Vertretung in Deutschland

Chemnitz wird Kulturhauptstadt Europas 2025

Im Wettbewerbsverfahren um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ in Deutschland hat sich Chemnitz durchgesetzt. Das hat die europäische Jury heute (Mittwoch) im Europäischen Haus in Berlin bekanntgegeben. „Ich freue mich, dass sich so viele deutsche Städte für diesen Titel beworben haben und gratuliere herzlich der Stadt Chemnitz. Kultur verbindet uns Europäerinnen und Europäer und wir können stolz sein auf unsere kulturelle Vielfalt in Europa“, sagte Jörg Wojahn, der Vertreter der EU-Kommission in Deutschland. „Das Schöne an den Kulturhauptstädten ist, dass dabei auch international weniger bekannte Städte in den Mittelpunkt gerückt werden.“

28/10/2020

Wojahn sagte weiter: „So können wir alle jedes Jahr oft ungeahnte Kulturschätze entdecken. Den Städten bringt die Auszeichnung langfristige wirtschaftliche Vorteile. Bewohnerinnen und Bewohnern profitieren von einem größeren Kulturangebot und besseren Infrastrukturen. Eine Initiative, bei der alle Beteiligten gewinnen. Ich freue mich schon sehr auf das Programm in Chemnitz.“

Die Ernennung zur Kulturhauptstadt aufgrund der Jury-Empfehlung erfolgt nun bis Jahresende durch die Kulturministerkonferenz im Einvernehmen mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Monika Grütters.

Die Stadt in Sachsen konnte sich gegen die anderen Shortlist-Städte Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg durchsetzen.

Ins Rennen gegangen waren acht deutsche Städte, von denen sich fünf für die zweite Runde im Wettbewerbsverfahren qualifizieren konnten. Die Jury bewertet die Shortlist-Städte anhand der 100-seitigen Bewerbungsbücher, der vom 19. bis 23. Oktober stattfindenden digitalen Stadtbesuche und der finalen digitalen Präsentationen am 26. und 27. Oktober. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden sowohl die Stadtbesuche als auch die finale Auswahlsitzung in digitalen Formaten durchgeführt.

Zeitgleich mit Slowenien ist Deutschland berechtigt, für das Jahr 2025 eine Europäische Kulturhauptstadt zu bestimmen. Die Kulturstiftung der Länder führt im Auftrag der Kultusministerkonferenz die praktische Organisation des nationalen Auswahlverfahrens für die deutsche „Kulturhauptstadt Europas 2025“ durch.

Deutschland stellt 2025 nach 1988 (West-Berlin), 1999 (Weimar) und 2010 (Essen/Ruhrgebiet) zum vierten Mal eine Kulturhauptstadt Europas. Im gleichen Jahr wird es auch in Slowenien eine Kulturhauptstadt geben.

Die beiden Kulturhauptstädte Europas 2025 in Deutschland und Slowenien folgen auf Rijeka (Kroatien) und Galway (Irland) 2020. 2021 - Timișoara (Rumänien), Elefsina (Griechenland) und Novi Sad (Serbien, Kandidatenland), 2022 – Kaunas (Litauen) und Esch (Luxemburg), 2023 – Veszprém (Ungarn), 2024 – Tartu (Estland), Bodø (Norwegen, EFTA/EEA-Land) und Bad Ischl (Österreich).

Hintergrund

Im September 2018 startete in Deutschland das Auswahlverfahren mit einem Aufruf zur Einreichung von Bewerbungen interessierter Städte. Bis zum Ende der Bewerbungsfrist (31.8.2019) gingen Bewerbungen von acht Städten ein: Chemnitz, Dresden, Gera, Hannover, Hildesheim, Magdeburg, Nürnberg und Zittau.

Das derzeitige Auswahlsystem besteht aus zwei Phasen: einem Vorauswahlverfahren, an dessen Ende eine Liste der Städte erstellt wird, die in die engere Auswahl kommen, und einer Endauswahl, die ca. 9 Monate später erfolgt. Die ausgewählte Stadt wird dann von dem betreffenden Mitgliedstaat offiziell benannt.

Die Bewerbungen werden von einer Jury aus zwölf unabhängigen Fachleuten geprüft. Zehn Jury-Mitglieder werden dabei von den EU-Institutionen (Europäisches Parlament, Rat, Kommission und Ausschuss der Regionen) benannt, die übrigen zwei von den zuständigen nationalen Behörden des jeweiligen Mitgliedstaates.

Gemäß den Auswahlkriterien müssen die Städte ein Kulturprogramm mit einer starken europäischen Dimension erstellen, an dem alle Interessenträger der Stadt sowie die verschiedenen Stadtviertel beteiligt sind, und das Besucher/innen aus dem ganzen Land und aus Europa anzieht. Das Programm muss eine dauerhafte Wirkung haben und zur langfristigen Entwicklung der Stadt beitragen. Die Städte müssen außerdem nachweisen, dass sie von den zuständigen lokalen Behörden unterstützt werden und in der Lage sind, das Projekt durchzuführen.

Das Programm „Kulturhauptstädte Europas” wurde 1985 auf Initiative der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri ins Leben gerufen und hat sich nicht nur zu einem der erfolgreichsten Kulturprojekte, sondern zu einer der beliebtesten Initiativen der EU überhaupt entwickelt. Seine Ziele sind die Förderung der kulturellen Vielfalt in Europa, die Hervorhebung der Gemeinsamkeiten und die Einbeziehug der kulturellen Dimension bei der langfristigen Entwicklung der Städte.

Weitere Informationen:

Pressemeldung der Kulturstiftung der Länder vom 28.10.

Pressemeldung: Kulturhauptstadt Europas 2025: Chemnitz, Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg sind in der engeren Auswahl

Pressemeldung: Vorauswahl im Bewerbungsverfahren „Kulturhauptstadt Europas 2025“ in Deutschland

Website Europäische Kulturhauptstädte

Broschüre „30 Jahre Europäische Kulturhauptstadt“

Pressekontakt Kulturstiftung der Länder: Hans-Georg Moek , Tel +49 (30) 89 36 35 29

Pressekontakt Vertretung: Gabriele Imhoff, Tel.: +49 (30) 2280-2820

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per oder telefonisch unter (030) 2280 2900.