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EU-Forschungsprogramm Horizont 2020: 30 Milliarden Euro für Investitionen in bahnbrechende Innovationen 2018-2020

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Forschungsprogramm Horizont 2020
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30 Mrd. Euro will die EU-Kommission über das EU-Forschungsprogramm Horizont 2020 von 2018-2020 in bahnbrechende Innovationen investieren. In Deutschland werden über 8.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und knapp 1.500 kleine und mittlere Unternehmen über Horizont 2020 gefördert. Fast 1.250 Forscherinnen und Forscher in Deutschland profitieren von Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen zur Finanzierung von Forschungsstipendien.

27/10/2017

Carlos Moedas, EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation, erklärte zur Bekanntgabe des Arbeitsprogramms von Horizont 2020 von 2018-2020 heute (Freitag): „Ob künstliche Intelligenz, Genetik oder Blockchain-Technologie: Heutzutage bildet die Wissenschaft den Kern der vielversprechendsten bahnbrechenden Innovationen. Europa nimmt bei der Wissenschaft und Technologie eine Spitzenposition ein und wird auch als Motor von Innovationen eine wichtige Rolle spielen. Gemeinsam mit anderen Stellen - wie dem Europäischen Innovationsrat, der heute seine Tätigkeit aufnimmt - unternimmt die Kommission Anstrengungen, um europäischen Innovatoren ein Sprungbrett bereitzustellen, damit sie Weltmarktführer werden können.“

Politische Prioritäten im Mittelpunkt

Das Arbeitsprogramm 2018-2020 enthält weniger Themen, für die jedoch jeweils mehr Mittel bereitgestellt werden; dabei werden folgende politische Prioritäten der Kommission direkt unterstützt:

  • Eine CO2-arme, klimaresiliente Zukunft:: 3,3 Mrd. Euro.
  • Kreislaufwirtschaft: 1 Mrd. Euro.
  • Digitalisierung und Umgestaltung von Industrie und der Dienstleistungen in der EU: 1,7 Mrd. Euro.
  • Sicherheitsunion: 1 Mrd. Euro.
  • Migration: 200 Mio. Euro.

2,2 Mrd. Euro sind für Projekte zur sauberen Energie in folgenden vier miteinander verknüpften Bereichen vorgesehen: erneuerbare Energien, energieeffiziente Gebäude, Lösungsansätze für Elektromobilität und Speicherung, einschließlich 200 Mio. Euro zur Unterstützung der Entwicklung und Herstellung von Batterien der nächsten Generation in Europa.

Förderung bahnbrechender, marktschaffender Innovationen

Seit Beginn ihres Mandats arbeitet die Juncker-Kommission intensiv daran, für die große Zahl der innovativen Unternehmer in Europa optimale Entwicklungsbedingungen zu schaffen. Jetzt startet die Kommission die erste Phase des Europäischen Innovationsrats. Von 2018-2020 wird sie 2,7 Mrd. Euro aus Horizont 2020 dafür verwenden, hochriskante Innovationen mit großem Gewinnpotenzial zu fördern, um die Märkte der Zukunft zu schaffen. Zudem sollen bei Horizont 2020 die Preise des Wettbewerbs „Crack the Challenge/Schaffen Sie den Durchbruch“ gezielter für bahnbrechende technologische Lösungen für die dringenden Probleme unserer Bürger eingesetzt werden.

 Förderung der „Blue-Sky“-Forschung

Gleichzeitig wird im Rahmen von Horizont 2020 weiterhin die „auf Neugier beruhende Forschung“ (oft auch als „Blue-sky-Forschung/Forschung ins Blaue hinein“ oder Pionierforschung bezeichnet) gefördert. Mit dem im August angenommenen Arbeitsprogramm des Europäischen Forschungsrats für das Jahr 2018 können Spitzenforscher mit knapp 1,86 Mrd. Euro gefördert werden. Mit den Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen zur Finanzierung von Forschungsstipendien werden in einem Zeitraum von drei Jahren Wissenschaftler auf allen Laufbahnstufen mit insgesamt 2,9 Mrd. Euro unterstützt.

