Vertretung in Deutschland

Erasmus+ 2017: Rekordjahr mit über 100.000 Teilnehmern und knapp 1900 Projekten aus Deutschland

2017 unterstützte Erasmus+ 104.006 Teilnehmer aus Deutschland und europaweit fast 800.000 Teilnehmer, die im Ausland studieren, ausbilden oder freiwillig arbeiten. Frankreich, Deutschland und Spanien waren die drei wichtigsten Entsendeländer für Studierende, während Spanien, Deutschland und das Vereinigte Königreich die drei beliebtesten Studienziele waren. Die Top 3 der deutschen Entsende-Hochschulen waren die Technische Universität München, die Universität Münster und die Humboldt Universität in Berlin. Der heute (Donnerstag) von der Kommission veröffentlichte Jahresbericht zu Erasmus+ 2017 zeigt, dass nicht nur mehr Menschen als je zuvor teilnehmen und die Zahl der unterstützten Projekte weiter gestiegen ist, sondern auch dass das Programm integrativer und internationaler geworden ist.

24/01/2019

Teilnehmer am Hochschulprogramm von Erasmus+ waren 2016/2017 durchschnittlich 22,5 Jahre alt und verbrachten ca. 5 Monate an einer Hochschule im Ausland. 61 Prozent waren Frauen, 39 Prozent Männer. Für einen Erasmus-Studienaufenthalt in Deutschland entschieden sich 34.497 Studierende aus dem Ausland, 40.959 Studierende aus Deutschland nutzen die Chance für einen Studienaufenthalt an einer Hochschule in einem anderen EU-Land.

Insgesamt nahmen 84.700 Organisationen an 22.400 Projekten teil. Das Programm ermöglichte es mehr als 400.000 Studenten, Auszubildenden und Mitarbeitern, im akademischen Jahr 2016/2017 einen Aufenthalt im Ausland zu verbringen, um zu lernen, zu trainieren oder zu lehren, darunter rund 34.000 Studenten und Mitarbeiter, die Stipendien für Reisen in und aus Partnerländern auf der ganzen Welt erhielten.

Der Jahresbericht unterstreicht erneut, dass Erasmus+ weit mehr ist als ein Programm für Studenten und Hochschulpersonal. 2017 wurden weiterhin Angebote für Lernende und Lehrpersonal der beruflichen Bildung (160.000), Jugendliche und Jugendbetreuer (158.000) und Lehrpersonal der Erwachsenenbildung (6.400) gemacht. Die Erasmus+-Kooperationsprojekte kamen auch den Lehrern (47.000) und ihren Schülern (110.000) zugute. Zusätzlich zur jährlichen Europäischen Woche des Sports finanzierte das Programm 162 Sportprojekte mit 930 Organisationen, darunter zehn gemeinnützige Sportveranstaltungen.

Im Jahr 2017 investierte die EU 2,6 Mrd. Euro in das Programm, was einer Steigerung von 13 Prozent gegenüber 2016 entspricht. Dadurch konnten mehr Möglichkeiten für junge Menschen als je zuvor geschaffen werden. Die Zahlen zeigen, dass Erasmus+ auf gutem Wege ist, sein Ziel zu erreichen, zwischen 2014 und 2020 3,7 Prozent der jungen Menschen in der EU zu unterstützen.

Die Unterstützung für das Programm war noch nie so stark wie heute. Während einer erfolgreichen Kampagne im Jahr 2017 zum 30-jährigen Bestehen von Erasmus nahmen mehr als 750.000 Menschen an 1.900 Veranstaltungen in 44 Ländern teil.

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, erklärte: „Ganz im Zeichen der Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen von Erasmus war 2017 ein Jahr, in dem das Programm erneut Grenzen aufhob, den Kulturaustausch förderte und neue Möglichkeiten in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport eröffnete. Die heute veröffentlichten Zahlen bestätigen die entscheidende Rolle, die Erasmus+ für ein stärkeres, inklusiveres und robusteres Europa spielt. Im Rahmen des neuen langfristigen EU-Haushalts möchten wir das Programm noch größer und besser aufstellen, damit wir mehr Mittel in eine noch größere Vielfalt junger Europäerinnen und Europäer investieren können.“

