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Nach Explosionen in Beirut: Präsidentin von der Leyen spricht mit Premier Diab

In einem Telefonat mit dem libanesischen Premierminister Hassan Diab heute (Donnerstag) Morgen hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Namen der Europäischen Union ihr Beileid angesichts der verheerenden Explosionen mit vielen Opfern in Beirut überbracht. Sie sicherte den Menschen im Libanon die Unterstützung der EU zu. Die EU koordiniert unter anderem den Einsatz von über 100 hochqualifizierten Feuerwehrleuten und stellt medizinische Notausrüstung bereit.

06/08/2020

Die von der EU bislang geleistete Unterstützung umfasst insbesondere:

  • den Einsatz von über 100 hochqualifizierten Feuerwehrleuten mit Fahrzeugen, Hunden und medizinischer Notausrüstung, auch über das libanesische Rote Kreuz;
  • das Angebot zusätzlicher Teams, insbesondere für die Aufspürung chemischer, biologischer, radiologischer und nuklearer Gefahren;
  • ein Militärschiff mit Hubschrauberkapazität für die medizinische Evakuierung sowie medizinische und Schutzausrüstung
  • die Aktivierung des Kopernikus-Satelliten-Mapping-Systems zur Beurteilung des Ausmaßes des Schadens.

Zusätzlich zu diesen Bemühungen mobilisiert die Kommission über 33 Mio. Euro für den ersten Notfallbedarf, medizinische Unterstützung und Ausrüstung sowie den Schutz kritischer Infrastrukturen. Je nach Entwicklung des humanitären Bedarfs wird die Kommission weitere Unterstützung prüfen.

Präsidentin und Premierminister erörterten auch die längerfristige Unterstützung der EU beim Wiederaufbau des Landes.

Die Kommissionspräsidentin nannte hier insbesondere die mögliche Mobilisierung von Sachverständigen und die Bereitstellung von Ausrüstung, die bei der Bewertung des Ausmaßes der Schäden und beim Umgang mit gefährlichen Stoffe wie Asbest und anderen Chemikalien helfen sollen. Dies könnte sowohl für zivile Strukturen als auch zum Beispiel für die Sanierung des Hafens von Beirut von Interesse sein.

Die Präsidentin betonte auch, dass die Kommission bereit sei zu prüfen, wie in dieser schwierigen Zeit die gegenseitigen Handelsbeziehungen ausgebaut werden könnten, insbesondere in Form weiterer Handelspräferenzen und Zollerleichterungen.

Von der Leyen bot auch die Unterstützung der EU bei der Durchführung einer umfassenden Bedarfsbewertung für den Wiederaufbau und die Erholung der Stadt sowie bei den Gesprächen mit den internationalen Finanzinstitutionen an. Dies kann dazu beitragen, weitere wirtschaftliche Unterstützung zu erschließen.

Die Präsidentin versicherte, dass die Europäische Union der Einheit und Stabilität des Libanon, die derzeit sowohl intern als auch für die Region insgesamt wichtiger denn je sind, große Bedeutung beimisst. Sie betonte, dass dieser tragische Moment für den Libanon die Gelegenheit sein sollte, alle politischen Kräfte in einer nationalen Anstrengung zu einen, um auf die vielen Herausforderungen reagieren zu können, denen das Land gegenübersteht. Die Europäische Union wird dem Libanon dabei zur Seite stehen.

Weitere Informationen:

Readout des Telefonats zwischen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und dem libanesischen Premierminister Hassan Diab

Pressekontakt: Laura Bethke, Tel.: +49 (30) 2280 2190

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