Vertretung in Deutschland

Europäischer Forschungsrat wählt zehn deutsche Projekte zur Marktreife von Pionierforschung aus

Der Europäische Forschungsrat hat heute (Donnerstag) 58 Projekte, darunter 10 aus Deutschland, bekanntgegeben, die Zuschüsse dafür erhalten, ihre Pionierforschung zur Marktreife zu bringen. Damit erhöht sich die Zahl der deutschen Projekte, die über eine so genannte „Proof of Concept“-Hilfe gefördert werden, auf 86 seit dem Start dieses Finanzhilfe-Instruments im Jahr 2011.

08/02/2018

Die „Proof of Concept“ -Finanzhilfen von bis zu 150.000 Euro richten sich an Forscher, die das Marktpotenzial ihrer wissenschaftlichen Entdeckungen untersuchen. Zu den geförderten deutschen Projekte gehört das von Professor Nicolas Plumere von der Ruhr-Universität Bochum zu Nitrat-Biosensoren, mit denen Landwirte durch den besseren Einsatz von Düngemitteln mehr Erträge erwirtschaften können. Ein weiteres Beispiel ist ein Projekt der Technischen Universität München von Professor Kilian Eyerich zu Testmethoden für Hautkrankheiten, die letztlich die Diagnose und Behandlung der Patienten verbessern werden.

Zusammen mit den heutigen Preisträgern können nun insgesamt 160 Forscher mit Hilfe der „Proof of Concept“-Finanzhilfen Geschäftschancen und Rechte des geistigen Eigentums prüfen oder eine Machbarkeitsstudie durchführen. Insgesamt standen 24 Mio. Euro für den Wettbewerb zur Verfügung.

Die Finanzhilfen „Proof of Concept“ werden vom Europäischen Forschungsrat (ERC) vergeben und sind Teil des EU-Programms für Forschung und Innovation „Horizont 2020“.  Der Forschungsrat, der 2007 von der Europäischen Union eingerichtet wurde, ist die erste europäische Finanzierungsorganisation für Spitzenforschung. Sie wählt jedes Jahr die besten, kreativsten Forscher mit Nationalität und Alter aus und finanziert Projekte in Europa.

„Proof of Concept“ ist ein ergänzender Zuschuss zu den Forschungsstipendien des ERC. Er ist für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gedacht, die bereits ein ERC-Stipendium innehaben, ein Forschungsergebnis aus ihrem laufenden oder bereits abgeschlossenen Projekt vorkommerziell verwerten und einen ersten Schritt zum Technologie-Transfer machen möchten. Ziel eines Proof-of-Concept-Projektes ist es, das Marktpotential einer solchen Idee zu überprüfen. Der Forschungsrat finanziert hiermit also keine Forschungsaktivitäten, sondern Maßnahmen zur Weiterentwicklung im Hinblick auf die Anwendungsreife, Kommerzialisierung oder Vermarktung der Idee.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung des Forschungsrates: 160 ERC grantees backed to bring frontier research to market

Daily News vom 8. Februar 2018

Pressekontakt ERC: Marcin Monko, Tel.: +32 2 296 66 44; Madeleine Drielsma, Tel.: +32 2 298 76 31

Pressekontakt Kommissionsvertretung: Gabriele Imhoff, Tel.: +49 (30) 2280-2820

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