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Sicher, sauber und vernetzt: EU-Kommission legt Vorschläge für ein modernes EU-Verkehrssystem vor

Die Zahl der Unfallopfer senken, den Straßenverkehr umweltfreundlicher machen und Europas Autohersteller für die digitale Zukunft rüsten: Diese drei Ziele will die EU-Kommission mit einem ganzen Bündel von Gesetzesvorschlägen und Initiativen erreichen, das sie heute (Donnerstag) in Brüssel vorgestellt hat. Dabei schlägt die Kommission erstmals CO2-Emissionsnormen für schwere Nutzfahrzeuge vor. Im Jahr 2025 müssen die durchschnittlichen CO2-Emissionen neuer Lastkraftwagen demnach 15 Prozent niedriger sein als im Jahr 2019. Für 2030 wird als Richtwert eine Verringerung um mindestens 30 Prozent im Vergleich zu 2019 vorgeschlagen.

 

17/05/2018

Es handelt sich um den letzten Baustein der Kommissionsstrategie zur Modernisierung des Verkehrssektors. Damit soll ein wichtiger Beitrag zum von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ausgegebenen Ziel geleistet werden, die EU-Industrie weltweit führend bei Innovation, Digitalisierung und Abkehr von fossiler Energie zu machen.

Der für die Energieunion zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission, Maroš Šefčovič, sagte: „Im Bereich der Mobilität wird eine neue technologische Grenze überschritten. Mit diesem abschließenden Bündel an Vorschlägen im Rahmen der Energieunion helfen wir unserer Industrie, ihre Spitzenposition zu behaupten. Indem wir in großem Maßstab wichtige Technologielösungen, darunter nachhaltige Batterien, entwickeln und Schlüsselinfrastrukturen errichten, werden wir uns auch – was Emissionen, Stau und Unfälle betrifft – einer dreifachen Null annähern.“

Miguel Arias Cañete, EU-Kommissar für Klimapolitik und Energie, erklärte: „Alle Sektoren müssen zur Verwirklichung unserer Klimaschutzverpflichtungen im Rahmen des Übereinkommens von Paris beitragen. Daher schlagen wir zum ersten Mal EU-Normen für die Erhöhung der Kraftstoffeffizienz und die Verringerung der Emissionen neuer schwerer Nutzfahrzeuge vor. Diese Normen sind eine Chance für die europäische Industrie, ihre derzeitige Führungsposition auf dem Gebiet innovativer Technologien zu festigen.“

Violeta Bulc, EU-Kommissarin für Verkehr, ergänzte: „Im Laufe des vergangenen Jahres hat die Kommission Initiativen vorgeschlagen, um die Herausforderungen von heute zu bewältigen und den Weg für die Mobilität von morgen zu ebnen. Die heute vorgestellten Maßnahmen sind ein letzter und wichtiger Schritt, damit die Europäer die Vorteile eines sicheren, umweltfreundlichen und intelligenten Verkehrs nutzen können. Ich fordere die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament auf, unsere ehrgeizigen Ziele mitzutragen.“

Elżbieta Bieńkowska, EU-Kommissarin für den Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU, fügte hinzu: „90 Prozent aller Verkehrsunfälle sind auf menschliches Versagen zurückzuführen. Die neuen obligatorischen Sicherheitssysteme, die wir heute vorschlagen, werden die Zahl der Unfälle verringern und den Weg in eine fahrerlose Zukunft des vernetzten und automatisierten Fahrens ebnen.“

Mit den heutigen Initiativen will die Kommission für einen reibungslosen Übergang zu einem Mobilitätssystem sorgen, das sicher, umweltfreundlich sowie vernetzt und automatisiert ist. Mit diesen Maßnahmen wird die Kommission außerdem ein Umfeld schaffen, das es den EU-Unternehmen ermöglicht, die besten, umweltfreundlichsten und wettbewerbsfähigsten Produkte herzustellen.

Sichere Mobilität

Um die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten drastisch zu senken schlägt die EU-Kommission vor, dass neue Fahrzeugmodelle mit fortschrittlichen Sicherheitssystemen wie Notbremsassistenzsystemen, Spurhalteassistenten oder Fußgänger- und Radfahrererkennung für Lastkraftwagen ausgestattet werden sollen (die vollständige Liste finden Sie hier).

Darüber hinaus unterstützt die Kommission die Mitgliedstaaten bei der systematischen Ermittlung gefährlicher Straßenabschnitte und bei einer gezielteren Ausrichtung von Investitionen.

Umweltfreundliche Mobilität

Die Kommission schlägt erstmals CO2-Emissionsnormen für schwere Nutzfahrzeuge vor. Im Jahr 2025 müssen die durchschnittlichen CO2-Emissionen neuer Lastkraftwagen 15 Prozent niedriger sein als im Jahr 2019. Für 2030 wird als Richtwert eine Verringerung um mindestens 30 Prozent im Vergleich zu 2019 vorgeschlagen.

Zudem erleichtert die Kommission die aerodynamischere Gestaltung von Lastkraftwagen und verbessert die Kennzeichnung von Reifen, um die CO2-Emissionen weiter zu verringern. Darüber hinaus schlägt sie einen umfassenden Aktionsplan für Batterien vor, mit dem ein  wettbewerbsfähiges und nachhaltiges „Batterie-Ökosystems“ in Europa geschaffen wird

Vernetzte und automatisierte Mobilität

Die Kommission schlägt heute eine Strategie vor, die Europa weltweit zu einem Vorreiter für vollautomatisierte und vernetzte Mobilitätssysteme machen soll. Mit der Strategie wird eine neue Ebene der Zusammenarbeit zwischen den Verkehrsteilnehmern angestrebt, die dem Mobilitätssystem insgesamt erhebliche Vorteile bringen könnte. Der Verkehr wird sicherer, sauberer, billiger und für ältere Menschen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität leichter zugänglich.

Darüber hinaus soll das Umfeld für den Informationsaustausch im Güterverkehr ein vollständig digitalisiert werden. So soll der Verwaltungsaufwand sinken und der digitalen Informationsfluss bei Logistikvorgängen leichter werden.

Weitere Informationen:

Die vollständige Pressemitteilung mit Hintergrundinformationen

Europa in Bewegung: Fragen und Antworten zu den Initiativen der Kommission

Factsheet: Gestaltung der Zukunft der Mobilität

Factsheet: Sichere Mobilität – Ein Europa, das schützt

Factsheet: Umweltfreundliche Mobilität – Umsetzung des Übereinkommens von Paris

Factsheet: Vernetzte und automatisierte Mobilität – Für ein wettbewerbsfähiges Europa

Liste der Vorschläge

Europa in Bewegung I und II

Die EU-Batterieallianz

Gemeinsame Forschungsstelle: Wissenschaftliche Unterstützung des dritten Pakets „Europa in Bewegung“

Audiovisuelles Material: neues Video „Mobilität 2018“

Pressekontakt: Laura Bethke, Tel.: +49 (30) 2280-2190, Katrin Abele, Tel.: +49 (30) 2280-2140, Nikola John, Tel.: +49 (30) 2280-2410

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.