Vertretung in Deutschland

Beliebt, bekannt und wirkungsvoll: Kommission legt positive Halbzeitbilanz zu Erasmus+ vor

Das Bildungsprogramm Erasmus+ ist auf gutem Weg, sein Ziel zu erreichen, bis 2020 mehr als vier Millionen Menschen bei ihrer Aus-und Weiterbildung zu fördern. Das geht aus dem heute (Mittwoch) von der EU-Kommission vorgelegten Halbzeitbericht hervor. In weniger als drei Jahren haben 1,8 Millionen Teilnehmer von Mobilitätsmaßnahmen profitiert, und über 240.000 Organisationen haben sich an Kooperationsprojekten beteiligt. Die Evaluierung zeigt auch, dass die Beteiligten Erasmus+ sehr schätzen: Die Zufriedenheit der Teilnehmer liegt bei über 90 Prozent.

31/01/2018

Bildungskommissar Tibor Navracsics sagte: „Diese wirklich ermutigende Evaluierung zeigt deutlich, dass wir in der nächsten Förderperiode die Mittel für Erasmus+ erhöhen müssen. Als ein Teil unserer Initiative, einen europäischen Bildungsraum aufzubauen, ist es unser Ziel, die Mobilität von Lernenden, besonders von Schülern und Auszubildenden zu erhöhen und das Nachfolgeprogramm von Erasmus+ noch stärker darauf auszurichten, benachteiligte Lernende und kleine Organisationen zu erreichen.“

In die Halbzeitbewertung flossen mehr als eine Million Beiträge von Beteiligten und Interessierten ein. Sie zeigten, dass sich das Programm bei Lernenden (Studierende, Auszubildende, Freiwillige, junge Menschen usw.) positiv auf den Erwerb von Kompetenzen auswirkt. Es trägt bei zur Beschäftigungsfähigkeit und verkürzt den Übergang von der Ausbildung in die Beschäftigung, und zwar um 13 Prozent im Vergleich zu Nichtteilnehmern. Erasmus+ hat auch die Bereitschaft gefördert, im Ausland zu arbeiten oder zu studieren (+31 Prozent) und den Erwerb von Fremdsprachenkenntnissen unterstützt (um 7 Prozent besseres Abschneiden bei Überprüfung der Sprachkenntnisse). Es ist stärker als die Vorläuferprogramme oder vergleichbare einzelstaatliche Programme auf benachteiligte junge Menschen ausgerichtet (11,5 Prozent aller Teilnehmer an Erasmus+). Aus der Evaluierung geht jedoch hervor, dass noch mehr getan werden muss, um stärker benachteiligte Bevölkerungsgruppen zu erreichen und die Teilnahme kleinerer Organisationen zu erleichtern. Ab diesem Jahr sind neue Aktionen geplant, die die Mobilität von Schülerinnen und Schülern sowie Lernenden im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung weiter verbessern sollen.

Erasmus+ ist das EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport. Seine Mittelausstattung von 14,7 Mrd. Euro ermöglicht es Millionen von Europäerinnen und Europäern, im Ausland zu studieren, sich weiterzubilden, Berufserfahrung zu sammeln oder Freiwilligenarbeit zu leisten. Erasmus+ läuft bis 2020 und bietet nicht nur Möglichkeiten für Studierende. Es vereint mehrere Programme für Studierende, Auszubildende und Lehrkräfte, enthält Angebote für Einzelpersonen und Organisationen. In Deutschland profitierten 2016 über 98.000 Teilnehmer von Erasmus+, europaweit nutzten 725.000 Teilnehmer 2016 die Mobilitätsangebote des Programms.

Junge Menschen präsentieren ihre Ideen für die Zukunft Europas

Einhundert junge Menschen aus ganz Europa präsentieren ebenfalls heute ihre konkreten Ideen für eine gute Zukunft Europas, die sie im Rahmen der Initiative „Ein neues Leitmotiv für Europa“ entwickelt haben. Gleichzeitig mit diesen Anregungen werden die Ergebnisse einer neuen Eurobarometer-Umfrage veröffentlicht, die zeigen, dass sich die Beteiligung junger Menschen an Freiwilligentätigkeiten, innerhalb von Organisationen und an Wahlen in den letzten Jahren verstärkt hat. EU-Kommissar Tibor Navracsics trifft sich mit den junge Menschen, um über ihre Meinung zur Zukunft Europas zu diskutieren und darüber zu sprechen, wie ihre Prioritäten besser berücksichtigt werden können.

