahl der Gewinner wird vom Bewertungsausschuss organisiert und geprüft.

Die Preisträgerinnen und Preisträger in jeder Kategorie und jedem Wettbewerbsbereich erhalten einen Geldbetrag (ein Gewinner pro Kategorie in jedem Wettbewerbsbereich):

– 30.000 Euro für Preisträgerinnen und Preisträger der New European Bauhaus Awards und

– 15.000 Euro für Preisträgerinnen und Preisträger der New European Bauhaus Rising Stars.

Alle Preisträgerinnen und Preisträger erhalten ferner ein Kommunikationspaket (z. B. bezahlte Medienwerbung, Erstellung eines kurzen Dokumentarfilms, Ratschläge zur Vorstellung des Projekts).

Hintergrund

Das Europäische Bauhaus wurde durch Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erstmals in ihrer Rede zur Lage der Union im September 2020 angekündigt. Das Neue Europäische Bauhaus ist ein breit angelegtes interdisziplinäres Projekt, das Gestaltung, Wissenschaft und Technik zusammenbringt und damit zur Umsetzung des europäischen Grünen Deals beiträgt. Wichtige Werte, die dabei im Mittelpunkt stehen, sind Nachhaltigkeit, Ästhetik und gesellschaftliche Inklusion.

Die Umsetzung der Initiative erfolgt in drei Phasen:

§ Gestaltungsphase: Bis zum Sommer 2021 sollen in einem offenen Prozess Ideen sowie bereits existierende Beispiele für die Umsetzung der Bauhaus-Konzeptes gesammelt werden. In diese Phase gehört auch die Vergabe des Preises zum neuen Europäischen Bauhaus.

§ Umsetzung: Ab September 2021 werden über Ausschreibungen EU-Mittel zur Umsetzung der Bauhaus-Idee an fünf Standorten in der EU vergeben.

§ Verbreitung: Ab Januar 2023 liegt der Fokus der Initiative auf dem Transfer der gewonnenen Kenntnisse in die Stadt- und Gemeindeverwaltungen sowie zu verschiedenen Experten wie Architekten und Designern.

Weitere Informationen:

Fragen und Antworten zum Preis Neues Europäisches Bauhaus

Website zum neuen Europäischen Bauhaus

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Pressemitteilung: Neues Europäisches Bauhaus: Kommission leitet Gestaltungsphase ein

Pressekontakt: Gabriele Imhoff, Tel.: +49 (30) 2280- 2820

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.