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Coronavirus: Tschechien erhält Beatmungsgeräte über rescEU-Reserve

Tschechien wird über die rescEU-Reserve eine erste Lieferung von 30 Beatmungsgeräten erhalten, nachdem das Land aufgrund steigender Coronavirus-Infektionen um Hilfe gebeten hatte. Präsidentin von der Leyen sagte: „Tschechien befindet sich derzeit in einer der schwierigsten Situationen in Europa. Das Land benötigt medizinische Ausrüstung für die Behandlung von Patienten. Wir lassen unsere europäischen Freunde in diesen schwierigen Zeiten nicht im Stich. Die Europäische Kommission mobilisiert medizinisches Material über unser Katastrophenschutzverfahren.“

23/10/2020

In einem Telefonat mit dem tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babiš gestern (Donnerstag) hat Präsidentin von der Leyen zugesagt, 30 Beatmungsgeräte aus der rescEU-Reserve nach Tschechien zu schicken. Von der Leyen sagte nach dem Telefonat: „Wir haben diese Reserve im Frühjahr in Rekordzeit eingerichtet, um wichtige medizinische Materialien zu lagern, die wir europäischen Ländern im Notfall zur Verfügung stellen können. Wir stehen in Kontakt mit anderen EU-Ländern, um weitere Beatmungsgeräte für die Tschechische Republik zu mobilisieren. Wir sitzen alle im selben Boot.“

Janez Lenarčič, EU-Kommissar für Krisenmanagement fügte hinzu: „Wir haben rund um die Uhr daran gearbeitet, eine Wiederholung der Lage Ende Februar zu vermeiden, als die gesamte EU im Kampf gegen die Pandemie überfordert war. Wir haben die medizinische Reserve rescEU geschaffen, damit kein Mitgliedstaat bei der Bewältigung dieser Herausforderung allein gelassen wird. Nach der Bereitstellung von Schutzmasken in ganz Europa wird die Europäische Kommission zum ersten Mal auch Beatmungsgeräte aus der EU-Reserve versenden.“

Das EU-Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen steht in ständigem Kontakt mit den tschechischen Behörden, und in den kommenden Tagen kann weitere EU-Hilfe über das EU-Katastrophenschutzverfahren bereitgestellt werden. Um den Mitgliedstaaten Zeit zu geben, ihre Reaktionsfähigkeit zu bewerten, und dem Ernst der Lage in der Tschechischen Republik Rechnung zu tragen, hat die EU die Bereitstellung medizinischer Reserve im Rahmen von rescEU proaktiv eingeleitet.

Hintergrund

Die rescEU-Reserve kann verschiedene Arten von medizinischer Ausrüstung umfassen, beispielsweise Schutzmasken oder medizinische Beatmungsgeräte, die in der Intensivpflege eingesetzt werden, und sie wird ständig aufgefüllt. Die Reserve wird von mehreren Mitgliedstaaten unterhalten, die für die Beschaffung der Ausrüstung zuständig sind. Die Europäische Kommission finanziert die Ausrüstungen sowie deren Lagerung und Transport zu 100 Prozent. Derzeit halten sechs EU-Mitgliedstaaten rescEU-Bestände bereit: Dänemark, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Schweden und Rumänien.

Die strategische medizinische Kapazität ist Teil der umfassenderen rescEU-Reserve, die auch andere Kapazitäten wie Mittel zur Brandbekämpfung aus der Luft und medizinische Evakuierungskapazitäten einschließt. Die rescEU-Reserve steht als letztes Mittel im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens zur Verfügung, das bei allen Arten natürlicher und vom Menschen verursachter Gefahren aktiviert werden kann. Die EU-Mitgliedstaaten, das Vereinigte Königreich (während der Übergangszeit), Island, Norwegen, Serbien, Nordmazedonien, Montenegro und die Türkei beteiligen sich am EU-Katastrophenschutzverfahren.

Das Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen verwaltet die Verteilung der Ausrüstung, um sicherzustellen, dass diese dort zum Einsatz kommt, wo sie am dringendsten benötigt wird. Dabei wird der Bedarf zugrunde gelegt, den die Länder in ihren Hilfeersuchen im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens der Union geltend gemacht haben.

Zu Beginn des Ausbruchs entsandte die Kommission über das Katastrophenschutzverfahren europäische medizinische Teams, die sich aus Krankenpflegepersonal und Ärzten zusammensetzten, nach Italien, unterstütze die Versendung von Desinfektionsmitteln, Masken und Beatmungsgeräten in ganz Europa und organisierte die Rückführung von mehr als 80 000 EU-Bürgern auf von der EU finanzierten Flügen.

Weitere Informationen:

Die vollständige Pressemitteilung

rescEU

Katastrophenschutzverfahren der Union

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