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Holocaust-Gedenktag: Präsident Juncker verurteilt Antisemitismus und Rassismus

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Birkenau
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Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat heute (Freitag) anlässlich des Holocaust-Gedenktags am 27. Januar zum Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus aufgerufen. Dieser Tag sollte uns daran erinnern, wachsam gegenüber Hass, Diskriminierung und Entmenschlichung zu sein. An diesem Tag sollten wir jenen entgegentreten, die Lügen über unsere Geschichte verbreiten und den Holocaust anzweifeln oder seine grundlegende Bedeutung für das Europa von heute leugnen", so Präsident Juncker. Es ist dies ein Tag, um Hass, Bigotterie und Antisemitismus in allen Formen aufs Schärfste zu verurteilen. Wir müssen eine stärkere Gesellschaft aufbauen, die für das kämpft, was richtig ist. Wir brauchen Menschen, die ihre Stimmen erheben und handeln, wenn sie Zeugen von offenem Rassismus werden oder antisemitische Parolen auf europäischen Straßen hören, wie wir es vor Kurzem erlebt haben."

26/01/2018

Juncker erklärte weiter: Der 27. Januar ist ein Datum mit einer Geschichte voller Trauer und Schmerz. An diesem Tag vor 73 Jahren befreiten die Alliierten Kräfte das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und setzten den dort verübten Gräueltaten ein Ende", so Präsident Juncker. In Erinnerung an diesen Tag gedenken wir heute der sechs Millionen Juden und anderen Opfer, die im Holocaust ums Leben kamen. Wir würdigen auch die Überlebenden der Shoah, darunter die erste Präsidentin des Europäischen Parlaments Simone Veil, die ihr Leben der Aussöhnung gewidmet hat und leider im vergangenen Jahr verstorben ist.

2018 jährt sich die Reichskristallnacht ebenso zum 80. Mal wie die Einführung der Rassengesetze im faschistischen Italien. Doch 2018 feiern wir auch das 70. Jubiläum der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die aus den Schrecken des Holocaust hervorging.

Da die Zahl der Holocaust-Überlebenden jedes Jahr sinkt, sind wir moralisch verpflichtet, dafür zu sorgen, dass ihre Geschichte auch für die jungen Generationen im kollektiven Gedächtnis Europas verankert bleibt. Darum wird die Kommission die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen, die sich dem Holocaust-Gedenken widmen, ausweiten, wie dies auch vom Europäischen Parlament gefordert wurde. Bildung zum Thema Holocaust ist nach wie vor von zentraler Bedeutung, um die Widerstandsfähigkeit unserer europäischen Gesellschaften gegen alle Formen des Hasses zu stärken, und das Europäische Parlament hat zu diesem Zweck die Annahme einer nützlichen Definition des Begriffs Antisemitismus vorgeschlagen.

Antisemitismus ist nicht nur eine Bedrohung für Juden, sondern eine fundamentale Gefahr für unsere offenen und liberalen Gesellschaften. Um den Wert der heutigen Europäischen Union zu verstehen, müssen wir uns an die Gräueltaten des Holocaust, dieses dunkelsten Kapitels der jüngeren europäischen Geschichte, erinnern. Um genau solche Schrecken zu verhindern, wurde eine Union auf der Grundlage universeller Menschenrechte, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Nichtdiskriminierung gegründet, und im Namen dieser Werte müssen wir die Union bewahren und weiter verbessern."

Pressekontakt: Reinhard Hönighaus, Tel.: +49 (30) 2280-2300

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet der Infopunkt der Berliner Vertretung der Europäischen Kommission per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.