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EU stärkt ihre Initiative zur Krebsbekämpfung mit Aktionsplan für medizinische Strahlentechnologie

Die Kommission hat heute (Freitag) ihren Aktionsplan im Rahmen von SAMIRA, der Strategischen Agenda für medizinische Anwendungen ionisierender Strahlung, vorgestellt. Der SAMIRA-Aktionsplan soll den EU-Bürgerinnen und -Bürgern Zugang zu hochwertigen medizinischen Nuklear- und Strahlentechnologien ermöglichen, für die höchste Sicherheitsstandards gelten. Der Aktionsplan ist die erste Folgemaßnahme zu Europas Plan gegen den Krebs, den die Kommission am 3. Februar angenommen hat.

05/02/2021

Die für Energie zuständige Kommissarin Kadri Simson erklärte: „Die derzeitige Pandemie hat uns alle daran erinnert, wie wichtig Gesundheit ist und dass wir alles tun müssen, um das Wohlbefinden unserer Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. Mit der sicheren Nutzung von Nuklear- und Strahlentechnologie in der Medizin verfügen wir über ein äußerst nützliches Instrument, das bereits Hunderten Millionen von Patienten in ganz Europa zugutekommt. Dieser Aktionsplan wird dafür sorgen, dass die EU bei der Bereitstellung medizinischer Radioisotope und bei der Entwicklung radiologischer Diagnostika und Behandlungen weiterhin weltweit führend bleibt und gleichzeitig die höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards anwendet.“

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides ergänzte: „Im Rahmen von Europas Plan gegen den Krebs werden wir Maßnahmen ergreifen, um für mehr Vorsorgeuntersuchungen und eine bessere Früherkennung zu sorgen. Dazu benötigen wir eine sichere und hochwertige Strahlentechnologie. Die radiologische Bildgebung ist für die frühzeitige Erkennung und Diagnose von Krebs unverzichtbar, und mehr als die Hälfte der Krebspatientinnen und -patienten erhält eine Strahlentherapie. Strahlentechnologie ist aus der Behandlung von Krebserkrankungen nicht mehr wegzudenken. Der SAMIRA-Aktionsplan ist das erste Ergebnis, das wir im Rahmen von Europas Plans gegen den Krebs erzielt haben, und ein hervorragendes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen den Energie-, Gesundheits- und Forschungsgemeinschaften.“

Mit dem Plan werden in drei Schlüsselbereichen Aktionen und Maßnahmen festgelegt: i) Sicherstellung der Versorgung mit Radioisotopen für medizinische Zwecke, ii) Verbesserung der Strahlenqualität und -sicherheit in der Medizin und iii) Förderung von Innovationen und der technologischen Entwicklung von medizinischen Anwendungen ionisierender Strahlung. Vorgesehene Maßnahmen:

  • Die Kommission wird eine Europäische Initiative zur Gründung eines Exzellenzzentrums für Radioisotope (ERVI) ins Leben rufen, um Europas weltweite Führungsrolle bei der Versorgung mit Radioisotopen für medizinische Zwecke zu behaupten und dazu beizutragen, die Entwicklung und Einführung neuer Radioisotope und Produktionsverfahren zu beschleunigen.
  • Die Kommission wird außerdem eine Europäische Initiative für Qualität und Sicherheit medizinischer Anwendungen ionisierender Strahlung auf den Weg bringen, die gewährleisten soll, dass diagnostische und therapeutische Anwendungen ionisierender Strahlung in den Mitgliedstaaten den höchsten Standards entsprechen.
  • Mit der Entwicklung und Umsetzung eines Forschungsfahrplans für medizinische Anwendungen der Nuklear- und Strahlungstechnologie wird die Kommission Synergien zwischen dem Euratom-Programm für Forschung und Ausbildung und dem Cluster „Gesundheit“ des EU-Forschungsprogramms Horizont Europa schaffen.

Hintergrund

Den verschiedenen Nuklear- und Strahlentechnologien kommt bei der Krebsbekämpfung eine Schlüsselrolle zu. Mammographie, Computertomographie und andere Formen der radiologischen Bildgebung sind in allen Phasen der Krebsbehandlung unverzichtbare Technologien. Die Strahlentherapie gehört zu den wirksamsten, effizientesten und am häufigsten angewandten Krebsbehandlungen, die Patienten und Ärzten zur Verfügung stehen. Die Nuklearmedizin wird routinemäßig für die Krebsdiagnose und -nachsorge und zunehmend auch für die Krebsbehandlung genutzt.

Mit seinem einzigartigen Versorgungsnetz, innovativen technologischen Entwicklungen und einem starken Engagement für die klinische Forschung spielt Europa im Bereich der Nuklearmedizin eine zentrale Rolle. Die EU ist bei der Lieferung medizinischer Radioisotope weltweit führend und hält bei einigen der am häufigsten verwendeten Radioisotope einen Marktanteil von mehr als 60 %. Einige der wichtigsten pharmazeutischen und klinischen Entwicklungen auf dem Gebiet der nuklearmedizinischen Behandlung von Krebserkrankungen der letzten Zeit stammen aus der EU.

Die Maßnahmen und Initiativen im Rahmen von SAMIRA stützen sich auf den bestehenden Rechtsrahmen. Der Aktionsplan wird durch Instrumente und Programme in den Bereichen Energie, Gesundheit sowie Forschung und Innovation umgesetzt.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung: SAMIRA-Aktionsplan: Nuklear- und Strahlentechnologie zur Unterstützung von Europas Plan gegen den Krebs

SAMIRA-Aktionsplan

Fragen & Antworten

Factsheet

Webseite zu medizinischen Anwendungen von Strahlen

Europas Plan gegen den Krebs

Pressekontakt: Claudia Guske, +49 (30) 2280-2190

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.