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Insektensterben: Kommission schlägt Maßnahmen zum Schutz von wildlebenden Insekten vor

Jedes zehnte bestäubende Insekt steht kurz vor dem Aussterben und ein Drittel der Bienen- und Schmetterlingsarten ist rückläufig. Aus diesem Grund schlägt die Kommission heute die erste EU-Initiative zur Bekämpfung des Rückgangs wild lebender bestäubender Insekten vor. Die neuen Maßnahmen umfassen einen neuen Indikator zur Verbesserung der Überwachung und der Daten sowie eine bessere Koordinierung der Maßnahmen der EU in verschiedenen Sektoren und Politikbereichen, um den sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Rückgangs der bestäubenden Insekten entgegenzuwirken.

01/06/2018

Karmenu Vella, Kommissar für Umwelt sagte: „Bestäuber sind ein ausgezeichneter Gesundheitscheck für Ökosysteme." Wenn es ihnen nicht gut geht, können wir sicher sein, dass es der biologischen Vielfalt im Allgemeinen nicht gut geht, und das sind schlechte Nachrichten. Wir tun bereits viel, um den Rückgang der Bestäuber im EU-Natura-2000-Netz von Schutzgebieten zu stoppen. Aber angesichts des besorgniserregenden Status der bestäubenden Insekten, insbesondere der Bienen und Schmetterlinge, ist es klar, dass wir unser Spiel intensivieren müssen. Darum geht es bei dieser Initiative."

Der Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Phil Hogan, sagte: „Die Zukunft unserer Bauern und das Wohlergehen unserer ländlichen Gemeinden hängt von gesunden Ökosystemen mit reicher Biodiversität ab. Die unermüdliche Arbeit der Insektenbestäuber ermöglicht diesen Reichtum. Während ihre Arbeit kostenlos ist, ist sie von unschätzbarem Wert für die Aufrechterhaltung des Flusses von Gütern und Dienstleistungen aus der Natur, die unsere Existenz untermauern. Wir müssen dringend handeln, um ihren Niedergang zu stoppen."

Die Kommission schlägt vor:

-  Maßnahmen zur Verbesserung der Kenntnisse über den Rückgang der Bestäuber, einschließlich der Ursachen und Folgen. Ein EU-Überwachungsverfahren für Bestäuber wird Qualitätsdaten über den Status und die Entwicklung der Bestäuberarten liefern. Die Kommission schlägt außerdem eine Liste der für die Bestäubung von Insekten wichtigen Lebensräume und eine Bewertung ihres Zustands auf der Grundlage der Berichterstattung der Mitgliedstaaten gemäß der Habitat-Richtlinie vor. Darüber hinaus schlägt die Kommission vor, ein Projekt zur Überwachung des Vorhandenseins von Pestiziden in der Umwelt zu starten. Horizont 2020 wird weiterhin Forschung und Innovation in diesem Bereich fördern.

-  Maßnahmen zur Bekämpfung der Ursachen des Rückgangs, wie Aktionspläne für die Lebensräume der am stärksten bedrohten bestäubenden Insekten und die Ermittlung von Schutz- und Bewirtschaftungskonzepten zur Unterstützung der Mitgliedstaaten. Die Kommission schlägt außerdem vor, die Maßnahmen der EU in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft, Forschung, Kohäsion, Klima und Umwelt zu mildern, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

-  Sensibilisierung, Einbeziehung der Bürger und Förderung der Zusammenarbeit. Die Kommission wird die Unternehmen, insbesondere im Agrar- und Ernährungssektor, anleiten und anregen, zur Erhaltung beizutragen. Lehrmaterial über Bestäuber wird an Schulen und über das Europäische Solidaritätskorps zur Verfügung gestellt, und Freiwilligenarbeit in Projekten, die den Gemeinden und der Umwelt zugutekommen, wird gefördert.

Die Bestäubung ist einer der Schlüsselprozesse in der Natur, der die Vermehrung von Pflanzen ermöglicht. Allein in der EU sind vier von fünf Pflanzen- und Wildblumenarten von der Bestäubung durch Insekten abhängig. Bestäuber sind hauptsächlich Insekten, insbesondere Bienen und Schwebfliegen, aber auch Schmetterlinge, Motten, einige Käfer und andere fliegende Insekten. Fast 15 Milliarden Euro der jährlichen landwirtschaftlichen Produktion der EU werden direkt den Insektenbestäubern zugeschrieben. Neben der Produktivität unterstützen Bestäuber die Vielfalt der Nahrungsquellen, die eine abwechslungsreiche und nährstoffreiche Ernährung ermöglichen. Maßnahmen sind notwendig, um die biologische Vielfalt, die Landwirtschaft und die Ernährungssicherheit zu gewährleisten.

Diese neue Initiative zu Bestäubern ist die Antwort der Kommission auf die Forderungen des Europäischen Parlaments und der Mitgliedstaaten nach Maßnahmen zum Schutz der Bestäuber und ihrer Lebensräume und zur Eindämmung ihres Rückgangs.

Nächste Schritte

Die Ziele der EU-Initiative für Bestäuber legen eine langfristige Perspektive für 2030 fest, wobei eine Reihe kurzfristiger Maßnahmen bis 2020 umgesetzt werden sollen. Bis Ende 2020 wird die Kommission die Fortschritte bei der Umsetzung überprüfen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen vorschlagen.

Weitere Informationen:

Der Vorschlag der Kommission

Fragen & Antworten (EN)

Factsheet (EN)

Pressekontakt: Laura Bethke , +49 (30) 2280-2190
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