 Förderung der internationalen Zusammenarbeit

Mit dem neuen Arbeitsprogramm soll auch die internationale Zusammenarbeit bei Forschung und Innovation gefördert werden. Hierfür sollen in Bereichen von gemeinsamem Interesse für 30 Leitinitiativen insgesamt mehr als 1 Mrd. Euro bereitgestellt werden. Zu nennen sind u. a. die Zusammenarbeit mit Kanada in der personalisierten Medizin sowie mit den USA, Japan, Südkorea, Singapur und Australien bei der Automatisierung des Straßenverkehrs, mit Indien zu Fragen im Wasserbereich und mit afrikanischen Ländern zur Ernährungssicherheit und zu erneuerbaren Energien.

 Verbreitung von Exzellenz

Von 2018-2020 wird im Rahmen von Horizont 2020 ein Betrag von 460 Mio. Euro bereitgestellt, mit dem gezielt Mitgliedstaaten und assoziierte Länder unterstützt werden sollen, die noch nicht mit ihrem vollen Potenzial an dem Programm teilnehmen. Ziel ist dabei, noch nicht genutzte Exzellenznischen innerhalb und außerhalb Europas zu erschließen. Außerdem fördert das Programm weiterhin Synergien mit den Europäischen Struktur- und Investitionsfonds.

 Weitere Vereinfachung der Teilnahmebedingungen

Eine weitere Neuerung ist die Einführung der Pilotinitiative für Pauschalbeträge, ein neuer, einfacherer Ansatz zur Bereitstellung von Fördermitteln für die Teilnehmer. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt der Vorabkontrollen von der Finanzprüfung auf den wissenschaftlich-technischen Inhalt der Projekte.

Offene Wissenschaft

Einen grundlegenden Einschnitt bedeutet das Programm im Hinblick auf die Förderung der offenen Wissenschaft, indem die Forschungsergebnisse nicht mehr nur in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht, sondern die Erkenntnisse auf einer früheren Stufe des Forschungsprozesses zugänglich gemacht werden. Für die Förderung der offenen Wissenschaft werden 2 Mrd. Euro bereitgestellt; 600 Mio. Euro werden in die Europäische Cloud für offene Wissenschaft, die europäische Dateninfrastruktur und die Entwicklung von Hochleistungs-Rechensystemen fließen.

 Hintergrund

Das Programm Horizont 2020 ist mit einer Mittelausstattung von 77 Mrd. Euro für sieben Jahre (2014-2020) das bisher größte Rahmenprogramm der EU für Forschung und Innovation. Obwohl die meisten Forschungs- und Innovationsmaßnahmen noch in Gang oder noch nicht angelaufen sind, kann das Programm bereits konkrete Ergebnisse vorweisen.

Forscher im Rahmen von Horizont 2020 haben zu wichtigen Entdeckungen wie z. B. Exoplaneten, das Higgs-Boson und Gravitationswellen beigetragen, und mindestens 19 Nobelpreisträger haben vor oder nach der Preisverleihung Forschungsmittel der EU erhalten.

Bis Oktober 2017 wurden mit Horizont 2020 mehr als 15.000 Finanzhilfen in Höhe von insgesamt 26,65 Mrd. Euro finanziert; 3,79 Mrd. Euro davon kamen KMU zugute. Mit dem Programm haben außerdem Unternehmen, vor allem KMU, über die Initiative „EU-Mittel für Innovationen“ (InnovFin) Zugang zu Risikokapital im Umfang von über 17 Mio. Euro erhalten.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung: Kommission investiert 30 Mrd. Euro in neue Lösungsansätze für soziale Herausforderungen und in bahnbrechende Innovationen

MEMO: Arbeitsprogramm 2018-2020 des Programms Horizon 2020

Factsheet: Europäischer Innovationsrat

Factsheet: Forschung zu Migrationsfragen

Factsheet: Pilotinitiative Pauschalbetrag

Länderspezifische Datenblätter

Website zu Horizon 2020 und Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen

Teilnehmerportal