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Neue Standards zur Frühdiagnose der Alzheimer Krankheit

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Die EU-Kommission hat heute (Montag) neue wissenschaftliche Standards zur Früherkennung von Alzheimer veröffentlicht. Mit dem neuen zertifizierten Referenzmaterial zu Alzheimer-Biomarkern sollen Diagnosen genauer werden und die Entwicklung neuer Medikamente erleichtert werden. Die Gemeinsame Forschungsstelle der EU-Kommission entwickelte die Standards in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Verband für klinische Chemie und dem Alzheimer-Verband.

11/12/2017

Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sagte: „Eine frühe Diagnose ist von grundlegender Bedeutung für Menschen mit Alzheimer, da eine frühzeitige Behandlung die Entwicklung der Krankheit verlangsamen und den Betroffenen dabei helfen kann, länger ein eigenständiges Leben zu führen.“ EU-Kommissar Tibor Navracsics, zuständig für Bildung, Kultur, Jugend und Sport sowie für die Gemeinsame Forschungsstelle, wies darauf hin, dass das neue Instrument, das Forschern und der Industrie jetzt zur Verfügung steht, bei der Eindämmung der Krankheit künftig eine wichtige Rolle spielen wird. 

Hintergrund

Demenzerkrankungen sind eine große Belastung für die Gesellschaft. Alzheimer ist die am meisten verbreitete Form von Demenz, an Alzheimer leiden 50 bis 70 Prozent der betroffenen Demenz-Patienten. Die Kosten, die durch Alzheimer und andere Formen von Demenzerkrankungen verursacht werden, belaufen sich schätzungsweise jährlich europaweit auf 167,5 Mrd. Euro. Die EU unterstützt die Hirnforschung seit vielen Jahren über das EU-Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020, das die Erforschung von Alzheimer in 370 Projekten mit bisher 544 Mio. Euro gefördert hat.

2014 veröffentlichte die Kommission einen Bericht über die Umsetzung der Initiativen zur Demenzbekämpfung. Darin werden sämtliche Aktivitäten seit 2009 dargelegt und die Ergebnisse des ALVOVE-Projekts beleuchtet. ALCOVE ist die erste gemeinsame Demenz-Initiative (Joint Action on Dementia), seit März 2016 wird sie durch die zweite Joint-Action-Initiative fortgesetzt wird. Das Projekt widmet sich der post-diagnostischen Unterstützung, Krisen- und Pflegekoordination sowie der Qualität stationärer Betreuung und Demenz-gerechter Gemeinschaften.

Die Kommission hatte auch die Schaffung eines europäischen Netzes für Rechte und Würde von Demenzpatienten vorgeschlagen. Im Jahr 2009 richtete die Patientenorganisation Alzheimer Europe das European Dementia Ethics Network (europäisches Ethik-Netzwerk für Demenzerkrankungen) ein.

Innerhalb der EU sind die Mitgliedsstaaten dafür verantwortlich, ein Gesundheitswesen bereitzustellen und unter anderem Pflege für Demenz-Patienten anzubieten. Im Dezember 2015 verabschiedete der Ministerrat ein politisches Rahmenwerk, das Demenz-Erkrankte mithilfe verbesserter Pflegemaßnahmen und -praktiken unterstützen soll.

Weitere Informationen:

Daily News vom 11. Dezember 2017

Joint-Research-Center, Pressemitteilung:  New scientific yardstick to help early diagnosis of Alzheimer's disease

Website der Europäischen Kommission zum Thema Demenz

Pressekontakt: Gabriele Imhoff, Tel.: +49 (30) 2280-2820

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.