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Genschere: Wissenschaftliche Berater für Änderung des EU-Gentechnikrechts

Die wissenschaftlichen Berater der Europäischen Kommission sprechen sich für eine Überarbeitung des geltenden EU-Rechts zur Gentechnik aus, um dem aktuellen Stand der Forschung Rechnung zu tragen. Konkret geht es um eine Änderung der EU-Freisetzungsrichtlinie mit Blick auf neue Methoden des „gene editing“ (Genschere). Die zuständigen EU-Kommissare Carlos Moedas und Vytenis Andriukaitis begrüßten die heute (Dienstag) veröffentlichte Erklärung als Beitrag zu einer breiten und gut informierten öffentlichen Debatte zur Zukunft des EU-Rechtsrahmens zur Gentechnik.

13/11/2018

EU-Forschungskommissar Carlos Moedas erklärte: „Genom-Editing ist eine entscheidende Technologie mit einem enormen Potenzial zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit und zum Schutz der Umwelt. Daher begrüße ich die Erklärung unserer leitenden wissenschaftlichen Berater. Sie wird zu einer gut informierten Debatte über den Rechtsrahmen beitragen, den wir brauchen, um ein hohes Schutzniveau aufrechtzuerhalten und gleichzeitig Innovationen zum Nutzen von Umwelt und Mensch zu ermöglichen.“

Vytenis Andriukaitis, Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, sagte: „Die EU ist ein Verfechter der höchsten Standards der Lebensmittelsicherheit. Als Wissenschaftler halte ich es für enorm wichtig, dass die Gesetzgebung mit Innovationen Schritt hält, damit die Gesellschaft von neuen Wissenschaften und Technologien profitieren kann. Um das Beste aus solchen Entwicklungen zu machen, ermutige ich zu einer umfassenden Reflexion und Diskussion darüber, wie wir als Gesellschaft bei Themen wie der Genaufbereitung vorankommen wollen.“

Die Europäische Kommission analysiert derzeit eine Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Sommer zu neuen Gentechnikmethoden wir CRISPR/CAS und ist mit den EU-Mitgliedstaaten in Gesprächen über mögliche Konsequenzen. Zuletzt gab es während der Tagung des Ständigen Ausschusses für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel am 23./24. Oktober Diskussionen dazu.

Weitere Informationen:

Daily News vom 13.11.2018

Statement des Scientific Advice Mechanism (SAM) der Europäischen Kommission

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