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Die EU ist gar kein Verwaltungsmoloch - Europa kostet uns weniger als gedacht

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Die EU-Bürokratie hat einen schlechten Ruf. Viele glauben, dass unzählige Beamte und Institutionen in Brüssel auf Kosten der Bürger ein Leben in Saus und Braus führen. Die Zahlen belegen das Gegenteil.


01.03.2017 - In den europäischen Institutionen arbeiten rund 55.000 Menschen, davon knapp 34.000 für die EU-Kommission. Das ist gar nicht so viel, wenn man bedenkt, dass das EU-Personal für 510 Millionen Bürger zuständig ist. Damit kommt ungefähr ein EU-Beamter oder -Angestellter auf 10.000 Einwohner. Zum Vergleich: Die Stadt Köln zum Beispiel beschäftigt rund 17.000 Verwaltungsbeamte. Bei einer Einwohnerzahl von etwa einer Million Menschen ergibt das in Köln ein Verhältnis von einem Beamten für 60 Bürger. In Paris beträgt diese Relation ein Beamter für 45 Einwohner. So gesehen steht die EU bescheiden da.

Natürlich gibt es immer wieder Forderungen, den Beamtenapparat zu verkleinern. Der Steuerzahlerbund schlägt etwa vor, die Zahl der Beamten auf unter 40.000 zu reduzieren. Was die Kritiker gerne vergessen: Die EU ist in den vergangenen Jahren immer weiter auf inzwischen 28 Staaten gewachsen und hat mehr Aufgaben hinzubekommen – wie soll das gehen, wenn die Administration nicht auch wächst?

Lediglich 6 Prozent des gesamten EU-Haushalts werden für die Verwaltung (Gehälter, Pensionen und Übersetzungsdienste) ausgegeben, während 94 Prozent den Mitgliedstaaten und Bürgern zu Gute kommt. Und noch ein Vergleich: Die EU-Verwaltung kostet 8,3 Milliarden Euro pro Jahr – während die Mitgliedstaaten 2200 Milliarden Euro pro Jahr für ihre Verwaltungen ausgeben. 

Auch das Vorurteil, dass Brüsseler Beamte in Saus und Braus leben, lässt sich nicht halten. Das Grundgehalt der Kommissionsbeamten startet bei rund 2 300 Euro monatlich für neu eingestellte Beamten plus Zulagen. Nur wenige Spitzenbeamte haben das höchste Grundgehalt von rund 16.000 Euro monatlich. Die Gehälter der EU-Beamten entwickeln sich dabei genauso wie die ihrer nationalen Kollegen aus einer bestimmten Ländergruppe. Unterm Strich haben die EU-Beamten in den vergangenen Jahren wegen steigender Rentenbeiträge und der Einführung einer Krisenabgabe stärker an Kaufkraft verloren als viele ihrer nationalen Kollegen. Von 2004 bis 2011 betrug das Minus 7,6 Prozent - während es bei deutschen Beamten nur 4,5 Prozent waren. Die EU-Kommission hat übrigens angekündigt, an den Gehältern bis 2020 insgesamt 8 Milliarden Euro einzusparen.

Website EU-Kommission zum Personal

Website Europäische Union zur Verwaltung

Broschüre der Stadt Köln zur Personalsituation 2015

Zahlen der EU-Kommission in Deutschland zur Verwaltung

Pressekontakt: Reinhard Hönighaus, Tel.: +49 (30) 2280-2300

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.