Vertretung in Deutschland

Mogherini eröffnet Frankfurter Buchmesse mit Plädoyer für europäische Identität

Bei der Eröffnung der 70. Frankfurter Buchmesse hielt die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica  Mogherini, gestern (Dienstag) eine Grundsatzrede über europäische Kulturdiplomatie. Dabei rückte sie die europäische Identität in den Mittelpunkt und unterstrich deren Bedeutung.

10/10/2018

Die Frage danach, wer wir seien, handle von unserer Identität in internationalen wie auch in menschlichen Beziehungen, sagte Mogherini. Sie hob den identitätsstiftenden Charakter von Büchern und Kultur hervor: „Die Bücher, die wir lesen und schreiben, erzählen wer wir sind – unsere Kultur, Träume, Ängste, unsere Historie und unsere Geschichten, unsere Sprache, Essen, Musik, unsere Städte, Flüsse, Berge und Meere, die, die uns teilen, die wir teilen, die uns vereinen.“ Dies bestimme unsere europäische Identität, betonte sie.

Das Wesen der europäischen Identität ist Mogherini zufolge die „Vielfalt der Identitäten, die wir Europäerinnen und Europäer mitbringen“. Es bestehe kein Wiederspruch darin, „eine stolze Römerin, stolze Italienerin und stolze Europäerin zu sein.“ Sie argumentierte, dass die Vielfalt Europa ausmache und gewiss nicht dafür sorge, die eigene Identität aufgeben zu müssen.  Außerdem sei die Akzeptanz europäischer Vielfalt kein Zeichen eigener Schwäche, im Gegenteil, es sei ein Zeichen der Stärke des Selbstbewusstseins zur eigenen Identität, diese nicht verlieren zu können, sobald sie in Kontakt mit anderen komme.

Dieses Selbstverständnis der Wahrung eigener Identität will die europäische Kulturdiplomatie über die Grenzen Europas hinaus weitertragen. Ziel der Strategie zur Verankerung der Kultur in den internationalen Beziehungen der EU sei es, andere Kulturen zu ermutigen, sich mit Europa zusammenzutun, um die Kraft von Kultur für Frieden, Sicherheit und Wirtschaft weiterzuentwickeln, sagte Mogherini.

Mit Blick auf Georgien als dem diesjährigen Gastland der Buchmesse sagte Mogherini: „Es gibt zwei Gründe, die selbstverständlich sind. Erstens: Wo immer Georgien ein Ehrengast ist, ist das der richtige Ort für die Europäische Union. Und zweitens: Wo immer Menschenrechte gefeiert, gefördert, geschützt werden, ist das der richtige Ort für die EU. Und wir werden auch weiterhin auf derselben Seite sein.“

Weitere Informationen:

Die Rede der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik im Wortlaut

Informationen zur EU-Kulturdiplomatie

Informationen zur Frankfurter Buchmesse

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