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Über 330.000 Asylbewerber wurden 2015 in der EU anerkannt

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333.350 Asylbewerber wurden 2015 von den Mitgliedstaaten als schutzberechtigt anerkannt, die Hälfte davon waren Syrer. Aus den heute (Mittwoch) vom EU-Statistikamt Eurostat vorgelegten Zahlen geht hervor, dass damit ein Anstieg von 72 Prozent gegenüber 2014 zu verzeichnen ist. Seit 2008 wurde fast 1,1 Million Asylbewerbern in der EU der Schutzstatus zuerkannt. Die größte Personengruppe, denen im Jahr 2015 in der EU der Schutzstatus zuerkannt wurde, waren mit 166.100 Menschen weiterhin Staatsangehörige aus Syrien. Darauf folgten Staatsangehörige aus Eritrea (27.600 bzw. 8 Prozent) und aus dem Irak (23.700 bzw. 7 Prozent). Von den  Syrern, die in der EU den Schutzstatus erhielten, wurden mehr als 60 Prozent in Deutschland (104.000) registriert.

20/04/2016

20/04/2016 - Von den 27.600 Eritreern, die den Schutzstatus erhielten, wurden über drei Viertel in drei EU-Mitgliedstaaten registriert: Deutschland (9.500), Schweden (6.600) und den Niederlanden (4.900). Von den 23.700 Irakern erhielten 15.500 den Schutzstatus in Deutschland und 2.800 in Frankreich.

Auf Deutschland entfiel fast die Hälfte der positiven Entscheidungen

Im Jahr 2015 wurde die größte Anzahl von Flüchtlingen, denen der Schutzstatus zugesprochen wurde, in Deutschland (148.200 bzw. +212 Prozent gegenüber 2014) verzeichnet, gefolgt von Schweden (34.500 bzw. +4 Prozent), Italien (29.600 bzw. +44 Prozent), Frankreich (26.000 bzw. +26 Prozent), dem Vereinigten Königreich (17.900 bzw. +26 Prozent), Österreich (17.800 bzw. +77 Prozent) und den Niederlanden (17.000 bzw. +29 Prozent).

2015 erhielten 246.200 den Flüchtlingsstatus (74 Prozent aller positiven Entscheidungen), 60.700 subsidiären Schutz (18 Prozent) und 26.500 eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen (8 Prozent). Darüber hinaus nahmen die EU-Mitgliedstaaten nahezu  8.100 umgesiedelte Flüchtlinge auf. Der Flüchtlingsstatus und der subsidiäre Schutzstatus sind durch das EU-Recht festgelegt, während die Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen auf der Grundlage des nationalen Rechts vergeben wird.

Anerkennungsraten fallen je nach Staatsangehörigkeit unterschiedlich aus

Die Anerkennungsrate von Asylbewerbern, d. h. der Anteil der positiven Entscheidungen an der Gesamtzahl der Entscheidungen, lag in erster Instanz in der EU bei 52 Prozent, in Deutschland bei 57 Prozent. Bei endgültigen Berufungsentscheiden lag die Anerkennungsrate EU-weit bei 14 Prozent, in Deutschland bei 8 Prozent. Betrachtet man die zwanzig Staatsangehörigkeitsgruppen, auf die im Jahr 2015 die höchste Zahl an erstinstanzlichen Entscheidungen entfiel, so lag die Anerkennungsrate in der EU zwischen weniger als 3 Prozent für Staatsangehörige der westlichen Balkanstaaten und über 97 Prozent für Syrer.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung von Eurostat: Asylentscheidungen in der EU - EU-Mitgliedstaaten erkannten im Jahr 2015 über 330.000 Asylbewerber als schutzberechtigt an

Pressekontakt bei Eurostat für Medien-Anfragen: Eurostat Media Support, Tel. +352-4301-33408

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet der Infopunkt der Berliner Vertretung der Europäischen Kommission per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.