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EU-Investitionsoffensive für Drittländer unterstützt erste Projekte in Afrika und der Nachbarschaft

Die EU hat gestern (Dienstag) im Rahmen der Investitionsoffensive für Drittländer grünes Licht für Finanzhilfen im Wert von rund 800 Mio. Euro gegeben, um Investitionen in Afrika und der Nachbarschaft anzuschieben. Die Starthilfe soll öffentliche und private Investitionen von schätzungsweise 8 bis 9 Mrd. Euro mobilisieren. „Die Investitionsoffensive soll zahlreichen Menschen und ihren Ländern neue Chancen eröffnen, sie soll ein anderes Leben ermöglichen, jetzt und auf Dauer“, sagte die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini, dazu.

11/07/2018

„Die EU-Investitionsoffensive für Drittländer bringt den Menschen in unseren Partnerländern bereits erste konkrete Vorteile. Dank der Garantieprogramme zur Förderung nachhaltiger Investitionen können jetzt Menschen, die aus ihrem Land fliehen mussten oder die zurückgekehrt sind und nun ihr Leben wieder aufbauen müssen, erschwingliche Darlehen aufnehmen, sodass sie kleine Unternehmen gründen können oder Zugang zu neuen Technologien erhalten“, so Mogherini weiter.

So wird eines der neuen Programme Menschen zugutekommen, für die es schwer ist, Geld zu erschwinglichen Konditionen zu leihen. Dies betrifft beispielsweise Binnenvertriebene, Flüchtlinge oder Rückkehrer. Ein anderes Programm ermöglicht über 25 000 kleinen Unternehmen den Zugang zu mobilen Konten und langfristigen Krediten, um die von Diasporagemeinschaften, Migrantenfamilien und Rückkehrern mitgetragene finanzielle Inklusion zu unterstützen.

Auch Neven Mimica, Kommissar für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, und Johannes Hahn, Kommissar für Europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen, verwiesen auf die damit verbundenen Chancen für nachhaltige und wirtschaftliche Entwicklung in den afrikanischen Staaten und Nachbarländern. „Wir sind auf gutem Wege, unsere mit der Investitionsoffensive für Drittländer eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen: Seit sie im September letzten Jahres auf den Weg gebracht wurde, haben wir 800 Mio. Euro in Form von Garantien und 1,6 Mrd. Euro in Form von Mischfinanzierungen bereitgestellt, was insgesamt zu öffentlichen und privaten Investitionen von über 22 Mrd. Euro führen wird. Auf diese Weise tragen wir zu dringend benötigten Investitionen in die nachhaltige Entwicklung und die Schaffung menschenwürdiger Arbeitsplätze vor allem in Afrika bei“, sagte Mimica.

Johannes Hahn erklärte: „Wir wollen, dass sich die neuen, gestern angekündigten EU-Garantien in konkreten, innovativen und nachhaltigen Projekten vor Ort niederschlagen, die für die Menschen echte Veränderungen mit sich bringen. Mehr Wohlstand in der unmittelbaren Nachbarschaft der EU nützt der Wirtschaft und den Unternehmen in Europa. Gleichzeitig geht es aber auch um langfristige Investitionen in die Stabilität und Sicherheit, die unseren Partnern in der Nachbarschaft wie auch Europa zugutekommen.“

Die finanzielle Säule der Investitionsoffensive für Drittländer besteht aus zwei Komponenten:

Garantiefonds (insgesamt 1,5 Mrd. Euro bis 2020): Am 10. Juli stellte die EU 800 Mio. Euro aus der Garantie-Komponente des Europäischen Fonds für nachhaltige Entwicklung bereit. Dadurch dürften öffentliche und private Investitionen in Höhe von 8-9 Mrd. Euro mobilisiert werden. Mit diesen Garantien werden Maßnahmen in verschiedenen Bereichen abgesichert: Finanzierungen für kleine Unternehmen, auch landwirtschaftliche Betriebe, nachhaltige Städte, nachhaltige Energie und Vernetzung sowie Zugang zum Internet und zu digitalen Diensten.

Mischfinanzierungsfazilitäten (insgesamt 2,6 Mrd. Euro bis 2020): Seit 2017 hat die EU bereits 1,6 Mrd. Euro für Interventionen bereitgestellt, bei denen EU-Zuschüsse mit Darlehen kombiniert werden (sogenannte Mischfinanzierungen). Damit sollen Investitionen in Höhe von bis zu 14,6 Mrd. Euro mobilisiert werden. Die Programme werden Bereiche wie Verkehr, Energie, Umwelt, Landwirtschaft und Stadtentwicklung abdecken und auch den Zugang lokaler Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen zu Finanzierungen verbessernDarüber hinaus können andere Geber wie EU-Mitgliedstaaten, Drittländer und private Wohltätigkeitsorganisationen ebenfalls Beiträge zur Investitionsoffensive leisten. Die bisherigen Gespräche mit potenziellen Gebern haben den innovativen, attraktiven und ehrgeizigen Ansatz der Investitionsoffensive bestätigt. In diesem Sinne begrüßt die EU auch den ersten großen Beitrag der Bill & Melinda Gates Foundation in Höhe von rund 53 Mio. Euro (62 Mio. USD). Diesem Beispiel werden weitere Investoren folgen und Forschung und Innovation im Bereich der elektronischen Gesundheitsdienste in weniger entwickelten Ländern und fragilen Situationen fördern.

Der Beschluss wurde am 10. Juli vom Strategieausschuss des Europäischen Fonds für nachhaltige Entwicklung gefasst. Dem Strategieausschuss gehören Vertreter der EU-Mitgliedstaaten, des Europäischen Parlaments (als Beobachter), der Europäischen Kommission (Vorsitz), des Europäischen Auswärtigen Dienstes und der Europäischen Investitionsbank an. Auch Partnerländer und regionale Akteure können als Beobachter teilnehmen.

Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker‚ schlug 2016 die EU-Investitionsoffensive für Drittländer vor, die 2017 offiziell auf den Weg gebracht wurde. Sie baut auf den positiven Erfahrungen mit dem „Juncker-Plan“ auf, der innerhalb von Europa bereits zu Hunderten Milliarden an Investitionen geführt hat. Mit der Investitionsoffensive, die auf die Besonderheiten der EU-Partnerländer in Afrika und der EU-Nachbarschaft zugeschnitten ist, wird angestrebt, ein inklusives Wachstum, die Schaffung von Arbeitsplätzen und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern und auf diese Weise Ursachen der irregulären Migration zu bekämpfen.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung: EU-Investitionsoffensive für Drittländer: erste Projekte in Afrika und der Nachbarschaft

Fragen und Antworten zur EU-Investitionsoffensive für Drittländer

Ausführliche Informationen zu den gestern genehmigten zwölf Garantieinstrumenten für Anlageprodukte

EIP/EFSD-Tätigkeitsbericht 2017

Website der Investitionsoffensive für Drittländer und zentrale Anlaufstelle

Pressekontakt: Margot Tuzina, Tel.: +49 (30) 2280 2340

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.