Einhundert junge Menschen aus ganz Europa präsentieren ebenfalls heute ihre konkreten Ideen für eine gute Zukunft Europas, die sie im Rahmen der Initiative „Ein neues Leitmotiv für Europa“ entwickelt haben. EU-Kommissar Tibor Navracsics trifft sich mit den jungen Menschen, um über ihre Meinung zur Zukunft Europas zu diskutieren und darüber zu sprechen, wie ihre Prioritäten besser berücksichtigt werden können. Gleichzeitig mit diesen Anregungen werden die Ergebnisse einer neuen Eurobarometer-Umfrage veröffentlicht, die zeigen, dass sich die Beteiligung junger Menschen an Freiwilligentätigkeiten, innerhalb von Organisationen und an Wahlen in den letzten Jahren verstärkt hat.

In einer kürzlich durchgeführten Eurobarometer-Umfrage wurde getestet, wie eine größere Gruppe junger Menschen auf die heute präsentierten zwölf konkrete Ideen für die Zukunft Europas reagiert. Laut der Umfrage, bei der im September 2017 rund 11.000 Teilnehmern zwischen 15 und 30 Jahren befragt wurden, ist die Zustimmung zu den folgenden Anregungen am höchsten:

  • Förderung kritischen Denkens und der Fähigkeit, Informationen zu recherchieren, um Fake News und Extremismus zu bekämpfen (49 Prozent);
  • leichter Zugang zu Informationen über Leben und Arbeiten im Ausland (49 Prozent);
  • Förderung von Verhaltensänderungen durch umweltfreundliche Vorhaben wie nachhaltige Verkehrsmittel oder Recycling-Systeme in ganz Europa (40 Prozent).

Weitere wichtige Ergebnisse des Eurobarometers sind:

  • Nach Ansicht von mehr als der Hälfte der jungen Europäerinnen und Europäer sollten Bildung und Kompetenzen höchste Priorität für die EU haben. Dahinter folgen Umweltschutz und Bekämpfung des Klimawandels, sowie Beschäftigung, Steuerung der Migrationsströme und Integration von Flüchtlingen.
  • Die jungen Menschen waren aktiver als noch bei der letzten Umfrage im Dezember 2014. 31 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in den letzten 12 Monaten an einer organisierten Freiwilligentätigkeit teilgenommen hatten.
  • Mehr als die Hälfte war Mitglied in Organisationen wie Sportvereinen, Jugendclubs oder lokalen NRO.
  • Sogar 64 Prozent der Befragten gaben an, in den letzten drei Jahren ihre Stimme bei einer Wahl abgegeben zu haben.  

Insgesamt hat das Projekt „Ein neues Leitmotiv für Europa“ fünf Jahre gedauert, zunächst als Pilotprojekt und anschließend als vorbereitende Maßnahme, die beide vom Europäischen Parlament unterstützt wurden. Im Zeitraum 2013-2014 gab das Pilotprojekt Kunst- und Kulturschaffenden, Wissenschaftlern und Intellektuellen eine Stimme, um das europäische Integrationsvorhaben über die Künste und die Wissenschaft stärker in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu rücken. Ab 2015 konzentrierte sich die Initiative darauf, junge Menschen unterschiedlicher Herkunft zu beteiligen. Um die Diskussionen in Europa weiter in Gang zu halten und die Ergebnisse des Projekts zu konkretisieren, wird die Europäische Kommission alle Ideen sowie die von den jungen Menschen erstellten schriftlichen und audiovisuellen Materialien in einem Online-Werkzeugkasten zusammenstellen. Dieses Toolkit wird in den 24 Amtssprachen der EU zur Verfügung stehen und außerdem eine Anleitung zur Moderation von Diskussionen enthalten.

Weitere Informationen:

Daily News vom 31. Januar 2018 

Pressemitteilung: Junge Menschen präsentieren ihre Ideen für die Zukunft Europas

Website Erasmus+

Statistiken zu Erasmus+

Die Nationalen Agenturen zu Erasmus+ in Deutschland

Eurobarometer-Umfrage

Erklärung „YOUrope for Youth“

Pressekontakt: Gabriele Imhoff, Tel.: +49 (30) 2280-2820

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.