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Kommission will bei Integration von Migranten auf lokaler Ebene helfen

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Die Kommission will nationale und regionale Behörden besser bei der Integration von Migranten unterstützen. Ein neuer Instrumentenkasten soll dabei helfen, verfügbare EU-Mittel ausfindig zu machen und lokale Integrationsstrategien auszuarbeiten. So können beispielsweise im Bildungsbereich unterschiedliche EU-Fonds gemeinsam genutzt werden, um Schulen inklusiver und segregationsfrei zu gestalten.

24/01/2018

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bezuschusst verbesserte und barrierefreie Einrichtungen. Der Europäische Sozialfonds (ESF) und der Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) können für besondere Schulungen für Lehrkräfte im Zusammenhang mit der Verhinderung des Schulabbruchs genutzt werden, während aus dem Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (FEAD) materielle Unterstützung für bedürftige Schülerinnen und Schüler bereitgestellt werden kann.

Mit dem Toolkit sollen lokale Integrationsstrategien ausgearbeitet werden, die mit entsprechenden Synergien durch EU-Mittel gefördert werden, und zwar noch in der laufenden Haushaltsperiode 2014-2020.

Dimitris Avramopoulos, Kommissar für Migration, Inneres und Bürgerschaft, erklärte dazu: „Damit in Europa auch weiterhin Wohlstand, Zusammenhalt und Inklusion in der Gesellschaft herrschen, müssen wir heute in Integrationsmaßnahmen investieren. Dies wird unsere Priorität für die kommenden Jahre sein. Nur durch erfolgreiche Integration können wir aus der Migration eine echte Chance für alle machen – für unsere Bürgerinnen und Bürger, für Migranten und Flüchtlinge und für unsere Gesellschaft insgesamt.“

Marianne Thyssen, Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, fügte hinzu: „Die optimale Nutzung von EU-Ressourcen, wie dem Europäischen Sozialfonds, spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund zu fördern und gleichzeitig in die bereits in der EU vorhandenen Arbeitskräfte zu investieren. Außerdem haben wir ein Instrument zur Erstellung von Kompetenzprofilen geschaffen, mit dem Drittstaatsangehörige ihre Qualifikationen auf dem europäischen Arbeitsmarkt darstellen können.“

EU-Regionalkommissarin Corina Crețu kommentierte: „Die EU ist bestrebt, die Herausforderungen der Migration in Chancen für unsere Gesellschaft und Wirtschaft umzuwandeln. Das neue Toolkit ist ein Baustein, der zu einer erfolgreichen Integration von Migranten auf lokaler Ebene beitragen wird, gefördert durch die EU und ihre Ressourcen.“

Das Toolkit konzentriert sich auf fünf Schwerpunkte für ganzheitliche, wirksame und langfristige Integrationsstrategien: Aufnahme, Bildung, Beschäftigung, Wohnen und Zugang zu öffentlichen Diensten. Zu diesen fünf Schwerpunkten werden die drängendsten Herausforderungen aufgeführt und passende Unterstützungsmaßnahmen vorgeschlagen, die allesamt mit dem jeweils geeigneten EU-Fonds kombiniert werden.

Den Mitgliedstaaten und Regionen stehen zahlreiche EU-Instrumente zur Verfügung, mit denen sie unterschiedliche Arten von Integrationsprojekten fördern können – Sprachkurse, Gesundheitsversorgung bei der Ankunft, Unterstützung von Migranten bei der Suche nach einer Arbeit, einer Wohnung und einem Platz in der Gesellschaft. Dazu zählen Mittel aus den europäischen Struktur- und Investitionsfonds (ESI-Fonds), dem Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) und dem Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (FEAD). 

Hintergrund:

Wenngleich die Hauptverantwortung für Integrationsfragen bei den Mitgliedstaaten liegt, hat die EU mit ihrem Aktionsplan für Integration von 2016 Maßnahmen ergriffen, um den Mitgliedstaaten Anreize und Unterstützung für die Förderung der Integration von Drittstaatsangehörigen zu bieten. Dazu zählt auch der gezielte Einsatz von Geldern und anderen Instrumenten zur Förderung des sozialen und wirtschaftlichen Zusammenhalts in den Mitgliedstaaten.

Eine der Maßnahmen im Rahmen der neuen europäischen Agenda für Kompetenzen ist die Schaffung eines EU-Instruments zur Erstellung von Kompetenzprofilen für Drittstaatsangehörige. Dabei handelt es sich um einen Off-/Online-Webeditor, der es Drittstaatsangehörigen ermöglicht, ihre Kompetenzen, Qualifikationen und Erfahrungen so darzustellen, dass sie EU-weit für Arbeitgeber, Bildungsanbieter und Organisationen, die mit Migranten arbeiten, gut verständlich sind.

Bei der Halbzeitüberprüfung des Finanzrahmens 2014-2020 hat die Kommission vorgeschlagen, einen neuen Investitionsschwerpunkt in der aktuellen Kohäsionspolitik vorzusehen, der ausschließlich der Integration von Migranten gewidmet sein soll. Damit soll die Änderung kohäsionspolitischer Programme ermöglicht werden, um Finanzmittel auf neue Prioritäten im Zuge der Migrationskrise auszurichten.

Weitere Informationen:

Toolkit zur Nutzung von EU-Fonds für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund

Auftaktveranstaltung für das Toolkit im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss

Pressekontakt: Katrin Abele, Tel.: +49 (30) 2280-2140

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.