Vertretung in Deutschland

Deutschland tritt der EU-Genom-Initiative bei

Deutschland ist heute (Donnerstag) als 21. EU-Mitgliedstaat der EU-Genom-Initiative beigetreten. Diese Initiative ermöglicht es den Gesundheitsbehörden in der gesamten EU, Genomdaten auf sichere Weise auszutauschen und bei der Krankheitsvorbeugung, der Entwicklung personalisierter Behandlungen sowie der Erstellung großer Datensätze für die medizinische Forschung zusammenzuarbeiten. Ein Genom ist die Gesamtheit der Erbanlagen eines Lebewesens.

16/01/2020

Thierry Breton, das für den Binnenmarkt zuständige Kommissionsmitglied, sagte: „Digitale Innovation und sicherer Zugang zu Gesundheitsdaten sind entscheidend für unsere Bemühungen, die Gesundheit und die Versorgung der europäischen Bürger zu verbessern. Das Engagement Deutschlands für diese wichtige Initiative wird das Potenzial für die grenzüberschreitende Verknüpfung großer Mengen von Genomdaten stärken und dazu beitragen, dass die EU in der Gesundheitsforschung an der Spitze bleibt.“

Stella Kyriakides, Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, die an der Unterzeichnungszeremonie in Berlin teilnahm, sagte: „Ich begrüße die Unterzeichnung dieser wichtigen Initiative durch Deutschland, die dazu beitragen wird, die Forschung voranzutreiben, neue Behandlungsmethoden zu entwickeln und die Gesundheit der EU-Bürger zu verbessern.“

Genomische Sequenzierungsdatensätze sind heute in vielen EU-Mitgliedstaaten sowohl im Rahmen nationaler Genomikstrategien als auch im Rahmen bestehender Forschungsinitiativen und -projekte verfügbar, aber sie sind verstreut und meist nicht miteinander verbunden.

Durch die Verknüpfung dieser Datensätze und ihre sichere Zugänglichkeit wird eine größere Kohorte von Genomdaten geschaffen, die die Erforschung innovativer Lösungen für die Präzisionsmedizin und die öffentliche Gesundheit erleichtern wird. Prävention ist ein Schlüsselfaktor sowohl für die Gesundheit der Bürger als auch für die Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit der Gesundheitssysteme.

Die Kooperationserklärung „Eine Million Genome“, mit der eine Forschungskohorte von mindestens einer Million Genomsequenzen aufgestellt werden soll, wurde im April 2018 veröffentlicht. Die Initiative steht den EU-, EWR- und EFTA-Ländern offen und wurde bisher von 21 Mitgliedstaaten und Norwegen unterzeichnet. Sechs Länder sind offizielle Beobachter: Belgien, Frankreich, Dänemark, Irland, Polen und die Schweiz.

Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, Mechanismen zu schaffen, mit denen Genomdatenbanken mit sequenzierten Genomen in ganz Europa zu Analysezwecken abgerufen und miteinander verknüpft werden können, und zwar mit einem robusten Verwaltungsmodell und in voller Übereinstimmung mit den Datenschutzvorschriften.

Die Initiative ist Teil der EU-Agenda für die digitale Transformation des Gesundheits- und Pflegewesens. Ihr Ziel ist es, zu besseren Ergebnissen im Gesundheitswesen beizutragen und die langfristige Nachhaltigkeit der Gesundheits- und Versorgungssysteme in der EU zu unterstützen, indem das Potenzial neuer digitaler Technologien, wie Großdatenanalyse, künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechner, genutzt wird. Sie trägt direkt zur Umsetzung wichtiger politischer Prioritäten bei, wie dem Europäischen Raum für Gesundheitsdaten und dem Plan der Kommission, den Krebs zu besiegen.

Die Genomik hat das Potenzial, das Gesundheitswesen in vielerlei Hinsicht zu revolutionieren. Sie könnte zur Entwicklung gezielter personalisierter Medikamente, Therapien und Interventionen führen. Außerdem könnte sie eine bessere Diagnose ermöglichen, die Prävention fördern und die knappen Ressourcen effizienter nutzen. Ob Krebs, Rückenerkrankungen, hirnverwandte Krankheiten oder Prävention - die Genomik kann verschiedene Gesundheitszustände der EU-Bürger erheblich verbessern.

Die Unterzeichnerstaaten haben verschiedene Ziele. Zu diesen gehören:

  • Die Gewährleistung einer geeigneten technischen Infrastruktur, die einen sicheren, föderierten Zugang zu den Genomdaten ermöglicht, in der gesamten EU;
  • sicherzustellen, dass die ethischen und rechtlichen Auswirkungen der Genomik, wie der Schutz personenbezogener Daten, die Sicherheit gespeicherter Daten, die ethische Nutzung von Daten und klare Regeln für das Dateneigentum, klar und berücksichtigt werden;
  • Gewährleistung, dass die Öffentlichkeit und die politischen Entscheidungsträger in den Mitgliedstaaten und den Unterzeichnerstaaten gut über die Genomik informiert sind, um ihre Übernahme durch die Gesundheitssysteme und ihre Integration in die personalisierte Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.

Weitere Informationen:

Daily News

Informationen zur Initiative

Infografik

Pressekontakt: Nikola John, Tel.: +49 (30) 2280-2410

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.