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EU bewertet Sicherheitsrisiken von 5G-Netzen

Die Einführung von 5G-Netzen führt im Vergleich mit bestehenden Netzen zu einer Reihe von neuen Sicherheitsrisiken. Dazu gehören eine erhöhte Anfälligkeit für mögliche Angriffe sowie eine größere Abhängigkeit von einzelnen Anbietern. Das geht aus einer heute (Mittwoch) vorgestellten EU-weiten Risikobewertung von 5G-Netzen hervor, die die EU-Mitgliedstaaten gemeinsam mit der Kommission und der Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit (ENISA) erstellt haben. Die EU sieht in den Sicherheitsherausforderungen der 5G-Netze einen Paradigmenwechsel, der eine Überprüfung des derzeitigen Sicherheitsrahmens für diesen Sektor notwendig macht.

09/10/2019

Die Sicherheitsrisiken sind zum einen auf wichtige Teile der Software und das breite Spektrum der durch 5G ermöglichten Dienste und Anwendungen zurückzuführen. Eine weitere Herausforderung betrifft die Rolle der Anbieter beim Aufbau und Betrieb von 5G-Netzen und die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten.

Netze der 5. Generation (5G) werden künftig die grundlegenden digitalen Infrastrukturen für unsere Gesellschaften und Volkswirtschaften bilden und Milliarden von Objekten und Systemen mit einander verbinden, auch in kritischen Sektoren wie Energie, Verkehr, Bank- und Gesundheitswesen. Sie werden industrielle Steuerungssysteme ermöglichen, die sensible Informationen verarbeiten, und Sicherheitssysteme unterstützen.

Der Bericht basiert auf nationalen Risikobewertungen aller EU-Mitgliedstaaten. Darin werden die wichtigsten Bedrohungen und Bedrohungsakteure, die sensibelsten Vermögenswerte, die wichtigsten Schwachstellen sowie eine Reihe strategischer Risiken identifiziert. Die Bewertung bildet die Grundlage für die Ermittlung von Maßnahmen zur Eindämmung von Sicherheitsrisiken, die auf nationaler und europäischer Ebene angewendet werden können.

Hintergrund

Die Europäische Kommission gab am 26. März 2019 eine Empfehlung für eine Reihe konkreter Maßnahmen zur Bewertung der Cybersicherheitsrisiken von 5G-Netzen und zur Stärkung von Präventivmaßnahmen ab, nachdem die Staats- und Regierungschefs ein abgestimmtes Vorgehen bei der Sicherheit von 5G-Netzen befürwortet hatten.

Bis zum 31. Dezember 2019 wird dann die NIS-Kooperationsgruppe , die gemeinsam mit der Kommission die Kooperationsbemühungen vorantreibt, ein Instrumentarium von Risikominderungsmaßnahmen erarbeiten, um den Risiken entgegenzuwirken, die in den auf nationaler und EU-Ebene durchgeführten Risikobewertungen ermittelt wurden.

Bis zum 1. Oktober 2020 sollten die Mitgliedstaaten dann in Zusammenarbeit mit der Kommission die Auswirkungen dieser Maßnahmen bewerten und den weiteren Handlungsbedarf prüfen. Dabei sollte die koordinierte europäische Risikobewertung berücksichtigt werden.

Weitere Informationen:
Pressemitteilung zur EU-weiten Risikobewertung von 5G-Netzen

Pressemitteilung zu den nationalen Risikobewertungen von Juli 2019

Pressekontakt: Nikola John , Tel.: +49 (30) 2280 2410 und Katrin Abele , Tel.: +49 (30) 2280-2140

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