Internationaler Tag der Bildung

Der Erasmus+-Jahresbericht erscheint zum allerersten Internationalen Tag der Bildung.  Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat den 24. Januar zum Internationalen Tag der Bildung ausgerufen, um die Rolle der Bildung für Frieden und Entwicklung zu würdigen. Heute besuchen noch immer 262 Millionen Kinder und Jugendliche keine Schule; 617 Millionen Kinder und Jugendliche können nicht lesen und haben keine grundlegenden Mathematikkenntnisse; etwa vier Millionen Kinder und Jugendliche besuchen keine Schule. Die Europäische Union finanziert die Bildungszusammenarbeit sowohl in Europa als auch in den Partnerländern, um Bildungsinitiativen zu unterstützen und bewährte Verfahren weltweit auszutauschen.

Christos Stylianides, Kommissar für Humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, Tibor Navracsics, Kommissar für Bildung und Kultur, Neven Mimica, Kommissar für Zusammenarbeit und Entwicklung und Marianne Thyssen, Kommissarin für Beschäftigung und Soziales erklärten zum ersten Internationalen Tag der Bildung: 

„Heute ist der erste Internationale Tag der Bildung. Dies ist eine wichtige Gelegenheit, um die grundlegende Rolle der Bildung zu würdigen, indem sie den Menschen die Fähigkeiten, Werte und Kenntnisse vermittelt, die sie benötigen, um ihre Zukunft aufzubauen. Bildung fördert auch das Wirtschaftswachstum, den sozialen Zusammenhalt und die Förderung unserer europäischen Werte wie Demokratie, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit. Die universelle Bildung wird auch eine entscheidende Rolle bei der Lösung der Herausforderungen spielen, vor denen die Menschheit steht.

Nur durch Bildung werden wir es schaffen, die Armut zu beseitigen, den Klimawandel zu bekämpfen und eine gerechtere Gesellschaft zu erreichen, die es den Menschen ermöglicht, ihre eigenen Projekte zu entwickeln. Heute sollten wir uns an die Grundprinzipien erinnern. In erster Linie ist Bildung ein Menschenrecht für alle, wo immer sie leben. Darüber hinaus sollte die Pflichtschulzeit überall kostenlos sein. Schließlich sollte die Bildung jedem Einzelnen zugutekommen und die Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten stärken.

Die Realität ist oft anders. 262 Millionen Kinder und Jugendliche gehen nicht zur Schule. 617 Millionen Kinder und Jugendliche können nicht lesen und rechnen lernen. Weniger als 40 Prozent der Mädchen in Afrika südlich der Sahara absolvieren die Sekundarstufe I, während 4 Millionen Kinder und Jugendliche keine Schule besuchen. Aus diesem Grund ist die Welt auch weit davon entfernt, die Ziele für nachhaltige Entwicklung im Bildungsbereich zu erreichen. Die EU ist entschlossen, in mehr und bessere Bildung innerhalb der Union und weltweit zu investieren.“

Hintergrund

Erasmus+ und seine Vorgänger gehören zu den erfolgreichsten EU-Programmen. Seit 1987 bieten sie vor allem jungen Menschen die Möglichkeit, durch einen Auslandsaufenthalt neue Erfahrungen zu sammeln. Das aktuelle Erasmus+-Programm, das von 2014 bis 2020 läuft, verfügt über ein Budget von 14,7 Mrd. Euro und bietet 3,7 Prozent der jungen Menschen in der EU die Möglichkeit, zu studieren, sich auszubilden, Arbeitserfahrungen zu sammeln und im Ausland freiwillig zu arbeiten. Der Geltungsbereich des Programms hat sich von elf Ländern im Jahr 1987 auf derzeit 33 erweitert (alle 28 EU-Mitgliedstaaten sowie die Türkei, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Norwegen, Island und Liechtenstein). Das Programm steht auch den Partnerländern auf der ganzen Welt offen.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung: Erasmus+: 2017 erneut ein Rekordjahr

Fragen und Antworten

Allgemeine und länderspezifische Informationsblätter

Jahresbericht 2017 und Anhänge

Vollständige Erklärung der zum Internationalen Tag der Bildung

Pressekontakt: Gabriele Imhoff, Tel.: +49 (30) 2280-2820

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.