Vertretung in Deutschland

Bau von acht europäischen Supercomputern kann beginnen

Der Aufbau der europäischen Supercomputing-Zentren kommt heute (Dienstag) einen wichtigen Schritt voran. In Straßburg treffen sich Vertreter dieser Zentren zur Unterzeichnung von Hosting-Verträgen, mit denen der Prozess für die Anschaffung, Installation und Wartung der neuen Hochleistungsrechner eingeleitet wird. Die Supercomputer sollen dann ab der zweiten Jahreshälfte 2020 für europäische Nutzer aus Wissenschaft, Industrie und dem öffentlichen Sektor in Betrieb genommen werden.

26/11/2019

Die für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft zuständige Kommissarin Mariya Gabriel erklärte: „Diese Unterschriften stellen einen Meilenstein in der Arbeit des Gemeinsamen Unternehmens dar. Wir kommen damit unserem Ziel, Europa auf dem Gebiet der Hochleistungsrechentechnik weltweit führend zu machen, einen Schritt näher. Ende nächsten Jahres werden europäischen Forschern und Unternehmern acht Weltklasse-Supercomputer zur Verfügung stehen, auf denen Anwendungen laufen können, die eine besonders hohe Rechenleistung benötigen. Damit können erhebliche Fortschritte bei der Bekämpfung des Klimawandels, der Entwicklung neuer Arzneimittel oder Werkstoffe sowie in vielen anderen Bereichen erzielt werden. Ich begrüße außerdem Nordmazedonien als 30. Mitglied des Gemeinsamen Unternehmens. Ich freue mich, dass das Land im Rahmen seines Engagements für die Digitale Agenda der EU für den westlichen Balkan zugesagt hat, in das Gemeinsame Unternehmen und in seine ehrgeizigen Ziele in den Bereichen Infrastruktur und Forschung zu investieren.“

Anfang dieses Jahres wurden acht Zentren in acht EU-Ländern als Hosting-Einheiten für die ersten Supercomputer des Gemeinsamen Unternehmen für europäisches Hochleistungsrechnen (EuroHPC) ausgewählt. Die ersten europäischen Hochleistungsrechnercomputer werden in Sofia (Bulgarien), Ostrau (Tschechische Republik), Kajaani (Finnland), Bologna (Italien), Bissen (Luxemburg), Minho (Portugal), Maribor (Slowenien) und Barcelona (Spanien) stehen. Die europäische Zusammenarbeit beim Bau von Supercomputern von Weltrang wächst, Nordmazedonien ist jetzt als 30. Teilnehmerland der Initiative beigetreten. Auch Deutschland nimmt teil.

Hintergrund

Auf Vorschlag der Kommission und mit Unterstützung des Rates der EU wurde das Gemeinsame Unternehmen (EuroHPC) im November 2018 gegründet‚ um die EU bis Ende 2020 mit einer Hochleistungsrecheninfrastruktur von Weltrang auszustatten. Im Februar 2019 veröffentlichte das gemeinsame Unternehmen seine ersten Aufforderungen zur Interessenbekundung für die Auswahl der Standorte, an denen die ersten Supercomputer bis Ende 2020 entstehen sollen. Es gab zwei Aufforderungen: eine für den Betrieb der Peta-Supercomputer und eine für den Betrieb der Vor-Exa-Supercomputer.

Das Hochleistungsrechnen ist eine wichtige Priorität des Programms „Digitales Europa“, das von der Kommission im Mai 2018 im Zusammenhang mit der nächsten langfristigen EU-Haushaltsplanung vorgeschlagen wurde und 2,7 Mrd. Euro für die Finanzierung von Supercomputern in Europa im Zeitraum 2021–2027 vorsieht. Diese Mittel werden es dem gemeinsamen Unternehmen ermöglichen, die Anschaffung von Exa-Supercomputern (die bis zu 1018 Rechenoperationen pro Sekunde oder 1000 Petaflops schaffen) bis 2023 sowie die Entwicklung der Hauptanwendungen, die auf diesen Supercomputern laufen werden, und der dafür erforderlichen Kompetenzen zu unterstützen.

Weitere Informationen:

Daily News vom 26. November 2019

Factsheet: Pooling resources to build a world-class supercomputing infrastructure and ecosystem in Europe (Bündelung von Ressourcen für den Aufbau einer Infrastruktur und eines Ökosystems von Weltrang für das Hochleistungsrechnen in Europa)

Gemeinsames Unternehmen EuroHPC

Pressemitteilung: Rat billigt Pläne der Kommission, eine Milliarde Euro in europäische Supercomputer von Weltrang zu investieren

Pressekontakt: Nikola John , Tel.: +49 (30) 2280-2410

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.