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Eurobarometer: Positives Bild der EU im Vorfeld der Europawahlen gestärkt

Vor den Europawahlen im Mai 2019 ist eine Mehrheit der Europäer der Meinung, dass ihre Stimme in der EU zählt. Laut der heute (Freitag) veröffentlichten aktuellen Eurobarometer-Umfrage gilt dies für 70 Prozent der Deutschen, das sind mehr als 20 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt. Als Bürger der Europäischen Union fühlen sich in Deutschland 86 Prozent, europaweit 71 Prozent. Auch die Zahl der Europäer, die ein positives Bild von der EU haben, steigt – auf 43 Prozent, in Deutschland liegt sie bei 47 Prozent. Das Vertrauen in die EU bleibt stabil bei 42 Prozent europaweit und liegt weiter über dem Vertrauen in nationale Regierungen. 51 Prozent der Befragten in Deutschland vertrauen der EU, 92 Prozent der Deutschen befürworten die Freizügigkeit für EU-Bürger.

21/12/2018

Zunahme positiver politischer Indikatoren

Zum ersten Mal seit Einführung der Frage ist eine Mehrheit der Europäerinnen und Europäer der Ansicht, dass „ihre Stimme in der EU zählt“ (49  Prozent, +4 Prozentpunkte seit Frühjahr 2018), während sich 47 Prozent (-2 seit Frühjahr 2018) mit dieser Aussage nicht einverstanden erklären und 4 Prozent (-2) „weiß nicht“ antworteten. In 16 EU-Mitgliedstaaten teilt eine Mehrheit der Umfrageteilnehmer die Ansicht, dass ihre Stimme in der Europäischen Union zählt, wobei die besten Werte in Dänemark (73  Prozent), Schweden (71 Prozent) und Deutschland (70 Prozent) zu verzeichnen sind.

43 Prozent der Europäer haben ein positives Bild der EU (+3 Prozentpunkte gegenüber dem Frühjahr 2018) - der höchste Stand seit Herbst 2009. Mehr als ein Drittel der Befragten hat ein neutrales Bild der EU (36 Prozent, -1 gegenüber Frühjahr 2018), während ein Fünftel ein negatives Bild hat (20 Prozent, -1) und 1 Prozent keine Meinung hat. Seit der letzten Standard-Eurobarometer-Umfrage im Frühjahr 2018 ist der Anteil der Befragten mit einem positiven Bild der EU in 17 EU-Mitgliedstaaten gestiegen, am stärksten in Schweden (53 Prozent, +1 Prozent), Spanien (43 Prozent, +10) und dem Vereinigten Königreich (43 Prozent, +9).

Das Vertrauen in die EU ist mit 42 Prozent stabil und bleibt auf dem höchsten Stand seit Herbst 2010. Es  ist nach wie vor höher als das Vertrauen in die nationalen Regierungen oder Parlamente. 42 Prozent der Europäer vertrauen der Europäischen Union, während 35 Prozent ihrem nationalen Parlament und ihrer nationalen Regierung vertrauen (+1 Prozentpunkt in beiden Fällen gegenüber dem Frühjahr 2018).

Unterstützung der Unionsbürgerschaft und der Freizügigkeit in allen EU-Mitgliedstaaten

In allen 28 Mitgliedstaaten fühlt sich die Mehrheit der Umfrageteilnehmer als EU-Bürger: 71 Prozent in der gesamten EU (+1 Prozentpunkt seit Frühjahr 2018), auf nationaler Ebene reicht die Einschätzung von 89 Prozent in Luxemburg, 86 Prozent in Deutschland bis 51 Prozent in Bulgarien.

92 Prozent der Befragten in Deutschland befürwortet die Freizügigkeit der EU-Bürger, europaweit teilt  eine große Mehrheit der Befragten (83 Prozent, +1 Prozentpunkt seit Frühjahr 2018) diese Ansicht.

Starke Unterstützung für den Euro wird bestätigt      

20 Jahre nach der Einführung des Euro als gemeinsamen Währung bleibt die Unterstützung für die Wirtschafts- und Währungsunion und den Euro auf einem Rekordhoch, wobei drei Viertel der Befragten (75 Prozent, +1 Prozentpunkt) im Euroraum für die einheitliche Währung sind.

Die Mehrheit der EU-Bürger hält die Situation der europäischen Wirtschaft für "gut" (49 Prozent), ein leichter Rückgang seit dem Frühjahr 2018 (-1 Prozentpunkt). Die Mehrheit der Befragten in 16 EU-Mitgliedstaaten (14 im Frühjahr 2018) gibt an, dass die nationale Wirtschaftslage gut ist. Malta (95 Prozent) sowie Luxemburg und die Niederlande (je 91 Prozent) sind die Länder mit den höchsten Prozentsätzen. In Dänemark, Deutschland, Schweden (alle 88 Prozent) und Österreich (81 Prozent) sind mehr als acht von zehn Befragten dieser Meinung.

Migration und Terrorismus bleiben die wichtigsten Anliegen der Europäer

Die Einwanderung bleibt mit 40 Prozent (+2 Prozentpunkte seit Frühjahr 2018) die Hauptsorge der Europäer, in Deutschland sehen 45 Prozent der Befragten Einwanderung als derzeit größtes Problem auf EU-Ebene. Einwanderung wird doppelt so oft erwähnt wie der Terrorismus (20 Prozent, Deutschland: 13 Prozent), der trotz eines starken Rückgangs (-9 seit Frühjahr 2018) nach wie vor die zweitwichtigste Sorge darstellt. Der Zustand der öffentlichen Finanzen der Mitgliedstaaten liegt in Deutschland mit 30 Prozent an zweiter, in Europa an dritter Stelle (19 Prozent, +2). Der Klimawandel ist für 16 Prozent der befragten Europäer ein Hauptanliegen, in Deutschland für 21 Prozent der Befragten.

Hintergrund

Die Standard-Eurobarometer-Umfrage vom Herbst 2018 (EB 90) wurde vom 8. bis zum 22. November 2018 in Form von Direktbefragungen durchgeführt. Insgesamt wurden 32.600 Personen in allen EU-Mitgliedstaaten sowie in den Kandidatenländern befragt.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung: Standard-Eurobarometer-Umfrage Herbst 2018: Positives Bild der EU überwiegt im Vorfeld der Europawahlen

Standard-Eurobarometer 90

Pressekontakt: Gabriele Imhoff, Tel.: +49 (30) 2280-2820

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.